Mo. 18.05.2026 Begräbnispredigt für Frau Christine Hintersteiner (Kaplan Renjith)

Liebe Trauerfamilie!

Liebe Verwandte, Patenkinder. Nachbarn, Freunde und Bekannte der Verstorbenen!

Geschätzte Mitglieder der Senioren von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Als der Apostel Paulus alt geworden war, blickte er in Dankbarkeit auf sein langes Leben zurück. In dieser Haltung schreibt er seinem Schüler Thimotheus folgenden Gedanken: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.“

Wir sind heute in unserer Pfarrkirche zusammengekommen, um Abschied von Frau Christine Hintersteiner zu nehmen. Wir sind traurig, aber wir danken Gott für ihr langes Leben.

Als Kind erlebte sie die schweren Zeiten des Zweiten Weltkriegs. damals gab es Angst, Hunger und viele Schwierigkeiten. Das Leben war nicht leicht. Doch diese Erfahrungen machten sie stark, mutig und dankbar für die kleinen Dinge im Leben.

Mit ihrem Gatten führte sie viele Jahre die Landwirtschaft. Vor drei Jahren verlor sie ihren geliebten Ehemann. Dieser Verlust war schwer für sie. Doch sie blieb stark und ging ihren Weg weiter mit Geduld und Glauben.

Besonders wichtig war ihr ihre Familie: ihre zwei Töchter und ihre Enkelkinder. Ihre Liebe, ihre Fürsorge und ihre Stärke werden in den Herzen ihrer Kinder und Enkelkinder weiterleben.

Sehr gerne möchte ich im Blick auf die lange Lebensgeschichte die Gedanken des Apostel Paulus in den Mittelpunkt stellen.

 

„Ich habe den guten Kampf gekämpft.“

Sie kämpfte nicht gegen Menschen, sondern gegen schwere Zeiten, gegen Sorgen. Gerade im Alter hatte sie große gesundheitliche Herausforderungen zu bewältigen.

 

„Ich habe den Lauf vollendet.“

Jeder Mensch hat seinen Weg im Leben. Der Lebenslauf von Frau Hintersteiner ist nun in Gott vollendet.

Sie pflegte gerne Kontakte und liebte es mit ihren Nachbarn Karten zu spielen. Sie freute sich über Gemeinschaft und Freundschaft. Sie war eine Frau, die einfache Dinge schätzte.

 

„Ich habe den Glauben bewahrt.“

Frau Hintersteiner zeigte ihren Glauben nicht nur mit Worten, sondern durch ihr Leben. Gerne feierte sie an Sonntagen die heilige Messe in der Pfarrkirche mit.

 

Heute nehmen wir von ihr Abschied. Wir behalten die schönen Erinnerungen in unseren Herzen. Wir danken Gott für ihr langes Leben und für alles Gute, das sie getan hat.

Liebe Trauerfamilie! Gott sieht euren Schmerz und eure Trauer aber auch eure Dankbarkeit. Möge er euch Trost, Kraft und Frieden schenken.

Amen.

 

Bibeltext: 1 Tim 4,7

Mo. 11.05.2026 Begräbnispredigt für Frau Maria Aigner (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel!

Liebe Verwandte, Patenkinder, Nachbarn, Freunde und Bekannte der Verstorbenen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Mit zwei tiefsinnigen Fragen beginnt eines der beliebtesten Lieder für die heilige Messe: Wohin soll ich mich wenden wenn Gram und Schmerz mich drücken? Wem künd ich mein Entzücken, wenn freudig pocht mein Herz?

 

Unser Leben bringt im Laufe der Jahre beides. Wir erfahren Trauer und Schmerz genauso wie Glück und Freude. Werden diese Höhen und Tiefen des Lebens mit dem christlichen Glauben in Berührung gebracht, so erhalten sie einen neuen Sinn. Diese Hoffnung entnehmen wir der heiligen Schrift. Der Apostel Paulus gibt uns einen wichtigen Gedanken mit auf dem Weg: Leben wir so leben wir dem Herrn, sterben wir so sterben wir dem Herrn. Ob wir leben oder ob wir sterben wir gehören Gott dem Herrn. (Röm 14, 7) Diese Haltung beschreibt ein religiöses Urvertrauen welches unseren Alltag prägen darf.

 

Wir sind heute beisammen um das lange Leben von Frau Maria Aigner in die Hände Gottes zu legen. Entzücken und Freude, Gram und Schmerz ihrer fast 93 Lebensjahre bringen wir mit.

 

Sie wurde am 2. Dezember 1933 am Haus Lehen in der Zehetgrub geboren. Der erste Weg seines Lebens führte sie drei Tage später am 5. Dezember zum Sakrament der Taufe hier in unsere Pfarrkirche, das sie aus der Hand des damaligen Pfarrers Dechant Ignaz Trimmel empfing. Ihr Taufpriester schrieb im Taufbuch zum Vornamen Maria auch den Begriff Immaculata dazu. Das heißt der Marienfeiertag 8. Dezember wurde so als Namenstag festgelegt.

 

Heute sind wir in unserem Gotteshaus versammelt um Frau Aigner auf ihrem letzten Weg zu begleiten.

Ein großer Tag ihrer Kindheit war der 10. Juni 1943, denn da erhielt sie mitten in der Kriegszeit in Wien das Sakrament der Firmung. Hier in dieser Kirche konnte am 19.11. 1956 Hochzeit gefeiert werden. Sie schenkte vier Kindern das Leben. Leider ist Sohn Rupert tödlich verunglückt. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch 6 Enkel und ein Urenkerl zu Familie.

 

 

Wohin soll ich mich wenden wenn Gram und Schmerz mich drücken? Wem künd ich mein Entzücken wenn freudig pocht mein Herz? Diese zwei Fragen erhalten eine Antwort, die zugleich eine Zielrichtung angibt: Zu dir zu dir o Vater komm ich Freud und Leiden.

 

Mit all dem was uns Menschen bewegt, dürfen wir zu Gott kommen und vor seiner Gegenwart ausbreiten. Jesus lädt uns dazu ein: Kommt alle zu mir die ihr geplagt und beladen sein. Ich werde euch Ruhe verschaffen. (Mt 11, 28) Da sind die Alltäglichkeiten unseres Lebens. Da ist unser Eingespannt-sein in die verschiedensten Aufgaben und Ansprüchen, die an uns alle gerichtet sind. Da ist unser Dank, der unser Herz für Gott öffnet. Jesus möchte uns in unserem irdischen Leben immer wieder neu eine innere Zufriedenheit schenken, die in der Herrlichkeit des Himmels ihre höchste Erfüllung finden wird.

 

Gerade im Alter konnte man Frau Aigner eine große Freude bereiten, wenn man ihr Zeit schenkte. Der Besuch der Familie und das Karten spielen brachten ihre Augen zum Leuchten. Persönlich schätzte ich den Humor und ihre Art und Weise Ereignisse der Gegenwart zu kommentieren. Da traf sie oft den Nagel auf den Kopf.

 

 

Wir nehmen heute Abschied von Frau Aigner. Alles was sie durch die Jahrzehnte bewegte; Gram, Schmerz und Freude ihrer fast 93 Jahre Lebenszeit wollen wir der Güte und Barmherzigkeit Gottes anvertrauen. Amen

Lesung: Röm 3, 6 – 9 Evangelium: Mt 11, 28 – 30

Do. 30.04.2026 Begräbnispredigt für Frau Nadine Benisek (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Eltern und Geschwister von Nadine!

Geschätzte Großeltern, Verwandte, Freunde, Bekannte, Nachbarn und Schulfreude!

Liebe Trauergäste aus den Häusern wo Nadine begleitet und betreut wurde!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

In der Bibel, dem Buch der Bücher, wird auf vielen Seiten über das Leben nachgedacht. Der Prophet Ijob gilt als einer der das Leben so wie Nadine von seinen Schattenseiten kennenlernen musste. Innerhalb weniger Stunden verliert er seine Söhne und Töchter, seinen Besitz und seine Gesundheit. In kurzen Abständen kommt immer ein Diener und erzählt eine tragische Information nach der anderen. Die Bezeichnung einer Unglücksnachricht als Hiobsbotschaft hat da ihren Ursprung.

 

Sie liebe Familie Formanek mussten in den letzten Jahren viele traurige Stunden erleben. Die Sorge um Nadine prägte euer Leben. Immer wieder gab es Nachrichten über sie die euch ratlos machten; lauter Hiobsbotschaften, die nur sehr schwer zu verkraften waren.

 

Nadine wurde am 29. Oktober 2003 in Wien geboren. In der Bundeshauptstadt erhielt sie am 19. September 2004 in der Pfarrkirche Wien-Namen Jesu das Sakrament der Taufe. Ihre Taufkerze leuchtet am Altar.

 

Mit ihrer Mama kam sie im Alter von rund 6 Jahren nach Wang. Nadine feierte als Kind mit ihren Urgroßeltern Franziska und Anton Karlinger sehr oft die erste Messe am Sonntag mit. Sie saß in der zweiten Reihe und winkte mir voll Freude zu wenn wir uns sahen. Hier in dieser Kirche hat Nadine zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen.

 

 

 

Mit großer Freude denke ich an eine gemeinsame Jause im Mayerhof in Wang zurück. Nadine setzte sich bei einem Fest zu mir und wir aßen gemeinsam ein belegtes Brot. Es hat ihr so geschmeckt, dass ich gleich ein zweites bestellte.

 

Einige Zeit lebte sie auch in Wieselburg. Der Tod des Wiener Opas machte Nadine damals sehr traurig.

 

Im Alter von 13 Jahren zeigte sich bei Nadine eine Erkrankung die sich immer mehr verschlimmerte. Das war für euch liebe Trauerfamilie eine gewaltige Hiobsbotschaft. Das Mädchen wurde in verschiedenen Orten gut begleitet, da denke ich an die Zeit in Mauer, in Hinterbrühl, in St. Peter in der Au oder jetzt in Opponitz Therapie „Flussufer“.

 

Am 19. April erreichte uns die nächste Hiobsbotschaft. Nadine ist nicht mehr am Leben. Ihr plötzlicher Tod macht uns alle betroffen. Nun ist sie von ihrer Krankheit befreit und ihre Seele kehrt heim zu Gott. Ich vertraue darauf, dass Gott der Herr ihr nun diesen Frieden geschenkt hat, den sie auf Erden für sich nicht finden konnte.

 

Eine Hiobsbotschaft war es für uns alle, als wir vom plötzlichen Tod von Nadine erfuhren. In österlicher Hoffnung feiern wir jetzt für sie die heilige Messe, denn sie hat nun den Frieden gefunden, den sie in den letzten Jahren intensiv gesucht hat. Diese Sichtweise soll uns in dieser schweren Stunde des Abschieds ein Trost sein. Amen

 

Lesung: Ijob 1,13-22 Evangelium: Joh 10, 27 – 30

Fr. 10.04.2026 Begräbnispredigt für Herrn Otto Willi Reich (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Trauerfamilien!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Urenkel, Patenkinder, Verwandte, Nachbarn und Bekannte des Verstorbenen!

Liebe Mitglieder des Kameradschaftsbundes Steinakirchen und Jagdkollegen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Gerade bei einem Begräbnis helfen uns Zeichen und Symbole mit der Herausforderung des Todes zurechtzukommen. Der Ablauf eines Requiems bietet uns Gelegenheit, bewusst von einem Menschen Abschied nehmen zu können.

 

Da sind die Blumen und die Kränze. Blumen sind Zeichen der Liebe und der Wertschätzung, doch wie die Blumen verblühen, so verblüht auch unser Leben. Vom christlichen Glauben her gesehen ist der Kranz ein Symbol für das ewige Leben. Der Siegeskranz – für die Überwindung von Leid und Tod.

 

Da leuchtet die Osterkerze. Sie ist Zeichen des ewigen Lebens und verbreitet still ihr Licht im Glauben an die Auferstehung von Jesus am Ostermorgen. Sie weist uns hin auf das Licht des ewigen Ostertages. Wenn wir das Jahr über Kerzen an unseren Gräbern anzünden, dann ist das ein Bekenntnis zu Christus, dem ewigen Osterlicht. Das ewige Licht leuchte dir, denn Jesus ist die Auferstehung und das Leben. Das Begräbnis von Herrn Reich ist das erste Requiem wo diese neue Kerze leuchtet.

 

Mit Weihwasser segnen wir die Urne von Herrn Reich. Das ist ein wunderschönes Segenszeichen. Dieses geweihte Wasser erinnert uns an die Taufe. Mit diesem Zeichen sagen wir dem Verstorbenen: Du bist getauft. Gott hat dir seine Freundschaft für immer zugesagt. Er vollendet an dir, was er in der Taufe begonnen hat.

 

In Trauer aber auch in Dankbarkeit wollen wir heute von Herrn Ingenieur Otto Willi Reich Abschied nehmen. Er wurde am 26. April 1945 im Elternhaus seiner Mutter, dem Bauernhof Kerschbaum in der Pfarre Lackenhof geboren. Sein Vater Willi war noch im Krieg.

 

Otto wurde nach evangelischem Ritus am 25. Februar 1946 im Rahmen einer Haustaufe in Götzwang getauft. Er erhielt die Vornamen Otto Willi Johann. Mit seinen Schwestern Herta und Elisabeth ist er aufgewachsen.

 

Als Schulkind trat er zur katholischen Kirche über. Am 21. 5. 1958 konnte er hier in dieser Kirche seine Firmung feiern. Nach der schulischen Ausbildung an der HTL in Waidhofen arbeitete er bei der Vöest. In jungen Jahren heiratete er und Otto wurde Vater der Kinder Claudia, Doris und Heidelinde.

 

Er war vielseitig begabt. Seine Kontaktfreudigkeit und sein Fachwissen brachten es mit sich, dass er ein sehr erfolgreicher Versicherungsmakler wurde, der diesen Beruf bis zum 70. Lebensjahr ausübte.

 

Herr Reich war ein guter Tänzer, ein aktiver Fußballer, begeisterter Schifahrer und ein passionierter Jäger. Gerne ging er auch auf Reisen und er erzählte immer wieder von seinen Erlebnissen.

 

Diese Lebendigkeit zeigte sich auch in seinem Lebensstil. Er hat drei Mal Haus gebaut und mehrmals geheiratet. Im Laufe der Jahre wurde die Familie mit den Kindern Philipp und Dina immer größer. Es stellten sich auch neun Enkelkinder und acht Urenkel ein.

 

Der Kameradschaftsbund Steinakirchen bedankt sich bei Herrn Reich für die jahrzehntelange Mitgliedschaft. Schon mit 21 Jahren trat er dem Verein bei. Diese lange Verbindung wurde durch verschiedene Auszeichnungen bekräftigt.

 

Ein schwerer Schiunfall veränderte 2010 sein Leben. Im Laufe der Jahre machte sich eine Demenzerkrankung immer mehr bemerkbar und weitere gesundheitliche Sorgen stellten sich ein. Ein Vergelts Gott allen die ihm in Zeiten der Krankheit unterstützt, gepflegt, betreut und besucht haben. Nun ist Herr Reich im 81. Lebensjahr gestorben.

 

Viele Zeichen und Symbole begleiten uns bei einem Begräbnis. Die Blumen, das Licht der Osterkerze, das Weihwasser und die Erde verdeutlichen unsere christliche Hoffnung auf das ewige Leben. In diesem Vertrauen legen wir das bewegte Leben von Herrn Reich in die Hände Gottes. Amen

Lesung: Ps 23

Evangelium: Mt 11,28

Do. 26.03.2026 Begräbnispredigt für Frau Hermine Kaltenbrunner (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Trauerfamilien!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Urenkel und Ururenkel!

Liebe Verwandte, Patenkinder, Bekannte und Nachbarn!

Geschätzte Mitglieder der Senioren Wang und der Gebetsgemeinschaft der Legion Mariens von Steinakirchen!

Liebes Team der Caritas Betreuen und Pflege zuhause!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Bei einer Jugendstunde in meinem Heimatort Ober-Grafendorf kam es zu einem Gespräch über die Mitfeier der heiligen Messe am Sonntag. Ich war damals so 16 Jahre alt. Es ergab sich eine lebhafte Diskussion mit unserem damaligen Kaplan warum ein Christ sonntags in die Kirche geht oder auch nicht. Ein junges Mädchen erklärte warum sie nicht gerne die heilige Messe besucht. Sie sagte: “Mich erinnert unser Gotteshaus immer an den Tod.” Da stellte der Herr Kaplan eine Gegenfrage: “Und wann siehst du unsere Kirche von innen? “Eigentlich nur bei Begräbnissen” war die Antwort.

 

Für Menschen, die nur bei Begräbnissen an einem Gottesdienst teilnehmen, mag diese Sicht auf den ersten Blick stimmen. Unsere Kirchen möchten aber viel mehr sein als Orte des Todes. Sie laden ein im Vertrauen auf Gott Freud und Leid des Lebens zu feiern. Frau Kaltenbrunner sagt es uns dies mit einem Gedanken auf ihrem Andenkenbildchen: Ich durfte lange leben. Ich habe gerne gelebt. Jetzt gehe ich heim zu Gott auf den ich in meinem Leben vertraut habe.

 

Wenn wir heute von Frau Kaltenbrunner Abschied nehmen müssen, dann schauen wir in Trauer und Dankbarkeit auf ihr sehr langes Leben zurück und sind voller Hoffnung, dass sie nun in der Ewigkeit Gottes ihr Ziel erreicht hat.

 

Wir tun dies an einem Ort des Lebens; hier in unserer Pfarrkirche wo wir so oft das Leben feiern, das irdisch-vergänglich und das ewige-unvergängliche. Die Mitfeier der heiligen Messen in diesem Gotteshaus war ihr ja ein großes Anliegen.

 

Frau Hermine Kaltenbrunner wurde am 1. Oktober 1927 in Haus Hub im Obersöllingerwald geboren. Der erste Weg ihres Lebens führte sie am gleichen Tag zum Sakrament der Taufe in die Pfarrkirche Purgstall. Heute sind wir beisammen um sie in unserem Gotteshaus auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Es liegen fast 99 Jahre dazwischen die von der Sorge um ihre große Familie und der Arbeit in der Landwirtschaft geprägt waren.

 

Sie ging in Robitzboden in die Schule und ist bei den Großeltern aufgewachsen. Ihre Mutter heiratete in das Haus Berg, als sie 11 Jahre alt war. Ein großer Tag ihrer Kindheit war der 13. Mai 1936, denn da erhielt sie das Sakrament der Firmung. Die Arbeit in der Landwirtschaft war ihr von Kindesbeinen an vertraut. Als junges Mädchen erlebte sie die schwere Zeit des Zweiten Weltkrieges.

 

Sie lernte Herrn Anton Kaltenbrunner aus Nebetenberg kennen. Am 27. Mai 1947 konnte hier in dieser Kirche Hochzeit gefeiert werden. Nun wurde das Haus Schlottbauer in Pyhrafeld ihr neues Zuhause. Eine große Familie verdankt Frau Kaltenbrunner das Leben. So trauern heute um sie 7 Kinder, 7 Schwiegerkinder, 19 Enkelkinder, 44 Urenkel und 5 Ururenkel. Die Familie wurde so zahlreich wie die Sterne am Himmel oder wie der Sand am Meer. (Gen 17)

 

Die Arbeit in der Landwirtschaft prägte viele Jahre ihren Alltag. Mit großen Interesse verfolgte sie die Entwicklung ihr Kinder und Enkel und Urenkel und freute sich über Besuche. Im Alter wurde ihr der Rückhalt im Glauben besonders wichtig. Gerne traf sie auch ihre vier Halbgeschwister.

Viel Freude erlebte sie beim Karten spielen. Wenn sie da jemand ein Bummerl anhängen konnte, lachte ihr Herz.

 

2018 erlitt sie einen Oberschenkelhalsbruch. Nun war sie im Gehen sehr eingeschränkt. Im Rollstuhl war sie aber viel unterwegs und half sogar bei kleinen Arbeiten im Haushalt mit. Ein Vergelts Gott der Familie am Haus und besonders dir Grete für eure treue Sorge um die Mama und Oma.

 

Wenn wir heute von Frau Kaltenbrunner Abschied nehmen müssen, dann gilt zugleich ein Wort des heiligen Augustinus: Seht nicht so sehr auf das Leben, das ich beende, schaut vielmehr auf das Leben das ich mit dem Tod beginne.

 

Die Pfarrkirche von Steinakirchen ist heute auf den ersten Blick ein Ort des Todes, denn ein Sarg steht in der Mitte. Wer aber tiefer zu blicken vermag, erkennt, dass wir das Leben feiern. Wir schauen auf das lange Leben von Frau Kaltenbrunner zurück und vertrauen sie nun endgültig der Liebe und Barmherzigkeit Gottes an. Der Auferstandene hat sie beim Namen gerufen. Gott möge sie von allen dunklen Seiten ihres Lebens befreien und sie nun mit der Freude des ewigen Lebens beschenken. Amen

Lesung: Gen 17 Evangelium: Joh 20, 1 – 18

Fr. 06.03.2026 Begräbnispredigt für Herrn Hubert KARL (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau KARL! Liebe Marianne!

Geschätzte Trauerfamilien!

Liebe Geschwister, Verwandte, Patenkinder, Bekannte, Arbeitskollegen, Freunde und Nachbarn des Verstorbenen!

Geschätzte Mitglieder der Sportunion Wang, des Gemeinderates und der Senioren von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Die größte Kostbarkeit die wir Menschen besitzen, das ist unser Leben. Im Blick auf den Verlust dieses wertvollen Schatzes bleibt alles andere bedeutungslos. Ein nagelneues Auto, ein wunderschönes Haus, eine gut bezahlte Anstellung, ein Millionengewinn beim Lotto und vieles mehr sind wertlos gegenüber dem Geheimnis des Lebens. Jesus bringt diesen Gedanken in folgender Weise zur Sprache: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber dabei sein Leben verliert?“ Um welchen Preis kann ein Mensch sein Leben zurückkaufen? Lk 9,25) Diese zwei Fragen machen uns nachdenklich.

 

Mit einem schlichten aber zugleich eindrucksvollen Zeichen wurde vor rund 14 Tagen am Aschermittwoch die Fastenzeit begonnen. Wer sich mit dem Aschenkreuz bezeichnen lässt, dem wird zugesagt: Bedenke, o Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst. Wenn heute die Urne mit all den was an Herrn KARL in unserer Mitte steht, werden wir daran erinnert. Da werden wir auf die Vergänglichkeit unseres irdischen Lebens aufmerksam gemacht und können erfahren: Die größte Kostbarkeit die wir Menschen besitzen das ist unser Leben.

 

Blicken wir gemeinsam auf das Leben des Verstorbenen zurück. Herr KARL wurde am 6. September 1944 in Oberndorf geboren; dort ist er auch aufgewachsen. Er hatte 10 Halbgeschwister mit denen er jedoch erst in späteren Jahren wieder neu Kontakt hatte. Hubert erlernte den Beruf eines Fleischhauers. Er lernte seine Gattin Maria kennen. Die beiden schenkten einer großen Familie das Leben. Die beiden kauften in Wang ein Haus und bauten es großzügig um. Hubert absolvierte die Polierschule und arbeitete dann 35 Jahre bei der Firma Zwettler im Tiefbau.

 

Leider starb seine erste Frau viel zu früh mit 45 Jahren. Hubert war in dieser schweren Zeit besonders für seine Kinder da und half jedem beim Hausbau. Er lernte dann seine zweite Frau Marianne kennen, die einen Sohn in die Ehe mitbrachte. 1994 konnte Hochzeit gefeiert werden.

 

Das Leben von Hubert war sehr vielfältig. Neben der Sorge um seine große Familie und seinem Beruf als Baupolier brachte er seine Talente im Stockschützenverein, in den Gemeinderat und in die Senioren von Wang ein. Vergelts Gott dafür. Wir werden darüber noch in Ansprachen hören.

 

Privat verbrachte er viel Zeit im Garten und mit seinen Schildkröten. Hier war er ein Experte und zu jedem Tier hatte er eine Geschichte und eine persönliche Beziehung.

 

In den letzten Jahren machten ihm gesundheitliche Sorgen das Leben schwer. Herzlichen Dank die ihn in dieser herausfordernden Zeit begleitet, besucht und betreut haben. Nun ist er gestärkt mit den Sakramenten der Kirche im 82. Lebensjahr von Gott abberufen worden.

 

Im christlichen Denken ist die Schildkröte ein Symbol für das ewige Leben. Die Menschen früherer Generationen dachten dieses Tier stirbt nicht.

 

 

Bedenke oh Mensch, dass du Staub bist, und zum Staub der Erde zurückkehrst, so hieß es am Aschermittwoch. Diesen Satz spricht Hubert heute du zu und mir. All das was an Herrn KARL sterblich ist, hat in dieser kleinen Urne Platz hat. Das macht uns alle nachdenklich.

 

Am Aschermittwoch wird uns im Aschenkreuz die Vergänglichkeit unseres Lebens vor Augen geführt. Die Asche wird aber im Zeichen des Kreuzes auf die Stirn gezeichnet. Das Kreuz ist das Siegeszeichen über den Tod. Jesus hat den Tod besiegt. Er ist auferstanden. Halleluja Jesus lebt, so lautet die Osterbotschaft.

 

Wir werden in wenigen Wochen dieses größte Fest unseres Glaubens wieder feiern. Wir sind für die Auferstehung bestimmt. Die Kostbarkeit unseres irdischen Lebens wird einmal hineinverwandelt in das ewige Leben. Wir tragen dieses ewige Leben schon jetzt in uns. Schon bei unserer Taufe wurden wir darauf aufmerksam gemacht. Diese Haltung gilt es Tag für Tag einzuüben.

 

Christ-sein ist nämlich viel mehr als eine Stunde am Sonntag in der Kirche zu verbringen. Christ-sein ist eine Lebenshaltung mit einem besonderen Blick auf den dreifaltigen Gott und auf Menschen in seelischer oder materieller Not. Christ-sein ist eine Hoffnung, welche die Macht des Todes nicht zerreißen kann.

 

Damit wir diese Gedanken im Alltag umsetzen können, erhalten wir Kraft durch eine lebendige Gottesbeziehung und den Empfang der Sakramente.

 

Bedenk o Mensch, dass du Staub bist und zum Staub der Erde zurückkehrst! Mit diesem Gedanken wurde zu Beginn der Fastenzeit das Aschenkreuz gespendet. Dieser Spruch macht uns deutlich wie kostbar das Geheimnis des Lebens für uns alle ist.

 

Diese Worte sind für Herrn KARL zur Lebenswirklichkeit geworden. Sein irdisch-vergängliches Leben wurde in das ewige-unvergängliche Leben verwandelt. Gott nehme ihn nun auf in sein Reich des Lichtes und des Friedens. Amen

Lesung: 1 Kor 15, 54 – 57 (zweite Lesung Maria Himmelfahrt)

Evangelium: Lk 9, 22 – 25 (Donnerstag nach Aschermittwoch)

Mi. 04.03.2026 Begräbnispredigt für Herrn Anton Scholler (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Söhne des Verstorbenen Erich und Herbert!

Geschätzte Lebensgefährtin von Erich!

Liebe Geschwister, Verwandte, Patenkinder, Nachbarn, Freunde, Arbeitskollegen, Schulkameraden und Bekannte von Herrn Scholler!

Geschätzte Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Pyhrafeld und Abordnungen von Feuerwehren aus dem Pfarrgebiet und darüber hinaus.

Liebe Mitglieder des Gemeinderates von Wang und der Senioren Wang!

Hochwürdiger Herr Kaplan!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Vor einigen Jahren gab es in meinem Bekanntenkreis ein auf den ersten Blick ganz harmloses Gespräch. Es fand in St. Pölten die Dechantenkonferenz statt. Ein Angestellter unserer Diözese war auf dem Weg zu dieser wichtigen Besprechung und sagte zu seinem Arbeitskollegen, der ebenfalls dort dabei sein sollte: „Ich gehe dir voraus, komm du bitte später nach.“

 

Beim Hingehen zu dieser Konferenz erlitt dieser Mann leider einen sehr schweren Herzinfarkt, den er nicht überlebte. Auf einmal erhielt sein letztes Wort einen ganz anderen Sinn: „Ich gehe dir voraus, komm du bitte später nach.“

 

Obwohl wir alle wussten, dass es Herrn Anton Scholler, dem Toni nicht mehr so gut ging, waren wir doch alle überrascht, als wir die Nachricht erhielten, dass er gestorben sei. Sein plötzlicher Tod ist zugleich eine Herausforderung, denn auf einmal erhalten unscheinbare Begegnungen, Besuche und Gespräche von einer Sekunde auf die andere einen kostbaren Wert. Es war der letzte Gruß, der allerletzte Kontakt zu ihm. Ich möchte dem Verstorbenen das Wort meines Bekannten in den Mund legen „Ich gehe euch voraus, komm ihr bitte später nach.“

 

Toni wurde mitten in der Kriegszeit am 28. März 1941 in Perwarth geboren. Seine Eltern hießen Anna und Leopold Scholler. Drei Tage nach seiner Geburt erhielt er in der Pfarrkirche Randegg das Sakrament der Taufe. Sein Vater fiel ihm Krieg. Seine Mutter heiratete Herrn Josef Raab vom Haus Edtbauer am Reidlingberg. Ein großer Tag seiner Kindheit war der 20. Juni 1953, denn da konnte in Melk die Firmung gefeiert werden.

 

Durch die Geburt von zehn weiteren Geschwistern war Toni schon als Kind und Jugendlicher sehr gefordert, denn seine Arbeitskraft wurde am Bauernhof dringend gebraucht. Anton lernte seine Gattin Maria kennen, die er am 11. November 1967 hier in unserer Pfarrkirche heiratete. Zwei Söhne erblickten das Licht der Welt: Erich und Herbert.

 

Viele Jahre war Herr Scholler beim Güterwegebau beschäftigt. Zu unzähligen bäuerlichen Betrieben hat er eine neue Zufahrt möglich gemacht. Mit seiner Walze konnte er einen Vers der Bibel in die Tat umsetzen. Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Straßen. Jeder Berg soll sich senken und was hügelig ist werde eben. (Jes 40 5)

 

Daheim wurden das Haus und der landwirtschaftliche Betrieb neu errichtet. Seine kräftigen Hände und seine vielfältigen Talente machten dies alles möglich. Neben dem Alltag in Beruf und Familie war Herr Scholler bei der Feuerwehr Pyhrafeld und im Gemeinderat von Wang aktiv.

 

Namens der Pfarre danke ich ihm für die treue Mitfeier der heiligen Messen in unserer Pfarrkirche. Der Sonntag war ihm heilig, denn nach dem Gottesdienst spielte er sehr gerne Karten und suchte das Gespräch mit Freunden und Bekannten.

 

2007 erlitt seine Gattin Maria einen Herzstillstand. Anton betreute seine Frau 12 Jahre lang mit Liebe und Fürsorge. In dieser Zeit lernte er kochen und backen. Er suchte in Kochbüchern nach neuen Rezepten und sorgte so für seine Söhne und die Lebensgefährtin von Erich Hilde.

 

Sein Sohn Herbert übernahm den Hof und war dankbar, dass ihm sein Vater bis zur letzten Stunde mit Rat und Tat zur Seite stand.

 

In den letzten Jahren ließen die Kräfte von Herrn Scholler immer mehr nach. Trotz aller Einschränkungen blieb sein Geist wach, sein Humor lebendig und die Liebe zu seiner Familie vertiefte sich immer mehr.

 

Die letzten Monate seines Lebens verbrachte er im Spital und dann

im Pflegeheim Scheibbs. Nun ist er gestärkt mit den Sakramenten der Kirche wenige Wochen vor seinem 85. Geburtstag von Gott abberufen worden.

 

In dieser Abschiedsstunde möchte ich uns allen einen Gedanken des heiligen Hieronymus mitgeben. Er schreibt schon vor über 1600 Jahren im Blick auf unsere Verstorbenen: „Wir sollen nicht nur trauern, dass wir die Toten verloren haben, sondern dankbar sein, dass wir sie gehabt haben, ja jetzt noch besitzen. Wer heimkehrt zum Herrn bleibt in der Gemeinschaft der Gottesfamilie und ist uns nur vorausgegangen.“

 

Die Botschaft unseres Herrn Jesus Christus ist die Grundlage für diese Sichtweise. Bei einem Gespräch innerhalb der 12 Apostel spricht er diese Vorstellung an. Er geht damit er uns eine himmlische Wohnung vorbereiten kann. Der Apostel Thomas versteht dies nicht uns fragt nach: Herr wir wissen nicht wohin du gehst, wie sollen wir dann den Weg kennen? Der Messias gibt zur Antwort: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, außer durch mich. (Joh 14, 6)

 

In stiller Trauer aber auch in großer Dankbarkeit müssen wir heute von Herrn Anton Scholler Abschied nehmen. Sein Tod macht uns allen bewusst wie zerbrechlich unser irdisches Leben ist. Ein einfacher Satz soll uns trösten: „Ich gehe dir voraus, komm du später nach.“ Amen

Lesung: Jes 40, 3 – 7 Evangelium: Joh 14, 1 – 6

Do. 26.02.2026 Begräbnispredigt für Herrn Anton Wurzer (Pfarrer Hans Lagler)

Thema: Mein Lebenswerk es ist zu Ende.

 

Geschätzte Frau Wurzer!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel!

Geschätzte Verwandte, Patenkinder, Nachbarn, Freunde und Bekannte des Verstorbenen!

Liebe Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Zarnsdorf und Abordnungen der Nachbarfeuerwehren aus dem Pfarrgebiet und darüber hinaus!

Geschätzte Ortsgemeinschaft von Zarnsdorf!

Hochwürdiger Herr Gastpriester Sifil aus Innsbruck, er verbringt eine Ferienwoche in Steinakirchen.

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Als wir zum Begräbnis von Herrn Wurzer eingeladen wurden, erfuhren wir auf der Parte sein Lebensprinzip. Es sind Gedanken die meiner Meinung nach auf sehr gelungene Weise das lange Leben des Verstorbenen umschreiben:

 

Als Vater schenkte ich mein ganzes Leben,

den Kindern die mir Gott gegeben.

Als Bauer hatte ich an der Arbeit meine Freude

als Christ hielt ich stets Gott die Treue.

 

Nun ruhen still mein Herz und meine Hände

nach viel Arbeit, Freud und Leid,

mein Lebenswerk es ist zu Ende,

wir sehen uns in der Ewigkeit.

 

Mit diesen Worten möchte ich gerne die nun in Gott vollendete Lebensgeschichte von Herrn Wurzer in den Mittelpunkt stellen.

 

Als Vater schenkte ich mein Leben, den Kindern die mir Gott gegeben.

 

Was uns Menschen, die Tiere und die Pflanzen von der Welt der Technik unterscheidet, ist die Weitergabe des Geheimnisses des Lebens. Da wird die Schöpferkraft Gottes auf vielfältige Weise sichtbar. Herr Wurzer gab dieses Geschenk des Lebens gemeinsam mit seiner Gattin an seine drei Kinder Anton, Roswitha und Monika weiter. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch 5 Enkel und 10 Urenkel zur Familie.

 

Der Zusammenhalt in der Familie war ihm ein großes Anliegen. Da er in den letzten Jahren nur mehr selten aus dem Haus kam, war die Freude um so größer, wenn das Ehepaar Wurzer von seinen Kindern, Enkeln oder Urenkel Besuch hatte.

 

Als Bauer hatte ich an der Arbeit meine Freude.

 

Die Arbeit in der Landwirtschaft war Herrn Wurzer von Kindesbeinen an vertraut. Er kannte von Jugend auf die Herausforderungen aber auch die Freuden eines bäuerlichen Betriebes. In seiner Zeit als aktiver Bauer machte sich die Technisierung der Bauernhöfe bemerkbar. Zahlreiche neue Anschaffungen und auch Umbauten erfolgten in diesen Jahren. Seine Talente in der Maurerei oder als Zimmermann stellte er auch der Ortsgemeinschaft Zarnsdorf zur Verfügung. So vergingen die Jahre und Jahrzehnte. Bis ins hohe Alter arbeitete ihm Hof mit.

 

Als Christ hielt ich stets Gott die Treue.

 

Sein Glaubensweg begann hier in der Pfarrkirche Steinakirchen, denn drei Tage nach seiner Geburt erhielt er am 6. Februar 1936 das Sakrament der Taufe. Seine Eltern hießen Maria und Johann Wurzer.

 

Ein großer Tag seiner Kindheit war gleich nach dem Zweiten Weltkrieg, denn da konnte am 14. Mai 1946 in Steinakirchen seine Firmung gefeiert werden. Mit seinem Halbbruder Johann ist er aufgewachsen.

 

Er lernte seine Gattin Rosa kennen, die er am 2. Mai 1959 hier in der Pfarrkirche heiratete.

 

Der Rückhalt im christlichen Glauben und die Mitfeier der heiligen Messe sei es in der Ortskapelle Zarnsdorf oder in der Pfarrkirche war ihm solang es seine Gesundheit erlaubte, ein großes Anliegen.

 

Jesus vergleicht das Lebenswerk eines Menschen mit einem Weizenkorn. Es muss in die Erde gelegt werden, damit es reiche Frucht bringt. (Joh 12, 24)

 

Heute stellen wir nochmals in großer Dankbarkeit aber auch in Trauer die lange Lebensgeschichte von Herrn Wurzer in den Mittelpunkt. Wir ernten die Früchte seiner langen Biographie und wollen ihm nochmals danken. Gestärkt mit den Sakramenten der Kirche und gut begleitet von seiner Familie in er nun im 91. Lebensjahr von Gott abberufen worden.

 

Sein arbeitsreicher Lebensweg ist nun in Gott vollendet. Seine Lebensphilosophie darf ich uns allen nochmals in Erinnerung rufen:

 

Als Vater schenkte ich mein ganzes Leben,

den Kindern die mir Gott gegeben.

Als Bauer hatte ich an der Arbeit meine Freude

als Christ hielt ich stets Gott die Treue.

 

Nun ruhen still mein Herz und meine Hände

nach viel Arbeit Freud und Leid,

mein Lebenswerk es ist zu Ende,

wir sehen uns in der Ewigkeit. Amen

 

Lesung: Jes 40, 6 -8 Evangelium: Joh 12, 24 – 26

Fr. 20.02.2026 Begräbnispredigt für Herrn Franz Handl (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Handl! Liebe Elfi! Liebe Kinder, Schwiegerkinder und Enkel!

Geschätzte Verwandte, Patenkinder, Bekannte, Freunde, Schulkameraden, Arbeitskollegen und Nachbarn des Verstorbenen!

Liebe Mitglieder der Senioren von Steinakirchen!

Hochwürdiger Herr Pfarrer!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Mit einem schlichten aber eindrucksvollen Zeichen hat vor zwei Tagen am Aschermittwoch wieder die Fastenzeit begonnen. Dieser Tag macht uns die Vergänglichkeit unseres Lebens neu bewusst. „Bedenke o Mensch, dass du Staub bist und zum Staub der Erde zurückkehrst.“ Mit diesem Spruch wurde den Mitfeiernden der Gottesdienste das Aschenkreuz auf die Stirn gezeichnet.

 

Wenn wir Jahr für Jahr durch dieses schlichte Zeichen an unsere Sterblichkeit erinnert werden, dann ist das zugleich ein Auftrag. Wir sind eingeladen, ja sogar aufgefordert unsere noch offene geschenkte Lebenszeit gut zu nützen. Dieser Tag macht uns auch bewusst, dass wir der Herrlichkeit des Himmels immer näher kommen – Näher mein Gott zu dir.

 

Bei diesem Begräbnisgottesdienst werden uns Gedanken aus dem Lukasevangelium mitgegeben. Jesus hatte die Fähigkeit alltägliche Erfahrungen mit seiner Botschaft gut zu verbinden. In einer vornehmen Großfamilie ist der Gutsherr auf einer Hochzeit, die im Orient mehrere Tage dauerte. Seine Diener warteten auf die Rückkehr ihres Herrn. Es gab in der damaligen Zeit ja keine Möglichkeit dies mitzuteilen. Heute würde man kurz anrufen oder ein SMS schreiben.

 

Der Hausherr kommt ganz plötzlich retour und alle versammeln sich sofort um das zu hören was er von der Hochzeit berichtet. Selig, die Knechte, die der Herr wach findet wenn er kommt. (Lk 12, 37) Dieses ungewisse Erscheinen wird in der Denkwelt der Bibel auch auf das Geheimnis des Todes übertragen.

 

Aus christlicher Sicht klopft der Herr zu jener Stunde an unsere Tür, wenn wir unseren Lebensauftrag erfüllt haben.

 

Blicken wir auf das Leben von Herrn Handl. Er hat ja in seiner Biographie die Pfarren Ferschnitz und Steinakirchen miteinander verbunden. Franz wurde am 27. März 1950 in seinem Elternhaus geboren. Dieser Hof wird in einem Häuserverzeichnis aus dem Jahr 1571 als „Schätter Reyth“ bezeichnet.

 

Der erste Weg seines Lebens führte ihn drei Tage nach seiner Geburt in die Pfarrkirche von Steinakirchen zum Sakrament der Taufe. Heute sind wir in der Ferschnitzer Kirche versammelt um Franz auf seinem letzten Weg zu begleiten. Es liegen fast 76 Jahre dazwischen wie von der Sorge um seine Familie und seinen Beruf als Fernfahrer und Landwirt geprägt waren.

 

Hier in der Pfarrkirche Ferschnitz hat er am 28. 5. 1977 geheiratet. Nur ein Jahr trennt euch von der Goldenen Hochzeit.

 

Franz war für mich ein Original. Wenn man ihn nicht sah, dann hörte man ihn, denn seine laute Stimme war sein Markenzeichen. Namens der Pfarre Steinakirchen danke ich ihm für die treue Mitfeier der Gottesdienste.

 

In den letzten Monaten machten Franz große gesundheitliche Sorgen das Leben schwer. Ein Vergelts Gott allen die gerade in den letzten Monaten Herrn Handl betreut oder besucht haben.

 

Nun ist er von allen irdischen Sorgen befreit und er ist an das Ziel seines Lebens angelangt. Sicherlich verfolgen viele von ihnen die Olympischen Spiele in Italien. Da ist es schön zu erleben, wenn bei einem Schirennen die Sportlerinnen und Sportler in das Ziel gelangen. Alle applaudieren, schwenken ihre Fahnen und freuen sich.

 

In diesem Bild spricht ein altes Gebet, welches das Heimkehren eines Menschen in die Herrlichkeit Gottes beschreibt: Zum Paradies mögen Engel dich geleiten, die heiligen Märtyrer dich begrüßen und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem. Die Chöre der Engel mögen dich empfangen und Christus, der für dich gestorben ist, soll dich mit ewigen Leben erfreuen.

 

In Trauer und Dankbarkeit blicken wir auf das Leben von Herrn Franz Handl in die Hände Gottes zurück. Er war wie wir alle nur Gast auf Erden. Das Aschenkreuz zu Beginn der Fastenzeit macht uns das Jahr für Jahr bewusst. Wir müssen von ihm heute Abschied nehmen, aber in der Herrlichkeit Gottes gibt es ein Wiedersehen. Amen

Lesung: Röm 6, 3 ff Evangelium: Lk 12, 35 – 38

Fr. 13.02.2026 Begräbnispredigt für Frau Maria Teufl (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Trauerfamilien!

Liebe Verwandte, Nachbarn, Freunde und Bekannte der Verstorbenen!

Geschätzte Mitglieder des Fördervereines des Roten Kreuzes in Steinakirchen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Einmal kam der Tod über den Fluss, wo die Welt beginnt, so beginnt eine uralte Geschichte. Dort lebte ein armer Hirte, der eine Herde Gänse hütete. “Du weißt wer ich bin?”, fragte der Tod. “Ich weiß, du bist der Tod. Ich habe dich auf der anderen Seite des Flusses oft gesehen”, entgegnete der Hirte.

 

“Du weißt, dass ich hier bin um dich zu holen, um dich auf die andere Seite mitzunehmen?” “Ich weiß, aber das wird noch lange sein,” beteuerte der Gänsehirt. “Oder es wird nicht mehr lange sein. Sag, fürchtest du dich nicht?” sprach der Tod. “ Nein”, sagte der Hirt, “ich habe immer über den Fluss geschaut, seit ich hier bin, ich weiß ich wie es dort sein wird.” Gibt es nichts was du mitnehmen möchtest?“, wollte der Tod wissen. “Nichts, denn ich habe nichts.” Dann werde ich jetzt weitergehen und dich auf dem Rückweg holen. Brauchst du noch etwas, wünschst du dir noch was?”, fragte der Tod.

 

“Brauche nichts, hab alles”, meinte der Hirte. “Ich hab eine Hose und ein Hemd, und ein Paar Winterschuhe und eine Mütze. Ich kann Flöte spielen und das macht mich froh. Leider verstehen meine Gänse nicht viel von Musik.”

 

Als dann der Tod nach langer Zeit wiederkam, gingen viele hinter ihm her, die er über den Fluss der Zeit führen wollte. Einer schrie laut aus der Menge und jammerte: “Noch drei Jahre, nur noch drei Jahre hätte ich gebraucht und ich hätte noch fünf Häuser mehr besessen. So ein Unglück so ein verdammtes.” Er konnte sich mit seinem Tod nicht abfinden.

 

 

Als sie nun an den Fluss kamen, wo die Welt aufhört, saß dort der Hirt. Und als ihm der Tod die Hand auf die Schulter legte, stand er auf ging mit ihm ohne zu zögern über den Fluss, denn er hatte in seinem Leben Zeit genug hinüberzuschauen. Was mit den Gänsen geschah? Ein neuer Hirte kam.

 

Wenn wir auf die Lebensgeschichte von Frau Teufl blicken, dann stellen wir fest, dass wir heute von einer Frau Abschied nehmen müssen, der eine lange Zeit auf dieser Welt geschenkt wurde. Aber nun ist diese lange Zeit in Gott vollendet.

 

Blicken wir nun gemeinsam auf ihre bewegte Biographie zurück. Sie wurde am 5. Jänner 1940 im Hause Schaufler in Ochsenbach geboren. Der erste Weg ihres Lebens führte sie drei Tage später zum Sakrament der Taufe in unsere Pfarrkirche. Heute sind wir in unserem Gotteshaus versammelt um Frau Teufl auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Es liegen 86 Jahre dazwischen die von der Sorge um ihre Familie und ihrer Liebe zur Schneiderei geprägt waren.

 

Als Kind erlebte sie die Sorgen des Zweiten Weltkrieges. Ein großer Tag ihrer Glaubensgeschichte war der 9. Mai 1950 denn da konnte sie ihre Firmung feiern. In jungen Jahren kam sie in das Haus Knötzelbauer in den Dienst und sie war dann im Gasthaus Aigner in Steinakirchen tätig.

 

Sie lernte Herrn Franz Teufl aus Zarnsdorf kennen, den sie am 27. Juni 1964 in Maria Taferl heiratete. Zwei Kinder erblickten das Licht der Welt: Karl und Eva. Heute gehören auch drei Enkel und vier Urenkel zur Familie. Das Ehepaar baute unter großen Mühen in Felberach ein Haus.

 

Frau Teufl hat ein besonderes Talent; das war die Schneiderei. Für die Nachbarn und die Familie Gewand zu ändern oder zu nähen machten ihr große Freude.

 

1985 hatte sie gemeinsam mit Frau Anna Leyrer die Ministrantengewänder der Pfarre Steinakirchen geschneidert. Heute haben unsere Ministranten diese Gewänder an, da jetzt aber nur mehr an Tagen wie Palmsonntag

verwendet werden, wo wirklich alle Ministranten gemeinsam bei einer Feier dabei sind. Vor einigen Jahren wurden die Kinder und Jugendlichen mit neuen Gewändern ausgestattet. Puppengewänder stellte sie besonders gerne her. Beim Flohmarkt des Fördervereines des Roten Kreuzes war sie ebenfalls aktiv.

 

Der Rückhalt im christlichen Glauben zählte zu ihren Haltegriffen im Leben. Die Mitfeier der heiligen Messe in unserer Pfarrkirche war ihr ein großes Anliegen. Als das Gehen immer beschwerlicher wurde, bekam sie die hl. Kommunion zu ihrer Kirchenbank und später ins Haus gebracht. Da leuchteten ihre Augen.

 

Nach dem Tod ihres Gatten und dem Sterben ihres Sohnes Karl wurde es ruhiger um Frau Teufl, da sie selber nicht mehr so gesund war. Mit Unterstützung von Enkelin Tanja, dem Hilfswerk, der Familie Eder vom Elternhaus und einer 24-Stunden Betreuung. Die letzten Monate ihres Lebens verbrachte sie im Pflegeheim Scheibbs. Herzlichen Dank allen, die Frau Teufl in dieser Zeit besucht und betreut haben.

 

Nun kam für Frau Teufl der Tag, wo der Tod seine Hand um ihre Schulter legte und sie über den großen Fluss führte. Der heilige Franz von Assisi nennt den Tod sogar Bruder Tod, weil er den Tag des Sterbens in seinem Leben oft überdacht hat.

 

Für uns Christen ist der Tod kein Schreckgespenst, sondern Wendepunkt im Leben. Wir werden am Tag des Todes hineingeboren in das ewige Leben und befreit von allen irdischen Sorgen. Der Erzengel Michael, der ja auf unserem Hochaltarbild dargestellt ist, führt uns über den Fluss der Zeit hinein in die Ewigkeit. In dieser christlichen Hoffnung nehmen wir von Frau Teufl Abschied. Gott möge sie mit der Freude des ewigen Lebens beschenken. Amen.

Lesung: Jes Sir 42, 15 – 21 Evangelium: Mt 11, 25 – 30