Sa. 19.04.2026 Emmaus Geschichte (Kaplan Renjith Josef)

Liebe Schwestern und Brüder,

heute hören wir die Bibelstelle von den Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Diese Geschichte zeigt uns sehr viel über unser eigenes Leben.

Die zwei Jünger sind traurig. Sie sind enttäuscht. Jesus ist gestorben, und sie verstehen nicht, warum alles so passiert ist. Für sie ist alles Chaos. Vielleicht kennen wir das auch: Momente im Leben, wo wir traurig sind, wo wir keinen Sinn sehen, wo alles durcheinander geht.

 

Doch genau in diesem Moment passiert etwas Besonderes: Jesus kommt zu ihnen. Er geht mit ihnen, aber sie erkennen ihn nicht.

Das ist wichtig für uns: Auch wenn wir Gott nicht sehen oder nicht spüren – er ist da.

 

Jesus begleitet uns auf unserem Weg, in guten und in schweren Zeiten.

Die Jünger erzählen ihm alles, was passiert ist. Sie sprechen über ihre Sorgen und ihre Enttäuschung. Und Jesus hört ihnen zu. Dann erklärt er ihnen die Schrift. Er hilft ihnen zu verstehen.

 

Das zeigt uns: Das Wort Gottes ist wichtig. Wenn wir die Bibel hören oder lesen, kann unser Herz wieder Hoffnung finden. So wie bei den Jüngern – ihr Herz begann zu brennen, als Jesus mit ihnen sprach.

 

Doch sie erkennen ihn immer noch nicht. Erst am Abend, als sie zusammen essen, passiert es: Jesus nimmt das Brot, spricht den Segen, bricht das Brot und gibt es ihnen. In diesem Moment öffnen sich ihre Augen – sie erkennen ihn.

 

 

 

Das ist ein ganz wichtiger Punkt: Jesus zeigt sich im Brechen des Brotes. Für uns bedeutet das: in der Eucharistie. Wenn wir in die Messe gehen, hören wir zuerst das Wort Gottes. Dann kommt die Eucharistie – das Brot wird gebrochen. Genau wie bei den Jüngern. Das Wort und das Brot gehören zusammen. Beides brauchen wir, um Jesus wirklich zu erkennen.

 

Liebe Brüder und Schwestern, diese Bibelstelle will uns sagen:

Auch wenn unser Leben manchmal chaotisch ist – Jesus ist bei uns.

Auch wenn wir ihn nicht erkennen – er geht mit uns. Wenn wir auf sein Wort hören und die Eucharistie feiern, dann können wir ihn erkennen.

 

Und was machen die Jünger, nachdem sie Jesus erkannt haben?

Sie bleiben nicht sitzen. Sie stehen auf und gehen zurück nach Jerusalem. Sie erzählen den anderen: „Wir haben den Herrn gesehen!“

 

Auch wir sind eingeladen, diese Freude weiterzugeben.

Amen.

So. 05.04.2026 Die österlichen Füße (Pfarrer Hans Lagler)

Festlich versammelte Gottesdienstgemeinde!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass gerade Füße in der Karwoche und in der Osterzeit eine ganz große Rolle spielen? Sehr gerne lade ich sie daher zu einer besinnlichen Wanderung durch diese heiligen Tage ein.

 

Da gibt es die Palmsonntagsfüße. Sie sind selbstbewusst und kräftig. Sie schreiten dahin von Erfolg zu Erfolg durch die jubelnde Menge. In dieser Leichtfüßigkeit spüren sie gar nicht welch große Last sie tragen.

 

Da gibt es die Gründonnerstagsfüße. Sie sind verlegen und zaghaft. Diese Füße werden öffentlich gewaschen und sie schämen sich ein wenig über ihr Aussehen. Als sie Jesus aber mit Wasser begießt und sie von ihm liebevoll berührt und abgetrocknet werden, fühlen sie sich wohl. Die Zehen bewegen sich als wollten sie Klavier spielen.

 

Da gibt es die Karfreitagsfüße. Sie sind kraftlos und doch stark. Sie tragen Schritt für Schritt die Last der Kreuze des Lebens. Sie zeigen Schrammen und bluten sogar an einigen Stellen. Solche Füße sind am Ende ihrer Kräfte.

 

Da gibt es die Karsamstagsfüße. Sie sind ans Ziel gekommen. Sie dürfen ausruhen und müssen nichts mehr leisten. Sie haben ihr Werk vollbracht. In solchen Füßen ist das Leben eingezeichnet.

 

Die Osterfüße hingegen zeigen ihre Lebendigkeit. Sie sprengen die Ketten des Todes und sind unterwegs zum Licht. Sie gehen mit den Suchenden und begleiten die Hoffenden. Sie springen hinein in das neue Leben.

 

Heute werden uns am Ostersonntag drei große Persönlichkeiten der Bibel mit ihren Füßen vorgestellt. Wir hören von Maria von Magdala die am ersten Tag der Woche frühmorgens in aller Ruhe zum Grab des Herrn unterwegs ist. (Joh 20, 1)

 

Wir erleben zwei Männer. In Gedanken sehen wir den Sprint den Petrus und der Jünger, den Jesus liebte hinlegen, um das diese sensationelle Nachricht mit ihren eigenen Augen überprüfen zu können. Diese namenslose Person ist schneller beim Grab als der erste Papst der Kirche. Während Petrus alles vom Kopf her wissenschaftlich begutachtet, lässt der andere sein Herz sprechen: Er sah und glaubte. (Joh 20, 8)

 

In Maria Magdalena und in Petrus sind jene Menschen gemeint, die von Anfang an Zeuginnen und Zeugen der Botschaft des Evangeliums waren. Sie beobachteten aufmerksam die Füße des Herrn, wie dieser umherzog und gutes tat und alle heilte die in der Gewalt des Teufels waren. (Apg 10, 38)

 

Und dann diese rätselhafte Person die keinen Namen trägt. Sie wird genannt, „der Jünger den Jesus liebte“, oder wortwörtlich übersetzt der mit Jesus freundschaftlich verbunden war. In ihm sieht die Kirche all die unzähligen Personen, die seit der Auferstehung des Herrn bis heute mit Jesus in Berührung gekommen sind. Ihre Füße begleiten das Volk Gottes auf dem Weg durch die Zeit. Sie erledigen voll innerer Freude ihre alltäglichen Aufgaben und in Familie und Beruf, denn sie spüren im Herzen, dass sie von Gott geliebt sind. Ihr unterwegs sein zu den Menschen in Not in ihrer nächsten Umgebung gibt ihrer Liebe zu Jesus Hand und Fuß. Ohne es oft zu merken machen sie so den Glauben lebendig und sichtbar.

 

Wie würden sie anhand dieser Gedanken nun ihre Füße beschreiben? Eilen ihre Füße gerade von Erfolg zu Erfolg wie am Palmsonntag? Werden ihre Füße liebevoll berührt wie am Gründonnerstag? Tragen ihre Beine den Karfreitag in sich weil sie am Ende ihre Kräfte sind? Spüren sie den Karsamstag in ihren Knochen? Füße, die nur ausruhen wollen? Alles darf da sein, denn die Kraft der Auferstehung schenkt neuen Mut und eine innere Leichtigkeit.

 

Diese Osterfüße werden von Jesus in eine unbekannte Zukunft geschickt, die doch von seiner Gegenwart bleibend geprägt wird. Er sagt uns mit großartigen Worten als Zielformulierung: „Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern. Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geist. Lehrt sie alles zu befolgen was ich euch aufgetragen haben und seid gewiss: Ich bin bei euch bis zur Vollendung der Welt“ (Mt 28, 19f.) Amen

 

Lesung: Apg 10, 34 – 43 Evangelium: Joh 20, 1- 9

Sa. 03.04.2026 Osternacht 2026 – der dritte Tag (Kaplan Renjith Josef)

Liebe Schwestern und Brüder!

Kennen Sie solche Tage?

Tage, an denen nichts so läuft, wie Sie es wollten?

Tage, an denen Sie merken: Ich schaffe das nicht mehr allein.

Wir Menschen haben viele Erwartungen.

Wir planen unser Leben.

Wir hoffen, dass alles gut geht.

Auch von Gott erwarten wir manchmal:

Er soll helfen – und zwar so, wie wir es uns vorstellen.

Aber in der Bibel sehen wir:

Gott handelt oft ganz anders.

Dort gibt es einen besonderen Gedanken:

Es wird oft vom dritten Tag gesprochen.

 

Der dritte Tag ist ein Wendepunkt.

Das ist der Moment,

wo unsere eigenen Möglichkeiten zu Ende sind,

und genau da beginnt Gott zu handeln.

Denken wir an Abraham.

Er ist mit seinem Sohn Isaak unterwegs.

Drei Tage lang.

Er weiß: Es wird schwer.

In seinem Herzen hofft er: Gott wird noch etwas ändern.

Aber am dritten Tag wird alles anders.

Es scheint keinen Ausweg mehr zu geben.

und genau da greift Gott ein.

Er schenkt eine Lösung. Einen neuen Anfang.

Ein Widder steht bereit für ein Opfer und sein Sohn Isaak darf leben, denn Gott hat großes mit ihm vor.

 

 

Oder denken wir an die Jünger von Jesus.

Am Karfreitag stirbt Jesus.

Ihre Hoffnung zerbricht. Alles ist vorbei.

Am nächsten Tag ist es still.

Keine Antwort. Keine Hoffnung.

Und dann kommt der dritte Tag.

Das Grab ist leer. Jesus lebt.

Die Jünger verstehen:

Gott hat gehandelt.

Aber ganz anders, als sie gedacht haben.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Der dritte Tag ist der Tag, an dem wir loslassen müssen.

Wir können nicht mehr alles kontrollieren.

Wir haben keine Antworten mehr,

aber genau dann ist Gott da.

Vielleicht kennen Sie solche Zeiten:

in der Familie, bei der Arbeit,

in der Krankheit, oder im Glauben.

 

Momente, in denen alles schwer ist.

Dann dürfen wir wissen: das ist nicht das Ende.

Gott hat noch einen Weg.

Auch wenn wir ihn noch nicht sehen.

Der dritte Tag ist Gottes Tag.

Wo wir keine Zukunft mehr sehen,

macht Gott einen neuen Anfang.

Darum dürfen wir vertrauen,

auch wenn wir oft nichts verstehen.

Ihnen allen wünsche ich daher ein gesegnetes Osterfest. Amen.

Sa. 21.02.2026 Glaubenszeugnis: 1. Fastensamstag im JK (Margarete Strauß)

Schwestern und Brüder im Glauben

 

„Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust!“ lässt Goethe den Doktor Faust sagen…irgendwie erinnert mich dieser Satz an die Geschichte des Evangeliums. Sicher ist es uns alle bereits schon einmal so ergangen, dass sie in Situationen im Leben in Versuchung geführt wurden….

Versuchung-

ist unser täglicher Begleiter, jeder von uns kennt sie und je mehr man versucht ihr zu widerstehn, desto größer wird sie. Die Versuchung trifft uns immer da, wo wir die größten Gelüste oder Sehnsüchte haben.

Für einen Raucher hingegen der ankündigt in der Fastenzeit ganz auf seine Zigaretten zu verzichten, wird sicher von der Umwelt belächelt werden und man wird es ihm nicht glauben. … aber ich weiß, aus eigener Erfahrung es ist eine echte Herausforderung…erst 1 Stunde, dann 1 Tag ohne Zigarette, dann eine Woche und siehe da, es gelingt!

Womit wir in Versuchung geführt werden, hängt ganz von uns selbst ab.

 

Im Evangelium erleben wir einen Teufel, der genau weiß, wo die Stolpersteine im Leben des Gottessohnes liegen aber ebenfalls auch bei uns Menschen. Jesus ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Eine Macht, die sehr viel Verantwortung mit sich bringt. Genau dort setzt der Teufel an…

Er malt Jesus aus, was er mit seiner Macht anfangen könnte. Es ist nur ein kleiner Schritt zum Machtmissbrauch wenn man so mächtig ist…wenn ich nur an die bestimmte Personen in der Politik und Wirtschaft denke, so meine ich, erliegen sie sehr häufig diesem Machtmissbrauch. Es genügt oft nur ein kleines Handzeichen und die Welt um uns verändert sich.

 

Wie geht Jesus mit dem Versucher um? Jesus bleibt standhaft, er zitiert dreimal die Heilige Schrift. Er fängt nicht an, mit dem Teufel zu argumentieren, er versucht auch nicht, ihm zu beweisen, dass er das alles nicht nötig hat. Denn im Augenblick der Versuchung, kann man keinen größeren Fehler machen, als sich auf eine Diskussion einzulassen. Darauf wartet der Versucher nur, denn er ist ein geschickter Rhetoriker und ein unschlagbarer Kenner unserer Psyche.

Führen wir keine Diskussionen mit sich selbst ob uns die Versuchung jetzt schadet oder nicht… wenn sie aber der Versuchung erlegen sind, dann werden sie ein schlechtes Gewissen haben. Das ist der Triumpf, der Sieg des Teufels…selbst wenn sie sich vornehmen, es nicht mehr zu tun, haben sie auf ihrem Gefühlskonto ein fettes schlechtes Gewissen, ein ungutes Gefühl. Wir Menschen neigen dazu, es uns leicht zu machen mit unseren Versuchungen, jedoch versuchen wir, einen neuen Weg einzuschlagen.

 

Wenn sie sich für die Fastenzeit etwas vorgenommen haben, um den Versuchungen zu widerstehen, alleine oder in einer Gruppe, dann könnte dies hilfreich sein:

Machen sie sie sich einen Plan, schreiben sie ganz genau auf, was sie möchten. Wenn sie alleine leben dann hängen sie sich diesen Plan an ein Stelle, wo er ihnen ins Auge springt, gehen sie nicht achtlos an ihm vorbei, lesen sie ihn mehrmals täglich laut vor.

Sind sie in einer Familie, so stecken sie ihren Plan in die Hosentasche und holen sie ihn ebenfalls mehrmals täglich hervor, um zu lesen. Zählen sie die Tage, an denen sie der Versuchung widerstanden haben – das führt zu einem Gefühl des Triumphes über sich selbst, es geschafft zu haben, dass sie widerstanden haben!

 

Fragen wir uns:

 

Kennen wir unsere Stolpersteine der Versuchung?

 

Erliegen wir den Einflüsterungen, den Argumenten von Anderen?

 

Entscheiden wir uns für das, was uns gut tut?

 

Quellennachweis: Ideenwerkstatt Gottesdienste, Verlag Herder, 2/2026

So. 15.02.2026 Faschingspredigt 2026

Der römische Monsignore Nixnutzi besucht die Pfarre Steinakirchen

Lektor/in begrüßt:

Liebe Pfarrgemeinde!

Unsere Pfarrgemeinde Steinakirchen feiert heuer ein großes Jubiläum. Sie wurde

im Jahre 976 also vor genau 1050 gegründet. Dieser besondere Anlass hat sich

bis in den Vatikan durchgesprochen und so hat Papst Leo XIV. einen seinen

persönlichen Vertreter Monsignore Nixnutzi nach Österreich entsandt. Er soll

die besonderen Glückwünsche vom Heiligen Vater überbringen.

Es gibt aber ein Problem: Herr Monsignore Nixnutzi spricht nur italienisch.

Seine inhaltsreiche Rede wird aber von seinem Sekretär Padre Renjithi ins

Deutsche zu übersetzt.

Ich bitte Sie nun in den Bänken aufzustehen, damit wir die Gäste aus Rom

begrüßen und den bewegenden Worten lauschen können.

Einzug: Hans als Monsignore, Renjith als Übersetzer mit Klingelbeutel.

Hans: Dubiosi mafiosi!

Renjith: Sehr geehrte Pfarrgemeinde

H: Carissimi bambini et knalli Bumbumi!

R: Liebe Kinder und Jugendliche

H: Carissimi tutti et ganovi!

R: Geschätzte Damen und Herren

H: Cariissimi crimminali et faulenzia!

R: Liebe Mitglieder des Pfarrgemeinderates

H: Oggi celebramissimo una festa grande!

R: Wir feiern heute ein frohes Fest

H: La parrochia de Calcolochiesa oidi a millecinquanta.

R: Die Pfarrgemeinde von Steinakirchen ist 1050 Jahre alt.

H: Calcolochiesa Austria oidfaderischi regioni!

R: Steinakirchen zählt zu den ältesten Pfarren Österreichs.

H.: Anche Papa Leone gratulatissimi!

R: Papst Leo XIV freut sich darüber.

H: Tui lui benedizione uno bussi a bauchi!

R: Er spendet Ihnen seinen Segen und grüßt sie herzlich.

H: Bami Mosti zona bellissimo!

R: Das Mostviertel ist eine wunderschöne Gegend.

H: Papa Leone sento speciale dalosi!

R: Papst Leo hat etwas Besonderes gehört.

H: Kircha koiti, Haxi dafreati, Senoras granti!

R: Leider ist es im Winter immer kalt in der Kirche.

H: Vaticano hosi wormi zaummurxi!

R: Die Schneiderei des Vatikans hat daher eine warme

Winterkleidung vorbereitet.

H: Papa Leone possiamo speciale hosi wormi a tutti!

R: Papst Leo hat daher an alle Frauen ein besonderes Geschenk.

Geschenkübergabe.

H: Donna agricola Cilli erschti probieri hosi!

R: Frau Cäcilia Achleitner aus Zarnsdorf, die heute ihren 85.

Geburtstag feiert darf als erste das warme Kleidungsstück

ausprobieren.

H: In Sagrestia secretario Renjithi notatione kiata raffa!

R.: Bestellungen werden in der Sakristei dem Herrn Sekretär entgegen

genommen.

H: Sono molto gfrei mi visitare!

R: Es freut mich sehr, dass ich Sie besuchen durfte.

H: Arrivederci parrochia Calcolochiesa regiona mosti!

R: Auf Wiedersehen liebe Pfarrgemeinde von Steinakirchen am Forst

So. 08.02.2026 Ihr seid das Salz der Erde (Kaplan Renjith Josef)

Schwestern und Brüder in Christus

In meiner ersten Predigt konzentrieren wir uns auf ein Wort Jesu. Jesus sagt zu uns: „Ihr seid das Salz der Erde.“

Wenn Jesus dieses Bild gebraucht, meint er damit, dass wir als seine Nachfolger bestimmte Eigenschaften des Salzes in unserem Leben widerspiegeln sollen.

 

Doch was sind die besonderen Eigenschaften von Salz?

 

Erstens: Salz verleiht Geschmack.

Wir verwenden Salz täglich in unseren Speisen. Fehlt es, merken wir sofort, dass etwas Entscheidendes fehlt. Genauso sollen wir durch unsere Anwesenheit und unsere Worte dem Leben und den Zusammenkünften unserer Gemeinschaft Würze verleihen. Menschen sollten unsere Abwesenheit spüren, weil wir durch Liebe, Ermutigung und Wahrheit einen Unterschied machen.

 

Zweitens: Salz wirkt als Konservierungsmittel.

Bevor es Kühlschränke gab, wurden Lebensmittel mit Salz haltbar gemacht. Wenn Jesus sagt, dass wir das Salz der Erde sind, ruft er uns dazu auf, das Leben anderer zu bewahren und zu schützen. Wir sind berufen, Verantwortung füreinander zu übernehmen und wie der barmherzige Samariter zu handeln.

 

Drittens: Salz hilft, Hindernisse zu beseitigen.

Im Winter wird Salz auf vereiste Straßen gestreut, damit Wege wieder begehbar werden. Auch wir sind dazu aufgerufen, Hindernisse im Leben anderer aus dem Weg zu räumen – durch Verständnis, Vergebung, Unterstützung und praktische Hilfe.

 

Viertens: Salz hilft, auch unter schwierigen Bedingungen Wurzeln zu schlagen.

In meiner Heimat Indien gibt man manchmal Salz in die harte Erde, damit Bäume besser wurzeln können. Viele Menschen haben aus unterschiedlichen Gründen die Hoffnung im Leben verloren. Es liegt an uns, ihnen Mut zu machen, damit sie neue Hoffnung schöpfen, Wurzeln schlagen und wachsen können.

 

Fünftens: Salz hat eine heilende Wirkung.

Als Kind habe ich mir oft beim Spielen oder Radfahren Verletzungen zugezogen. Meine Mutter behandelte die Wunden mit warmem Salzwasser, weil Salz die Heilung fördert. Auch wir sollen eine heilende Kraft im Leben anderer sein – durch Mitgefühl, Trost, Gebet und Liebe.

 

Kurz gesagt:

Wenn Jesus sagt, dass wir das Salz der Erde sind, fordert er uns zu fünf Aktionen auf

 

Unsere Anwesenheit und Worte sollten das Leben anderer bereichern

 

Wir sind dazu berufen, Hindernisse im Leben anderen aus dem Weg zu räumen

 

Wir tragen die Verantwortung, das Leben anderer zu schützen

 

Wir dürfen Leuchtturm der Hoffnung für andere sein.

 

Wir sollen eine heilende Präsenz für andere sein.

 

Lasst uns beten, dass wir überall, wo wir sind, dieses Salz Christi spürbar werden lassen. Amen

So. 01.02.2026 Nehmt Gottes Melodie in euch auf (Pfarrer Hans Lagler)

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Sie haben ihren fixen Platz bei den heiligen Messen am Allerheiligentag, denn schon ein Gedanke reicht aus, um damit ein ganzes Leben zu füllen. Die Rede ist von den Seligpreisungen. Diese neun Verse der Bibel, die immer mit dem Wort „Selig“ beginnen sind der Auftakt zur großartigen Bergpredigt des Herrn. (Mt 5, 1 – 12)

 

Jesus stellt damit seine Botschaft vor. Es ist sein Programm, für das er lebt. Es ist sein Evangelium für das er sogar zu sterben bereit ist. Es ist seine Vision die durch seine Auferstehung von Gott dem Vater eindrucksvoll bestätigt wird.

 

Schon um das Jahr 110 findet der heilige Ignatius von Antiochien ein großartiges Bildwort für diesen anspruchsvollen Lebensstil der Christen. Er schreibt in einem Brief: Nehmt Gottes Melodie in euch auf!

 

Wir alle haben unsere Lieblingslieder. Es sind Gesänge, die wir immer wieder hören und die sich als Ohrwurm in unserem Gehirn verankert haben. Da braucht es die Wiederholung, damit die Musik uns vertraut wird und auch bleibt. So ist es mit dem christlichen Glauben. Diese Melodie Gottes möchte unser Leben mit der Welt von heute in Berührung bringen, damit mancher Missklang stiller wird oder gar verschwindet. Das ist unser konkreter Auftrag, denn wir tragen füreinander Verantwortung. Auf dieser Weise sind wir ein Ton in Gottes Melodie.

 

Wenn Menschen nach Gerechtigkeit dürsten und hungern, dann dürfen wir nicht wegschauen. (Mt 5,6) Das persönliche Gebet und die Mitfeier der heiligen Messe geben uns die Kraft diese leisen zaghaften Melodien zu hören. Da wird im beruflichen Leben ein Lehrling immer

lächerlich gemacht, weil er seine Arbeit noch nicht richtig macht. Hier gilt es wachsam zu sein und mutig einzugreifen, wenn es notwendig ist. Nehmt Gottes Melodie in euch auf.

 

Dort tauscht man in gemütlicher Runde manche Neuigkeiten aus der Nachbarschaft aus. Leider wird nur das negative erzählt. Das Gerade wird vielleicht auch noch mit zusätzlichen lieblosen Kommentaren verstärkt. Da braucht es Anwälte des Lebens, welche in die Diskussion neue Standpunkte einbringen. Nehmt Gottes Melodie in euch auf.

 

Diese Melodie Gottes hat sozusagen einen kleinen Kopf. Sie dringt wie Wasser überall ein, wenn sie wo eine offene Stelle findet. Wie sehr dieser Gesang des Himmels einen Menschen verändern kann, wird uns an der Person des Apostels Paulus dargestellt. Er, der zuerst die Christen verfolgt hat und sich rühmte für die Steinigung des Diakons Stephanus verantwortlich gewesen zu sein (Apg 7,58) wird auf dem Weg nach Damaskus vom hohen Ross geworfen. (Apg 9)

 

Als er auf der Nase liegt, vernimmt Paulus die Stimme des Herrn: Warum verfolgst du mich? (Apg 9,4) Aus dem Verfolger der Christen wird der Völkerapostel, der die Botschaft des Evangeliums wie Saatkörner in vielen Ländern ausstreut. Paulus erkennt, dass Gott das Schwache, das Niedrige, ja sogar das Verachtete für sich verwendet und großes damit bewirkt. (1 Kor 1, 28)

 

Meiner Meinung nach brauchen aktuell prominente Persönlichkeiten, die wichtige Länder regieren, dringend unser Gebet, damit der Geist der Seligpreisungen ihre Einstellung verändert. Sie gleichen trotzigen Kinder in einer Schulklasse, die meinen zu wenig Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie sind einfach schlimm, damit sich die Umgebung mit ihnen beschäftigt. Liebe Herren im Moskauer Kreml und im Weißen Haus und überall auf der ganzen Welt – Nehmt Gottes Melodie in euch auf.

 

Heute werden wir wieder neu mit dem Geist der Seligpreisungen vertraut gemacht. Hören wir gut zu, denn dieser leise Gesang des Himmels kann die Welt verändern. Amen

Lesung: 1 Kor 1, 26 – 31 Evangelium: Mt 5, 1 – 12 a

So. 18.01.2026 Auf Jesus hinweisen (Pfarrer Hans Lagler)

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Naturkundliche Wanderungen sind für mich immer etwas ganz besonderes. Es ist sehr beeindruckend mit einer erfahrenen Botanikerin einen Nachmittag unterwegs zu sein, die ihrer Gruppe die Augen für die Schönheit der Schöpfung öffnet: „Schaut mal her, hier wächst unscheinbar am Wegesrand eine Blume, die unter Naturschutz steht, weil sie schon fast ausgestorben ist. Seht, dort sind Heilkräuter zu finden, deren Blätter sich hervorragend für einen Tee eignen, der bei Blutdruckproblemen hilft.“

 

Es ist die faszinierende Aufgabe Johannes des Täufers die Menschen auf Jesus Christus hinzuweisen, der am Beginn seines öffentlichen Wirkens zuerst unbeachtet wie eine seltene Pflanze mitten unter den Leuten steht. Mit klaren Worten macht er daher auf den Messias aufmerksam: „Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt auf sich nimmt.“ (Joh 1,29) Dieser Hinweis wird für den Rufer in der Wüste zum Markenzeichen. Dieser Ausspruch schwingt sich in lateinischer Sprache bei unzähligen Darstellungen über seinen Pilgerstab „Ecce Agnus dei.“

 

Johannes der Täufer hat uns durch die Wochen des Advents begleitet. So wie eine erfahrene Botanikerin auf die Kostbarkeiten der Natur hinweist, öffnet uns dieser Heilige den Blick auf den Messias. Sein Dienst ist zu allen Zeiten des Kirchenjahres wichtig, denn er möchte die Menschheit auf den Erlöser der Welt hinweisen. Bei jeder heiligen Messe spricht dieser Prophet zu uns, wenn der Priester allen Mitfeiernden die zerbrochene Hostie zeigt: Seht das Lamm Gottes!

 

Als Johannes von den Taten Jesu hört, schickt er zwei seiner Jünger zu ihm und lässt ihn fragen: Bist du es der da kommen soll oder müssen wir auf einen anderen warten? (Mt 11, 3) Jesus gibt keine klare Antwort sondern er lässt einfach Taten sprechen: Blinde sehen

wieder, Lahme gehen, Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet. (Mt 11,5)

 

Gerade in der Gegenwart sehnen sich viele Menschen nach körperlicher und seelischer Gesundheit. Wenn wir ehrlich auf unser Leben schauen, dann spüren wir alle, dass wir verwundet sind. Der eine hat berufliche oder schulische Sorgen, die andere hat familiäre Probleme, der eine befindet sich in einer finanziellen Notlage, die andere spürt, dass sich eine Krankheit immer mehr bemerkbar macht, und und und.

 

Gerade diese vielen offenen Fragen, die zahlreichen ungelösten Rätsel unseres Alltags und die vielen Warum-Fragen lassen uns nach Haltegriffen Ausschau halten. In dieser Situation möchte uns Johannes der Täufer auf Jesus Christus hinweisen. Er hat mit seiner Botschaft vom Reich Gottes, durch sein Leben, Sterben und Auferstehen unseren oft so schwierigen Lebensumständen einen Sinn gegeben. Dieser Blick auf den Messias ist deshalb so wichtig, weil ihn Gott zum Licht für die Völker gemacht hat. (Jes 49,6) Ihm dürfen wir immer wieder neu im persönlichen Gebet, in Wort und Sakrament und verborgen in unseren Mitmenschen begegnen. Diese heilende Zuwendung gibt uns Mut für den nächsten Schritt und lässt uns wieder aufatmen.

 

Es wird manchmal passieren, dass Sie bei der Mitfeier einer heiligen Messe von der Predigt nichts mitbekommen, weil Sie gerade ganz mit sich selbst beschäftigt sind oder die Gedanken Sie nicht ansprechen. Wenn dies der Fall ist, darf ich Sie bitten, sich umso mehr auf die Eucharistiefeier zu freuen. Gerade Menschen, die von den Lebensumständen verwundet sind, möchte ich die heilige Kommunion wie ein Medikament regelmäßig verschreiben. Der Messias tröstet uns, stärkt uns, ermutigt uns immer wieder in der schlichten Gestalt des Brotes.

 

Wie eine erfahrene Botanikerin auf die Kostbarkeiten der Natur hinweist, so möchte uns Johannes der Täufer auf Jesus Christus aufmerksam machen. Schauen wir mit ihm auf den Erlöser der Welt, dann sind wir auf einem guten Weg hinein ins neue Jahr 2026. Amen

Lesung: Jes 49, 3 – 6 Evangelium: Joh 1, 29 – 34