Sa. 19.04.2026 Emmaus Geschichte (Kaplan Renjith Josef)
Liebe Schwestern und Brüder,
heute hören wir die Bibelstelle von den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Diese Geschichte zeigt uns sehr viel über unser eigenes Leben.
Die zwei Jünger sind traurig. Sie sind enttäuscht. Jesus ist gestorben, und sie verstehen nicht, warum alles so passiert ist. Für sie ist alles Chaos. Vielleicht kennen wir das auch: Momente im Leben, wo wir traurig sind, wo wir keinen Sinn sehen, wo alles durcheinander geht.
Doch genau in diesem Moment passiert etwas Besonderes: Jesus kommt zu ihnen. Er geht mit ihnen, aber sie erkennen ihn nicht.
Das ist wichtig für uns: Auch wenn wir Gott nicht sehen oder nicht spüren – er ist da.
Jesus begleitet uns auf unserem Weg, in guten und in schweren Zeiten.
Die Jünger erzählen ihm alles, was passiert ist. Sie sprechen über ihre Sorgen und ihre Enttäuschung. Und Jesus hört ihnen zu. Dann erklärt er ihnen die Schrift. Er hilft ihnen zu verstehen.
Das zeigt uns: Das Wort Gottes ist wichtig. Wenn wir die Bibel hören oder lesen, kann unser Herz wieder Hoffnung finden. So wie bei den Jüngern – ihr Herz begann zu brennen, als Jesus mit ihnen sprach.
Doch sie erkennen ihn immer noch nicht. Erst am Abend, als sie zusammen essen, passiert es: Jesus nimmt das Brot, spricht den Segen, bricht das Brot und gibt es ihnen. In diesem Moment öffnen sich ihre Augen – sie erkennen ihn.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt: Jesus zeigt sich im Brechen des Brotes. Für uns bedeutet das: in der Eucharistie. Wenn wir in die Messe gehen, hören wir zuerst das Wort Gottes. Dann kommt die Eucharistie – das Brot wird gebrochen. Genau wie bei den Jüngern. Das Wort und das Brot gehören zusammen. Beides brauchen wir, um Jesus wirklich zu erkennen.
Liebe Brüder und Schwestern, diese Bibelstelle will uns sagen:
Auch wenn unser Leben manchmal chaotisch ist – Jesus ist bei uns.
Auch wenn wir ihn nicht erkennen – er geht mit uns. Wenn wir auf sein Wort hören und die Eucharistie feiern, dann können wir ihn erkennen.
Und was machen die Jünger, nachdem sie Jesus erkannt haben?
Sie bleiben nicht sitzen. Sie stehen auf und gehen zurück nach Jerusalem. Sie erzählen den anderen: „Wir haben den Herrn gesehen!“
Auch wir sind eingeladen, diese Freude weiterzugeben.
Amen.

