Fr. 136.1.2026 Begräbnispredigt für Herrn Hermann Hofmarcher (Pfarrer Hans Lagler)
Geschätzte Frau Hofmacher! Liebe Lisbeth!
Geschätzte Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Urenkel des Verstorbenen!
Liebe Verwandte, Bekannte, Patenkinder, Berufskollegen, Freunde und Nachbarn des Verstorbenen!
Geschätzte Ortsgemeinschaft von Wang!
Schwestern und Brüder in Christus!
“Leg alles still in Gottes ewge Hände, das Glück, das Leid, den Anfang und das Ende.”
Bei jedem Begräbnis berühren sich Himmel und Erde, denn wir blicken zugleich in zwei Richtungen. Wir schauen einerseits in Trauer und Dankbarkeit auf die bewegte Lebensgeschichte eines Menschen zurück und nehmen andererseits zugleich staunend wahr, dass uns im Tod das Leben gewandelt, aber nicht genommen wird.
In diese ewigen Hände Gottes legen wir heute Glück und Leid, den Anfang und das Ende von Herrn Hermann Hofmarcher. Er wurde am 16. Februar 1939 in Purgstall geboren. Mit zwei Brüdern und einer Schwester ist er aufgewachsen. Nach der Schulzeit erlernte er den Beruf eines Schneiders. Schön langsam kündigte sich ein radikaler Strukturwandel im Bereich der Mode an und er spürte er muss sich beruflich verändern. Der Heimatdichter Erich Stöger, der Buchabauer aus Winklarn bei Amstetten, besingt diese Entwicklung in einem Gstanzl.
Mir haum hiazt koan Schusta und koan Schneider nimm mehr,
drum hoin ma se Gwaund und Schuach va China heit her.
Hermann absolvierte das Bundesheer und entschied sich die Gendarmarieschule Mödling zu absolvieren. Er wurde dann dem Gendarmarieposten Steinakirchen zugeteilt. Herr Hofmarcher absolvierte im Laufe der Jahre verschiedene Fortbildungen und wurde zum Postenkommandanten von Steinakirchen ernannt. Mit Geradlinigkeit und Fleiß übte er diese Aufgabe aus und verschaffte sich so Respekt und zugleich
Wertschätzung bei der Bevölkerung.
Hermann lernte seine Lisbeth kennen. Am 20. Februar 1965 konnte Hochzeit gefeiert werden. Drei Kinder erblickten das Licht der Welt: Christian, Doris und Peter. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch 5 Enkel und zwei Urenkel zur Familie.
In der Waldsiedlung in Wang wurde ein gemeinsames Haus gebaut. Nachdem er 1999 in Pension ging, nahm er sich viel Zeit für seine Enkelkinder. Seine Frau Lisbeth war immer voller Pläne. Im Haus wurde vieles erneuert und der Garten erhielt eine neue Gestaltung. So vergingen die Jahre und Jahrzehnte. Viele glückliche Stunden hatte Hermann mit der Wanger Geburtstagsrunde erlebt.
Namens der Pfarre bedanke ich mich bei Hermann für die treue Mitfeier der heiligen Messen in Wang und in Steinakirchen. Persönlich sage ich auch ein Vergelts Gott für die Gastfreundschaft, die ich immer wieder in eurem Haus erleben durfte.
Rund um seinen 80. Geburtstag stellte sich eine Demenzerkrankung ein. Anfangs konnte sie Hermann noch geschickt verbergen, aber mit der Zeit wurde sein Leiden immer ausgeprägter.
Drei Jahre meines Lebens durfte ich als Kaplan in Zwettl verbringen. Die Waldviertler haben manche eigene Wörter, die ich als geborener Pielachtaler nicht kannte. Eines davon möchte ich jetzt gerne erwähnen. Sie sagen wenn sie für einen kranken Menschen sorgen: de Treu toa, die Treue tun. Eine großartige Formulierung. Lisbeth du hast deinem Mann „die Treue getan“ und dies war dich in letzten Jahren sehr herausfordernd.
In den letzten Monaten verschlechterte sich der Gesundheitszustand von Herrn Hofmarcher und so wurde eine Übersiedlung in das Pflegeheim Scheibbs notwendig. Gestärkt mit den Sakramenten der Kirche ist er nun im 87. Lebensjahr von Gott abberufen worden.
Leg alles still in Gottes ewge Hände, das Leid das Glück, den Anfang und das Ende. Amen
Lesung: Röm 10, 9 – 13 Evangelium: Joh 16, 21 – 23

