Fr. 136.1.2026 Begräbnispredigt für Herrn Hermann Hofmarcher (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Hofmacher! Liebe Lisbeth!

Geschätzte Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Urenkel des Verstorbenen!

Liebe Verwandte, Bekannte, Patenkinder, Berufskollegen, Freunde und Nachbarn des Verstorbenen!

Geschätzte Ortsgemeinschaft von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

“Leg alles still in Gottes ewge Hände, das Glück, das Leid, den Anfang und das Ende.”

 

Bei jedem Begräbnis berühren sich Himmel und Erde, denn wir blicken zugleich in zwei Richtungen. Wir schauen einerseits in Trauer und Dankbarkeit auf die bewegte Lebensgeschichte eines Menschen zurück und nehmen andererseits zugleich staunend wahr, dass uns im Tod das Leben gewandelt, aber nicht genommen wird.

 

In diese ewigen Hände Gottes legen wir heute Glück und Leid, den Anfang und das Ende von Herrn Hermann Hofmarcher. Er wurde am 16. Februar 1939 in Purgstall geboren. Mit zwei Brüdern und einer Schwester ist er aufgewachsen. Nach der Schulzeit erlernte er den Beruf eines Schneiders. Schön langsam kündigte sich ein radikaler Strukturwandel im Bereich der Mode an und er spürte er muss sich beruflich verändern. Der Heimatdichter Erich Stöger, der Buchabauer aus Winklarn bei Amstetten, besingt diese Entwicklung in einem Gstanzl.

 

Mir haum hiazt koan Schusta und koan Schneider nimm mehr,

drum hoin ma se Gwaund und Schuach va China heit her.

 

Hermann absolvierte das Bundesheer und entschied sich die Gendarmarieschule Mödling zu absolvieren. Er wurde dann dem Gendarmarieposten Steinakirchen zugeteilt. Herr Hofmarcher absolvierte im Laufe der Jahre verschiedene Fortbildungen und wurde zum Postenkommandanten von Steinakirchen ernannt. Mit Geradlinigkeit und Fleiß übte er diese Aufgabe aus und verschaffte sich so Respekt und zugleich

Wertschätzung bei der Bevölkerung.

 

Hermann lernte seine Lisbeth kennen. Am 20. Februar 1965 konnte Hochzeit gefeiert werden. Drei Kinder erblickten das Licht der Welt: Christian, Doris und Peter. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch 5 Enkel und zwei Urenkel zur Familie.

 

In der Waldsiedlung in Wang wurde ein gemeinsames Haus gebaut. Nachdem er 1999 in Pension ging, nahm er sich viel Zeit für seine Enkelkinder. Seine Frau Lisbeth war immer voller Pläne. Im Haus wurde vieles erneuert und der Garten erhielt eine neue Gestaltung. So vergingen die Jahre und Jahrzehnte. Viele glückliche Stunden hatte Hermann mit der Wanger Geburtstagsrunde erlebt.

 

Namens der Pfarre bedanke ich mich bei Hermann für die treue Mitfeier der heiligen Messen in Wang und in Steinakirchen. Persönlich sage ich auch ein Vergelts Gott für die Gastfreundschaft, die ich immer wieder in eurem Haus erleben durfte.

 

Rund um seinen 80. Geburtstag stellte sich eine Demenzerkrankung ein. Anfangs konnte sie Hermann noch geschickt verbergen, aber mit der Zeit wurde sein Leiden immer ausgeprägter.

 

Drei Jahre meines Lebens durfte ich als Kaplan in Zwettl verbringen. Die Waldviertler haben manche eigene Wörter, die ich als geborener Pielachtaler nicht kannte. Eines davon möchte ich jetzt gerne erwähnen. Sie sagen wenn sie für einen kranken Menschen sorgen: de Treu toa, die Treue tun. Eine großartige Formulierung. Lisbeth du hast deinem Mann „die Treue getan“ und dies war dich in letzten Jahren sehr herausfordernd.

 

In den letzten Monaten verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Herrn Hofmarcher und so wurde eine Übersiedlung in das Pflegeheim Scheibbs notwendig. Gestärkt mit den Sakramenten der Kirche ist er nun im 87. Lebensjahr von Gott abberufen worden.

 

Leg alles still in Gottes ewge Hände, das Leid das Glück, den Anfang und das Ende. Amen

 

Lesung: Röm 10, 9 – 13 Evangelium: Joh 16, 21 – 23

Di. 13.1.2026 Begräbnispredigt für Herrn Alois Frühauf (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Frühauf!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Patenkinder, Verwandte, Nachbarn, Schulkameraden, Arbeitskollegen und Bekannte des Verstorbenen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

 

Du hast gesorgt, du hast geschafft,

bis dir die Krankheit nahm die Kraft.

Schmerzlich wars vor dir zu stehen,

dem Leiden hilflos zuzusehen.

Nun ruhe aus in Gottes Hand,

ruh in Frieden und hab Dank.

 

Mit diesem Spruch möchte ich gerne das Leben von Herrn Frühauf umschrieben.

 

Wenn wir einen Menschen durch den Tod verlieren, dann sprechen wir von einem Leben, das zu Ende gegangen ist. Für uns Christen ist das aber nur die halbe Antwort.

 

Wir vertrauen darauf, dass wir von Gott ausgegangen sind. Er hat uns ins Dasein gerufen und uns durch unsere Eltern das Leben geschenkt. Gott gibt uns einen Auftrag mit: Mit jedem Menschen soll die Welt ein wenig heller werden. Nach den Jahren und Jahrzehnten auf diesem Planeten dürfen wir aus der sichtbaren Welt in die unsichtbare Welt – dem Himmel wie wir gerne im Volksmund sagen – heimkehren.

 

Der Tod ist also ein Heimgang. Wir werden nach Hause gerufen, wie Eltern spielende Kinder von Garten zum Mittagessen oder zur Jause hereinholen. Diese Sichtweise gibt uns Trost, gerade heute, wenn wir um den Sarg von Herrn Frühauf versammelt sind. Die Verstorbenen sind uns nicht entrissen, sie sind uns nur dorthin vorausgegangen, wohin wir ihnen alle einmal folgen.

 

Herr Frühauf wurde am 26. Mai 1952 in seinem Haus in Hofa geboren. Seine Eltern hießen Maria und Johann Frühauf. Der erste Weg seines Lebens führte ihn drei Tage später zum Sakrament der Taufe in die

Steinakirchner Pfarrkirche. Heute sind wir in unserem Gotteshaus versammelt um unseren Verstorbenen auf seinem letzten Weg zu begleiten. Es liegen fast 74 Jahre dazwischen, die von der Sorge um die Familie, seinen Beruf und der Arbeit in der Landwirtschaft geprägt waren.

 

Ein großer Tag seiner Kindheit war der 13. Mai 1962, denn da erhielt er in Ybbs das Sakrament der Firmung. Nach der Schulzeit in Neumarkt und Steinakirchen und dem Besuch einer landwirtschaftlichen Fachschule begann er bei der Firma Essmeister zu arbeiten, 17 Jahre als LKW-Fahrer und dann in der Filiale in Blindenmarkt. 42 Dienstjahre bringt er bei diesem Betrieb zusammen.

 

Als junger Mann lernt er seine zukünftige Gattin Anneliese kennen. Am 19.11. 1977 konnte hier in der Pfarrkirche Steinakirchen die Hochzeit gefeiert werden. Der Gedanke des Vermählungsspruches bei einer kirchlichen Trauung birgt viel Lebensweisheit mit sich und beschreibt die Grundeinstellung eines Menschen: Vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meinen Mann. Ich verspreche dir die Treue in guten wie in bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit bis der Tod uns scheidet. Die Sorge um ihren Gatten prägte in den letzten Jahren den Lebenseinhalt seiner Anneliese.

 

Das Ehepaar Frühauf durfte drei Kindern das Leben schenken. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch 7 Enkel zur Familie.

 

Die Jahre und Jahrzehnte vergingen in der Sorge um die Landwirtschaft und der Familie. Er hat seinen Bauernhof erneuert, und auch gerne mitgeholfen als er seinen Betrieb an die nächste Generation übergeben hatte. Als Herr Frühauf in Pension ging, erfüllte er sich mit seiner Gattin besondere Urlaubsträume: Die beiden unternahmen Kreuzfahrten, unternahmen Wanderungen und verbrachten eindrucksvolle Tage in der Schweiz und in Südtirol. Die Fotoalben von diesen Reisen waren in den Jahren der Krankheit ein kostbarer Schatz der Erinnerung.

 

Die Kinder beschreiben ihren Vater als sehr hilfsbereit, als freundlichen Menschen, als ruhenden Pol in der Familie.

 

Seit 2021 machten Herrn Frühauf gesundheitliche Probleme das Leben schwer. Herzlichen Dank allen, die ihn in dieser Zeit gepflegt und besucht haben. Vor den hohen Feiertagen wurde ihm seitens der Pfarre die heilige Kommunion ins Haus gebracht.

 

Gut begleitet von seiner Gattin, der Familie und dem Team der Caritas ist er nun gestärkt mit den Sakramenten der Kirche im 74. Lebensjahr von Gott abberufen worden.

 

Die Familie möchte sich beim Gatten, Vater und Opa nochmals bedanken. Der Gedanke auf der Parte ist wirklich treffend formuliert. „Wir hätten dich so gerne noch lange um uns gehabt. Unsagbar traurig sind wir, dass wir dich gehen lassen müssen, doch dich von deinem Leiden erlöst zu wissen, gibt uns Trost.

 

Ein erfülltes und arbeitsreiches Leben ging zu Ende. Herr Frühauf ist uns in die Herrlichkeit Gottes vorausgegangen. Gerade für ihn gilt:

 

Du hast gesorgt, du hast geschafft,

bis dir die Krankheit nahm die Kraft.

Schmerzlich wars vor dir zu stehen,

dem Leiden hilflos zuzusehen.

Nun ruhe aus in Gottes Hand,

ruh in Frieden und hab Dank. Amen

 

Lesung: Jes 40,6-8 Evangelium: Joh 14, 1 – 6

Mo. 12.1.2026 Begräbnispredigt für Frau Rosa Resch (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel!

Liebe Verwandte, Patenkinder, Freunde, Bekannte und Nachbarn der Verstorbenen!

Geschätzte Mitglieder des Seniorenbundes von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

In manchen Bauernhöfen ist folgender tiefsinnige Spruch zu lesen:

 

Dies Haus ist mein und doch nicht mein.

Der vor mir war dem wars nicht sein

er ging hinaus und ich hinein.

Nach meinem Tod wirds grad so sein.

So trägt man jeden still hinaus

nun sag mir, wem gehört nun dieses Haus?

 

Als zur Tausendjahrfeier der Pfarre Steinakirchen ein Buch über die Geschichte unserer schönen Gegend veröffentlicht wurde, versuchte der Priester und Kirchenhistoriker Dr. Friedrich Schragl aus Wolfpassing kurz jedes Haus des Pfarrgebietes zu beschreiben.

 

Er notiert über den Bauernhof in Schlott 2 folgendes: Dieser Hof wird im Jahr 1446 als „Ob des Slats“ erstmals urkundlich erwähnt. Als im Jahr 1666 die Rotte Pyhrafeld an das Stift Seitenstetten übergeben wurde, scheint ein Adam Lehner als Hausbesitzer auf. Jede Generation hat sich auf diesem Haus bemüht um das Erbe der Väter und Mütter zu gestalten.

 

Frau Rosa Resch wurde am 16. Juni 1938 in der Pfarre Waidhofen an der Ybbs geboren. Ihre Eltern hießen Juliana und Johann Obermüller. Im Kreis von neun Geschwistern ist sie aufgewachsen. Von dieser großen Schar lebt jetzt nur mehr eine Schwester namens Maria.

 

5 Tage nach ihrer Geburt erhielt sie in der Stadtpfarrkirche Waidhofen das

Sakrament der Taufe. Ein großer Tag ihrer Kindheit war der 22. Mai 1949 denn da konnte ebenfalls in Waidhofen ihre Firmung gefeiert werden.

 

Ihre Mutter starb als unsere Verstorbene noch ein Schulkind war. Diese war der Grund, dass sie die Arbeit in der Landwirtschaft von Kindes Beinen an kannte. Sie ging in Böhlerwerk in die Schule und sie freute sich von ihrem Elternhaus die Basilika am Sonntagberg sehen zu können.

 

Als Jugendliche absolvierte sie die landwirtschaftliche Fortbildungsschule in Waidhofen, arbeitete in einem Forstgarten um Bäume zu pflegen und später als Köchin im Gasthaus Hehenberger in Waidhofen.

 

Sie lernte ihren Gatten Josef Resch aus der Pfarre Steinakirchen kennen, den sie am 30. Mai 1966 heiratete. Nun wurde das Haus Kleinschlott ihre neue Heimat. Der Alltag am landwirtschaftlichen Betrieb war mit großen Herausforderungen verbunden. Es wurden Haus und Hof neu gebaut und sechs Kinder erblickten das Licht der Welt. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch 8 Enkel und 6 Urenkel zur Familie.

 

Der Zusammenhalt in ihrer großen Familie war ihr sehr wichtig. Als großartige Köchin hat sie gerne Menschen bewirtet und Gastfreundschaft gepflegt. So hat sie auf ihre Weise einen Vers der Bibel gelebt: Jesus spricht: Es gibt keine größere Liebe als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. (Joh 15,13) Sie hat ihre ganz Kraft ihrer großen Familie geschenkt. Der Kontakt mit den Nachbarn spielte für sie ebenfalls eine große Rolle. Dies hat sie gerne mit kleinen Spaziergängen verbunden.

 

Der Rückhalt im christlichen Glauben gab ihr die Kraft die Herausforderungen ihres Lebens zu meistern. Das Singen und die Natur waren für sie besondere Kraftquellen, die ihre eine innere Freude schenkten, trotz aller Sorgen.

 

So vergingen die Jahre und Jahrzehnte. Leider stellten sich in den letzten Monaten große gesundheitliche Sorgen ein. Sie spürte, dass ihre Zeit auf Erden kostbar wurde. Im Kreis der großen Familie wünschte sie sich mit den Sakramenten der Kirche gestärkt zu werden. Die letzten Wochen verbrachte sie im Hospiz Melk, wo sie liebevoll in ihrer schweren

Erkrankung betreut wurde. Nun ist sie uns am 4. Jänner in die Ewigkeit vorausgegangen.

 

Für uns Christen ist dieser heutige Tag der Trauer und des Abschiedes zugleich ein trostvoller Blick in unsere eigene Zukunft. Der Apostel Paulus beschreibt was auf uns zukommt: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine ewige Wohnung bei Gott.

 

In Trauer und Dankbarkeit blicken wir auf das lange Leben von Frau Rosa Resch zurück. Sie fehlt in ihrer großen Familie und besonders am Haus Kleinschlott in Pyhrafeld.

 

Dies Haus ist mein und doch nicht mein.

Der vor mir war dem wars nicht sein

er ging hinaus und ich hinein.

Nach meinem Tod wirds grad so sein.

So trägt man jeden still hinaus

nun sag mir, wem gehört nun dieses Haus?

 

Gott möge sie nun mit der Freude des ewigen Lebens beschenken. Amen

Lesung: Röm 12, 9 -17 Evangelium: Joh 15, 10- 15

Mo. 05.1.2026 Begräbnispredigt für Frau Maria Höller (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Trauerfamilie!

Geschätzte Verwandte, Patenkinder, Bekannte, Freunde und Nachbarn der Verstorbenen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Was wir bergen in den Särgen ist das Erdenkleid.

Was wir lieben ist geblieben, lebt in Ewigkeit.

 

Mit diesem Gedanken möchte ich gerne das Leben von Frau Höller umschreiben und zugleich unsere christliche Hoffnung auf das ewige Leben in den Blick nehmen.

 

Alles was an eurer Oma sterblich ist, wurde behutsam in den Sarg gebettet. In dieser hölzernen Truhe liegt aber nur das “Erdenkleid” der Verstorbenen. Es wird der Erde von der es genommen war, zurückgegeben. Am Grab der Familie wird es dann heißen: Von der Erde bist du genommen und zur Erde kehrst du zurück. Der Herr aber wird dich auferwecken.

 

Dieses Erdenkleid unserer lieben Verstorbenen steht jetzt auf einem Ehrenplatz in der Mitte unserer Pfarrkirche. Dieser Blick wird euch als Familie in der kommenden Zeit begleiten. Das ist aber nur die uns zugewandte Seite einer Medaille. Die Rückseite heißt Leben in der Herrlichkeit Gottes. Die christliche Hoffnung vom ewigen Leben ist für unsere Verstorbene nun Wirklichkeit geworden.

 

Romano Guardini, einer der wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts hat diesen Gedanken in seiner Sprache formuliert: “Der Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen, dessen andere Seite Auferstehung heißt.”

 

In der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus kommt ein glaubwürdiger Zeuge für die andere Seite dieser Medaille mitten in unsere Welt. An ihm sich festzuhalten, bedeutetet mit einer neuen Sichtweise beschenkt zu werden. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. (Joh 14, 1 – 6)

 

Da klingen die Worte der Lesung aus dem Propheten Jesaja nochmals an: An jenem Tag wird man sagen: Seht, das ist unser Gott, auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt, er wird uns retten. (Jes 25, 9)

 

Was wir bergen in den Särgen, ist das Erdenkleid.

Was wir lieben, ist geblieben, lebt in Ewigkeit.

 

Blicken wir auf das bewegte Leben von Frau Höller. Sie wurde am Allerseelentag des Jahres 1934 am Haus Steghof in Reidlingdorf geboren. Ihre Eltern hießen Maria und Johann Holzer. Der erste Weg ihres Lebens führte sie einen Tag später nämlich am 3. November zum Sakrament der Taufe hier in unsere Pfarrkirche.

 

Heute sind wir in unserem Gotteshaus beisammen um unsere Verstorbene auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Es liegen 91 Jahre dazwischen die besonders von der Sorge um Ihre Familie und ihrem arbeitsreichen Leben erfüllt waren.

 

Ein großer Tag ihrer Kindheit war mitten in der Kriegszeit der 13. Juni 1943, denn da erhielt sie in Wien das Sakrament der Firmung. Mit ihren Geschwistern Antonia und Hilda ist sie aufgewachsen. Ihr Vater fiel im Krieg. Der Zusammenhalt in der Familie war sehr wichtig um diese schwere Zeit bestehen zu können. Nur ein kleiner Einblick in die Zeit von damals. Gegen Schmalz vom Haus Steghof wurde ein paar Schuhe eintauscht.

 

Sie lernte Herrn Franz Höller vom Haus Steinhammer kennen, den sie am 31. 5. 1958 hier in der Pfarrkirche heiratete. Die beiden suchten sechs Jahre ein Bauernhaus auf Leibrente und sie sparten fleißig dafür. Maria war als Forstarbeiterin tätig und Mädchen für alles im Gestüt Perwarth. In Grießperwarth wurde dann doch ein Haus gefunden.

 

Leider ist das einzige Kind – Tochter Christiana – viel zu früh gestorben, aber das Leben musste weiter gehen. Heute gehören 4 Enkel und zwei Urenkel zur Familie. Frau Höller war in dieser Zeit sozusagen Mutterersatz. 2002 verunglückte ihr Gatte Josef.

 

Die letzten 20 Jahre waren aber von vielen schönen Stunden im Kreis der Familie, der Nachbarn und dem Freundeskreis geprägt. Schwammerl suchen, Kochen, Backen, Nähen, Lesen. Aber Frau Höller legte sofort das Strickzeug weg oder ließ den Kochlöffel fallen, wenn eine Kartenspielrunde ausgemacht

war.

Namens der Pfarre danke ich ihr für die treue Mitfeier der Gottesdienste in der Pfarrkirche. Die religiöse Feierkultur in der Familie, das Herbergsuchen oder die Renovierung eurer sehr schönen Hauskapelle waren ihr ein großes Anliegen.

 

Die Feier des 90. Geburtstages brachte große Aufregung mit sich. Aus gesundheitlichen Gründen wurde die Feier leider abgesagt. In den letzten Monaten wurde von der Pfarre die heilige Kommunion ins Haus gebracht. Das war immer ein Fest. Bei meinem letzten Besuch teilte sie sogar ihre geliebten Käsefrankfurter mit mir.

 

Die Angst vor dem Sterben beschäftigte sie immer wieder. Aber ich denke sie hatte gar nicht viel Zeit um darüber wirklich nachzudenken, denn so plötzlich wurde ihr irdisches Leben in das ewige gewandelt.

 

Der Tod ist die uns zugewandte Seite jenes Ganzen, dessen andere Seite Auferstehung heißt, so formuliert der Theologe Romano Guardini. Dieser Gedanke soll uns im Blick auf unsere Höller-Oma in dieser Abschiedsstunde in gereimter Form Trost geben:

 

Was wir bergen in den Särgen, ist das Erdenkleid.

Was wir lieben ist geblieben, lebt in Ewigkeit. Amen

Lesung: Jes 25, 6 – 10 a Evangelium: Joh 14, 1 – 6

Di. 23.12.2025 Begräbnispredigt für Herrn Franz Pöhacker (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Christa! Geschätzte Mutter von Franz!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Verwandte, Patenkinder, Freunde, Bekannte, Schulkameraden, Arbeitskollegen und Nachbarn!

Geschätzte Ortsgemeinschaft von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Wenn ein Christ, der sich ein wenig über seinen Glauben auskennt, gefragt wird, wie einer der wichtigsten Teile der heiligen Messe heißt, kommt sicherlich die Antwort: Die Wandlung. Mit diesem volkstümlichen Begriff werden die Einsetzungsworte des Herrn über Brot und Wein bezeichnet. Jesus nimmt uns mit in den Abendmahlssaal am Gründonnerstag und schenkt uns in Brot und Wein seine bleibende Gegenwart. Mit dem Auftrag “Tut dies zu meinem Gedächtnis” (Lk 22, 19) trägt er den Christen aller Jahrhunderte auf immer wieder das Geschehen der Wandlung zu feiern. In den kommenden Weihnachtstagen sind wir ja alle eingeladen uns in dieses Geheimnis wieder neu zu vertiefen.

 

Die Wandlung als Mittelpunkt der heiligen Messe verweist uns darauf, dass Wandlung einer der markantesten Begriffe unseres Lebens ist. Wir erleben im Grunde dauernd Wandlung. Wer bewusst mit den vier Jahreszeiten lebt, spürt dieses Geschehen im Kreislauf der Natur.

 

Wir Menschen wandeln uns ebenfalls dauernd. Aus Kindern werden Jugendliche und Erwachsene. Die Jahre und Jahrzehnte verändern uns. Wir brauchen nur bewusster Fotos anschauen. Wandlung – mit diesem Wort lässt sich auf treffende Weise die Lebensgeschichte von Franz umschreiben.

 

Er wurde am 15. September 1963 im Krankenhaus Scheibbs geboren. Franz kam mit seiner Schwester Helga als Zwilling auf die Welt und er war der erste von fünf Geschwistern. Seine Eltern hießen Franz und Theresia Pöhacker. Die Zwillinge wurden gleich an ihrem Geburtstag getauft. Mit seinen Geschwistern ist er im Haus Trippelberg aufgewachsen. Ein großer Tag seiner Kindheit war der 30. Mai 1976, denn da konnte in Krems-Lerchenfeld die Firmung gefeiert werden.

 

Nach der Schulzeit in Steinakirchen erlernte er in Marbach an der Donau den Beruf eines Fleischhauers. Er war dann im Gasthaus Brandtner in Steinakirchen und bei der Firma Grubmayer in Scheibbs beschäftigt. Beruflich hat er sich dann weiterentwickelt und Herr Pöhacker war Lastwagenfahrer bei der Firma Wurzer und später viele Jahre Pumpenmaschinist bei der Firma Cemix-Rohrdorfer. Aufgrund eines Herzinfarktes ging er in Pension.

 

Franz lernte in jungen Jahren seine Christa kennen. In Wang wurde ein gemeinsames Haus gebaut. Hier in dieser Kirche konnte am 26. Juli 1986 die Hochzeit gefeiert werden. Zwei Kinder erblickten das Licht der Welt: Melanie und Georg. Heute gehören neben Schwiegerkindern auch 3 Enkel zur Familie: Oliver, Klara und der erst vor wenigen Tagen geborene Leopold.

 

Am 6. Dezember habe ich den Franz zum letzten Mal getroffen. Ich war als Nikolaus in Wang unterwegs und er kam mir mit seinen Walkingstöcken entgegen. Ich fragte ihn: Warst du eh immer brav. Ja, sagte er denn ich mache genau was die Ärzte mir sagen und achte auf meine Gesundheit. Dann durfte ich ihm ein kleines Geschenk geben.

 

Wir blickten nun auf ein Leben voller Verwandlungen zurück: vom Kind zum Jugendlichen – vom Jugendlichen zu einem Mann. Der 17. 12.

brachte die größte Wandlung seines Lebens. Sein irdisch-vergängliches Leben wurde in das ewige-unvergängliche Leben verwandelt. Alles was an ihm sterblich ist hat er dabei zurückgelassen wie ein Schmetterling seinen Raupenpanzer. Es wurde die Osterhoffnung zu seiner Lebenswirklichkeit. Was an Franz sterblich ist, hat in dieser Urne Platz.

 

Die Wandlung zählt zu den wichtigsten Teilen der heiligen Messe. Der Begriff Wandlung beschreibt die Veränderungen in unserem Leben, in der Natur und besonders im Leben von Herrn Pöhacker. Der dreifaltige Gott möge ihn nun mit der Freude des Himmels beschenken. Amen

Lesung: Jes 40, 6 – 8 Evangelium: Mt 5, 33 – 37

Fr. 12.12.2025 Begräbnispredigt für Herrn Rudolf Leitner (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Leitner! Liebe Trauerfamilien!

Geschätzte Kinder, Schwiegerkinder und Enkel!

Liebe Verwandte, Patenkinder, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen und Bekannte des Verstorbenen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Es ist alles nur geliehen, hier auf dieser schönen Welt.

Es ist alles nur geliehen, aller Reichtum, alles Geld.

 

Es ist alles nur geliehen, jede Stunde voller Glück;

musst du eines Tages gehen, lässt du alles hier zurück.

 

Darum lebt doch euer Leben, freut euch neu an jedem Tag,

wer weiß auf unsrer Erdenkugel was das Morgen bringen mag?

 

Freut euch an den kleinen Dingen, nicht nur an Besitz und Geld

es ist alles nur geliehen, hier auf dieser schönen Welt.

 

Dieses Gedicht wurde für Herrn Leitner zur Lebens- und Glaubenswirklichkeit.

 

In der Denkwelt des christlichen Glaubens gilt folgender Gedankengang: Gott haucht dem Menschen den Lebensatem ein (Gen 2,7). Dieser Lebensatem, – wir sagen auch Seele dazu – belebt uns Menschen vom ersten Augenblick unserer Existenz. Dies unterscheidet uns von toten Gegenständen wie Steine oder Metall. Es liegt aber in der Macht Gottes, wenn wir unseren Lebensauftrag erfüllt haben uns diesem Atem wieder zu nehmen. Der Himmel leiht uns sozusagen für einige Jahre und Jahrzehnte diesen Lebensatem. Es ist alles nur geliehen hier auf dieser Welt, auch unser Leben. Wir geben es im Augenblick des Todes unserem Schöpfer zurück. Gott geht oft Wege, die wir Menschen nicht verstehen und begreifen können, aber diese Wege führen ins Licht.

 

Herr Rudolf Leitner wurde am 10. August 1947 in Aurach bei Kitzbühel in Tirol als erstes von vier Kindern geboren. Im Alter von vier Jahren übersiedelte er mit

seiner Familie nach Achleiten bei Kremsmünster in Ober-Österreich. Seine Eltern haben sich dort einen Bauernhof gekauft.

 

Nach der Volkschule in Achleiten und der Hauptschule in Bad Hall erlernte er den Beruf eines Käsers in der Molkerei Achleiten. Bei einem Weiterbildungskurs in Wolfpassing lernte er seine zukünftige Gattin Theresia kennen. 1970 wurde in Kematen an der Krems die Hochzeit gefeiert. Vier Kinder erblickten das Licht der Welt. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch sieben Enkel zur Familie. Obwohl dann im Laufe der Jahre Zarnsdorf sein Wohnsitz wurde, arbeite er weiterhin in den Molkereien Scharnstein und Schlierbach als Käse- und Molkereimeister.

 

In der Pension hat er beim Umbau des Hauses seiner Tochter in Mank mitgeholfen. Aufgrund gesundheitlicher Sorgen hat Herr Leitner in den letzten Jahren sehr zurückgezogen gelebt. Nun ist er gestärkt mit den Sakramenten der Kirche im 79. Lebensjahr von Gott abberufen worden.

 

Es ist alles nur geliehen, aber von wem? Unser christlicher Glaube sagt uns, dass wir vor Gott Rechenschaft über unser Leben geben werden. Jesus erklärt uns diesen Gedanken im Gleichnis vom treuen Verwalter. Komm nimm teil an der Freude deines Herrn! (Mt 25,21).

 

Es ist alles nur geliehen hier auf dieser schönen Welt,

es ist alles nur geliehen, aller Reichtum, alles Geld.

Es ist alles nur geliehen, jede Stunde jedes Glück:

musst du eines Tages gehen, lässt du alles hier zurück.

 

In Trauer aber auch in großer Dankbarkeit blicken wir auf das Leben von Herrn Leitner zurück und bitten: Christus möge ihn mit der Freude des ewigen Lebens beschenken, damit für ihn die Verheißung: „Komm nimm teil an der Freude deines Herrn“ Wirklichkeit wird. AMEN

Lesung: Röm 12, 9 -18 Evangelium: Mt 25,14 – 30

Di. 9.12.2025 Begräbnispredigt für Frau Christine Halbartschlager (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzter Herr Halbartschlager!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Patenkinder, Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte der Verstorbenen!

Liebe Ortsgemeinschaft von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Die Zeit vor Weihnachten ist eine ganz besondere Phase des Kirchenjahres, denn diese Wochen des Advents werden von vielen christlichen Bräuchen bestimmt. In fast allen Häusern findet sich ein Adventkranz. Der heilige Nikolaus hat viele Kinder beschenkt.

 

Ein besonderer Brauch wird am Gedenktag der heiligen Barbara, dem 4. Dezember gepflegt. Da schnitten zahlreiche Menschen Kirschenzweige ab und wässerten sie ein. Wenn sie bis Weihnachten aufblühen, dann heiratet jemand im nächsten Jahr im Haus, so lautet die Deutung im Volksmund.

 

Die wirkliche Bedeutung dieses Brauches liegt aber viel tiefer und ist mit einer Legende über die heilige Barbara verbunden. Die heilige Barbara lebte im 3. Jahrhundert in der heutigen Türkei und wurde Opfer einer Christenverfolgung. Diese junge Frau war heimlich Christin geworden. Als der Vater davon erfuhr, ließ er sie in einen Turm sperren und meldete aus Zorn seine Tochter zur Hinrichtung an. Auf dem Weg ins Gefängnis verfing sich ein Kirschenzweig im Kleid der Heiligen. Barbara wässerte den kleinen Ast ein, der an ihrem Todestag aufgeblüht war. „Du schienst wie tot“, sagte Barbara, „aber du bist aufgeblüht zu neuem Leben. So wird es auch bei mir sein. Nach meinem Tod werde ich aufblühen zu neuen, ewigen Leben.“ Der Barbarazweig ist also ein Hinweis auf das ewige Leben. Dieser Kirschenzweig ist ein Ostersymbol mitten im kalten Advent.

 

In dieser Hoffnung auf die Herrlichkeit des Himmels möchte ich nun mit ihnen auf die bewegte Lebensgeschichte von Frau Christine Halbartschlager blicken. Sie wurde am 12. Juni 1947 am Haus Schützenberg in der Pfarre Reinsberg geboren. Ihre Eltern hießen Josefa und Johann Deuretzbacher.

Der erste Weg ihres Lebens führte sie fünf Tage später in das Gotteshaus von Reinsberg, wo sie das Sakrament der Taufe empfing. Heute sind wir in der Pfarrkirche Steinakirchen beisammen um Frau Halbartschlager auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

 

Sie ist im Kreis von 10 Geschwistern aufgewachsen. Nach der Schulzeit arbeitete sie im Hotel Winterbach und dann später bei Familie Dr. Schweighofer in Steinakirchen im Haushalt.

 

Sie lernte ihren Gatten Johann Halbartschlager vom Haus Latschbach kennen. Am 7. August 1971 konnte in der Pfarrkirche Randegg die Hochzeit gefeiert werden. Drei Kinder erblickten das Licht der Welt: Martin, Christine und Ulrike. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch sechs Enkel zur Familie.

 

Durch berufliche Veränderungen hatte die junge Familie immer wieder andere Wohnsitze. Unsere Verstorbene war dann viele Jahre bei der Firma Garant-Tiernahrung in Pöchlarn als Reinigungskraft beschäftigt.

 

1988 wurde hinter der Schule in Wang ein Grund gekauft. Der Traum eines eigenen Hauses sollte sich verwirklichen. Als dann Frau Halbartschlager in Pension ging, war sie gerne für ihre Enkelkinder da. 2014 erfolgte leider eine große Herzoperation. Seit dieser Zeit war sie gesundheitlich immer herausgefordert. Um ja nicht krank zu werden zog sie sich immer mehr zurück in ihr Haus. Mit dem Besuch mit der heiligen Kommunion vor hohen Feiertagen durfte ich ihr eine große Freude bereiten.

Begleitet von ihrem Gatten und der Familie und gestärkt mit den Sakramenten der Kirche ist sie nun im 79. Lebensjahr von Gott abberufen worden.

 

Nochmals darf ich auf den Barbarazweig hinweisen. „Du schienst wie tot, aber du bist aufgeblüht zu neuem Leben. So wird es auch bei mir sein. Nach meinem Tod werde ich erblühen zu neuen, ewigen Leben.“ Die heilige Babara greift damit einen Gedanken der im Evangelium mitgegeben wurde auf. Jesus verspricht einem Mann der mit ihm gekreuzigt wurde: Heute wirst du noch mit mir im Paradies sein. (Lk 23, 33) Das ist ein Wort, das der Herr uns allen in der Todesstunde zuflüstert. Wir blühen wie eine Knospe auf zum ewigen Leben.

 

Wir wünschen Frau Halbartschlager, dass sie in Gott Ruhe und Frieden findet. Sie ist nun wie ein Barbarazweig aufgeblüht zum ewigen Leben. In dieser Hoffnung vertrauen wir ihr arbeitsreiches Leben der Güte und Barmherzigkeit Gottes an. Amen

Lesung: Röm 8, 35 – 39 Evangelium: Lk 23, 29 – 33

Mi. 26.11.2025 Begräbnispredigt für Herrn Franz Knapp (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Knapp! Liebe Gerti!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder und Enkel!

Geschätzte Verwandte, Patenkinder, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen, Schulkameraden und Bekannte des Verstorbenen!

Liebe Ortsgemeinschaft von Wolfpassing!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Ein König hatte jahrzehntelang sein Reich regiert und war nun alt geworden. Er wollte einen seiner beiden Söhne als Nachfolger ernennen. Da er beide gleich gern hatte, stellte er ihnen eine Aufgabe. Der Landesfürst sagte zu ihnen: “Ich schicke euch jeweils in ein Dorf. Ihr habt einen Monat Zeit um Spuren zu hinterlassen. Nach Ablauf dieser Zeit werde ich euch in den beiden Orten besuchen um eure Spuren zu besichtigen.” Die zwei jungen Männer packten ihre Sachen und gingen auf die Reise zu den für sie bestimmten Ansiedlungen.

 

Der ältere Sprössling schickte schon am nächsten Morgen einen Diener zu seinem Vater und ließ ihm sagen: “Vater, du kannst schon kommen und dir meine Spuren ansehen.” Als der alte König in dem Dorf ankam, sah er brennende Häuser und tote Menschen auf den Straßen liegen. Es gab nur Spuren der Verwüstung zu sehen.

 

Als der vereinbarte Monat vorüber war, kam der Vater in das Dorf des jüngeren Sohnes. Die Leute saßen am Marktplatz, Musik und Kinderlachen war zu hören. Der alte König entdeckte seinen Sohn inmitten von vielen Leuten. Die Ortsbewohner liefen auf den betagten Herrscher zu und erzählten ihm freudestrahlend wie sich der junge Prinz um sie bemüht hatte. Alle hatten diesen prominenten Gast von Herzen lieb gewonnen. Der jüngere Sohn hatte Spuren der Liebe und der Wertschätzung in den Herzen der Menschen hinterlassen. Nun wusste der alte König wer sein Nachfolger werden sollte.

 

Dieses Märchen aus Afrika soll uns eine Hilfe sein um das Leben von Herrn Knapp besser zu verstehen. Er war so wie dieser jüngere Sohn, der sich um die Menschen sorgte, mit denen er im Alltag seines Lebens zu tun hatte.

 

Franz wurde mitten im Zweiten Weltkrieg geboren. Sein erster Weg führte ihn 10 Tage nach seiner Geburt zum Sakrament der Taufe hier in unsere Pfarrkirche, die am 2. Dezember 1943 gefeiert wurde. Heute sind wir in unserem Gotteshaus beisammen um Franz auf seinem letzten Weg zu begleiten. Es liegen 82 Jahre dazwischen die von der Sorge um seine Familie und seinem Beruf als Bauarbeiter geprägt waren. Ein großer Tag seiner Kindheit war der 31. Mai 1955, denn da konnte er seine Firmung feiern.

 

Hier in dieser Kirche heiratete er am 16. Februar 1974 seine Frau Gertrude, seine Gertl wie er dich immer nannte. Über sein Leben wird ja noch in einer eigenen Ansprache berichtet.

 

Herr Knapp war mit vielen Talenten beschenkt. Als Handwerker war er überall ein gefragter Mann. Übrigens stammt dieser alltägliche Begriff Talent aus dem Matthäusevangelium. Es war damals eine Gewichtseinheit. Den Dienern wurden unterschiedliche Talenten Silbergeld anvertraut. (Mt 25, 14 ff.)

 

In Trauer aber auch in Dankbarkeit sind wir heute um die Urne von Herrn Franz Knapp versammelt. Wir alle tragen seine Spuren der Liebe und der Wertschätzung in unseren Herzen. Der dreifaltige Gott möge ihn nun mit der Freude des ewigen Lebens beschenken. Amen

 

Lesung: Jes 40, 6 – 8 Evangelium: Mt 25, 14 -17

Mo. 24.11.2025 Begräbnispredigt für Frau Hedwig Bruckner (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Trauerfamilien!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Urenkel und Ururenkel!

Geschätzte Verwandte, Patenkinder, Freunde, Bekannte und Nachbarn der Verstorbenen!

Liebe Mitglieder der Senioren von Wang!

Geschätzte Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst! Schwestern und Brüder in Christus!

 

Mutter Teresa von Kalkutta gab nur sehr selten Interviews. Sie fand die Reporter lästig und Fotos von ihr zu machen war ihr unangenehm. Einem italienischen Journalisten war es aber doch möglich diese großartige Persönlichkeit einige Tage begleiten zu dürfen.

 

Am Tag vor seiner Abreise nahm sich Mutter Teresa sogar eine Stunde Zeit um mit ihm ausführlich zu sprechen. Der Reporter fragte sie: „Mutter Teresa, haben sie eigentlich Angst vor dem Tod?“ Die kleine zierliche Ordensfrau schaute ihm einige Momente still in die Augen und stellte eine Gegenfrage: “Junger Mann, wo wohnen sie?” “In Mailand”, kam als Antwort. “Und wann kehren sie von Indien nach Italien zurück?” “Ich hoffe, dass ich heute Nacht noch abreisen kann. Ich freue mich auf meine Frau und meine zwei Kinder, die schon auf mich warten.”

 

Mutter Teresa war wieder ein paar Augenblicke ganz ruhig und dann sprach sie: “Wissen sie, wenn ich einmal sterbe, werde ich mich genau so freuen wie sie heute, denn ich weiß ich komme nach Hause. Ich werde Jesus begegnen und in Gottes ewigen Frieden geborgen sein. Ich werde im Paradies viele Menschen, die ich liebe, wieder sehen. Tausende sind in meinen Armen gestorben und sie alle warten auf mich. Welch eine Freude, ja welch ein Fest wird dies sein. So möchte ich ihnen einfach sagen: Ich erwarte freudig den Tag meines Todes, weil ich dann endlich nach Hause komme.” Der Reporter schloss sein Notizbuch und flog nachdenklich in seine Heimat zurück.

 

Ich erwarte freudig den Tag meines Todes, weil ich dann endlich nach Hause komme. Diesen starken Gedanken von Mutter Teresa möchte ich gerne in den Mittelpunkt dieser Begräbnispredigt stellen und ihn mit der Lebensgeschichte von Frau Bruckner verbinden.

 

Sie wurde am 22. Juli 1939 im Haus Windischberg in Brettl geboren. Sie war das sechste Kind ihrer Eltern Franziska und Franz Teufel. Einen Tage später konnte in der Pfarrkirche Gaming das Fest der Taufe gefeiert werden.

 

Als kleines Mädchen erlebte sie die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ein großer Tag ihrer Kindheit war der 1. Juni 1947, denn da konnte in Gresten ihre Erstkommunion gefeiert werden. Die Basilika am Sonntagberg ist ihre Firmungskirche.

 

Nach der Schulzeit in Gresten und dem Besuch einer Fortbildungsschule für die Arbeit in der Landwirtschaft war sie im Elternhaus beschäftigt. Sie lernte ihren Gatten Johannes Bruckner kennen, den sie hier in unserer Pfarrkirche von Steinakirchen am 23. April 1963 heiratete. Nun wurde das Haus Plankenlehen am Lonitzberg ihre neue Heimat. Dieser Hof ist durch die Hanglage mühsamer zu bewirtschaften als viele andere Betriebe in der Pfarre. Dr. Friedrich Schragl schreibt, dass euer Haus zum ersten Mal schon im Jahr 1347 urkundlich erwähnt wird. Das junge Ehepaar schenkte sechs Kindern das Leben. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch 15 Enkel und 21 Urenkel und 1 Ururenkel zur Familie.

 

Die Jahre vergingen in der Sorge um ihre große Familie und ihren landwirtschaftlichen Betrieb. Lesen, Stricken und sticken waren ihre Hobbies. Nach dem Tod ihres Gatten im Jahre 1999 machte sie den Führerschein um so auch selbständig unterwegs sein zu können.

 

Namens der Pfarrgemeinde danke ich ihr für die treue Mitfeier der heiligen Messe am Sonntag. Mit ihrer Tochter Marianne war sie da immer unterwegs. Frau Bruckner nahm auch an großen Wallfahrten teil. Sie führten sie nach Lourdes, Rom, ins Heilige Land und nach Medjugorje.

 

Die letzten Monate waren jetzt mühsam für Frau Bruckner. Ein Vergelts Gott allen die sie in dieser besonderen Zeit

gepflegt, betreut und besucht haben. . Nun ist sie im 87. Lebensjahr nach einem arbeitsreichen und sorgenvollen Leben – gestärkt mit den Sakramenten der Kirche – von Gott abberufen worden.

 

Ein Wort des Herrn ging nun in Erfüllung. “Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt, ich werde euch Ruhe verschaffen.” (Mt 11,29) Die Verbundenheit mit Jesus im Gebet schenkt inneren Frieden hier auf dieser Welt und wenn die Zeit dafür reif ist die ewige Ruhe. Diesen himmlischen Frieden wünschen wir ihr.

 

„Ich erwarte freudig den Tag meines Todes, weil ich dann endlich nach Hause komme“, so denkt Mutter Teresa über dieses große Geheimnis des Sterbens nach. In der Hoffnung, dass nun Frau Bruckner in der himmlischen Heimat geborgen ist, legen wir ihr langes Leben in die Hände Gottes. Amen

 

Lesung: Jes 40, 6 – 8 Ich habe dich in meine Hand geschrieben

Evangelium: Mt 11, 29 ff. Kommt alle zu mir die euch plagt

Mi. 12.11.2025 Begräbnispredigt für Manfred Dorninger (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Dorninger, liebe Rosemarie!

Liebe Kinder, Schwiegertochter und Enkel!

Geschätzte Geschwister, Verwandte, Patenkinder, Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte des Verstorbenen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Für meinen Dienst als Priester durfte ich nach meinem Theologiestudium sozusagen bei Pfarrer Franz Kronister in Purgstall in die Lehre gehen. Das ist jetzt schon viele Jahre her. In dieser Zeit man schrieb das Jahr 1996 wurde – wie vor zwei Jahren – die Purgstaller Pfarrkirche außen renoviert. Am Kirchturm musste das Turmkreuz neu vergoldet werden. Bei diesen Arbeiten nahm man das historische Turmkreuz herunter.

 

Nach alten kirchlichen Brauch werden in einer Turmkreuzkugel Dokumente und Münzen aus der Zeit der letzten Renovierung des Kreuzes verwahrt. Es war daher ein spannender Augenblick als diese schon sehr schadhafte Kugel aufgeschnitten wurde. Bei diesem historischen Moment durfte ich dabei sein. Es fanden sich zahlreiche Dokumente und kleine Gegenstände, die von den Leuten bei der letzten Renovierung dieses Kreuzes, die über 150 Jahre zurücklag, hinein gegeben wurden. Ein so ein kleines Dokument möchte ich vorlesen, denn diese Zeilen sind der Grund, warum ich dieses Erlebnis schildern wollte. Auf einem Zettel stand:

 

Juliana Gruber spendet diese Münze im 18. Jahr meines Zeltens auf dem Hause Nr. 5 im inneren Markt. Eine sehr interessante Formulierung: Im 18. Jahr meines Zeltens auf dem Haus Nr. 5. Wenn wir über diese Formulierung nachdenken, dann merken wir, dass diese Frau Recht hat. Wir zelten nur in unseren Häusern und Wohnungen. Einmal kommt der Tag wo wir alles zurücklassen müssen.

 

Dieser Zettel und diese Münze wurden wieder gut verwahrt. Mit allen anderen kleinen Dokumenten aus Renovierungsjahren vergangener Jahrhunderte und mit neuen Gegenständen aus dem Jahr 1996 kamen sie wieder hinauf in die neue Turmkreuzkugel von Purgstall.

 

Wir zelten nur in unseren Häusern und Wohnungen. Das wird uns immer neu bewusst, wenn wir so wie heute von einem lieben Menschen Abschied nehmen müssen.

 

Der hl. Paulus verwendet in seinen Briefen diesen Vergleich des Zeltes um auf die Vergänglichkeit unseres Lebens hinzuweisen. “Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtet ewiges Haus im Himmel.” (2 Kor 5, 1) Er hat das Leben der Schafhirten im Hinterkopf, die mit ihren Herden durch das Land ziehen und in einfachen Zelten übernachteten. Der heilige Paulus war ja von Beruf Zeltmacher.

 

Paulus beschreibt mit diesem Vergleich einen wichtigen Gedanken unseres christlichen Glaubens. Unser Leben ist einmalig. Unser Leben wird einmal an die Grenze des Todes gelangen. Dann wird das irdische Leben in das ewige Leben in der Herrlichkeit Gottes gewandelt. Als Evangelium für die Begräbnismesse hörten wir die ersten Verse des Johannesevangeliums, in der Fachsprache der Theologie Johannesprolog genannt. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. (Joh 1, 14) Ganz genau aus dem griechischen übersetzt heißt es: Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gezeltet. Wie schon mehrmals gesagt: Wir zelten sozusagen nur für gewisse Zeit in unseren Häusern und Wohnungen.

 

In Trauer nehmen wir heute von Herrn Manfred Dorninger Abschied. Er wurde am 13. Dezember 1970 im Krankenhaus Amstetten geboren. Seine Eltern hießen Rosa und Leopold Dorninger. Einer der ersten Wege seines Lebens führte ihn am Stephanitag 1970 in unsere Pfarrkirche zum Sakrament der Taufe. Heute sind wir in unserem Gotteshaus beisammen um ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Heute wie damals erhellt seine Taufkerze diese Stunde der Trauer und des Abschiedes.

 

 

 

Manfred war der jüngste von 5 Geschwistern. Hier in dieser Kirche konnte am 14. Mai 1983 seine Firmung gefeiert werden. Nach der Schulzeit erlernte er den Beruf eines Zimmerers bei der Firma Gruber in Blindenmarkt. Er war dann im landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern beschäftigt.

 

Manfred lernte seine zukünftige Frau Rosemarie kennen. Am 11. 11. Um 11.11 konnte 1994 die standesamtliche Hochzeit gefeiert werden. Am 12. April 1994 läuteten für die beiden in unserer Pfarrkirche die Hochzeitsglocken. Zwei Söhne erblickten das Licht der Welt. Heute gehören auch zwei Enkel zur Familie.

 

Manfred war vielseitig begabt und stellte seine Talente vielen Menschen zu Verfügung. Seine Stimme und sein Lachen waren einzigartig, denn unter Leuten fühlte sich sehr wohl. Leider begleiteten ihn seit rund 1 ½ Jahren große gesundheitliche Sorgen. Sein Aussehen veränderte sich. Es war für mich persönlich heuer im Sommer sehr erschütternd, dass ich ihn bei einer Begegnung nicht gleich erkannte. Erst als du mir lieber Rosemarie einen Hinweis gabst und als ich seine Stimme hörte, erkannte ich ihn, so wie die heilige Maria Magdalena den auferstandenen Herrn erst an seiner Stimme und nicht an seinem Aussehen erkennt.

 

Ein Vergelts Gott allen, die in dieser schweren Zeit Manfred betreut und besucht haben. Nun ist er wenige Wochen vor seinem 55. Geburtstag gestorben.

 

Wir zelten nur in unseren Häusern und Wohnungen, so wie Manfred fast 55 Jahre auf seinem Bauernhof in Oedt bei Edelbach. Dieser kleine Zettel in der Turmkreuzkugel von Purgstall beschreibt uns einen wichtigen Gedanken des Lebens. Unser christlicher Glaube denkt diesen Gedanken weiter: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von Menschenhand errichtetes ewiges Haus im Himmel. In diesem Vertrauen legen wir das kostbare Leben von Herrn Manfred Dorninger in die Hände Gottes. AMEN

 

Lesung: 2 Kor 5, 1 Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird

Evangelium: Joh 1, 14 – Und das Wort ist Fleisch geworden!