So. 04.01.2026 Weihnachten – eine Zeit zum Genießen (Pfarrer Hans Lagler)
Festlich versammelte Gottesdienstgemeinde hier in der Pfarrkirche von Steinakirchen am Forst in Niederösterreich!
Liebe Mitfeiernde dieser heiligen Messe die im Fernsehen übertragen wird!
Geschätztes Team von Servus TV!
Liebe Mitbrüder im priesterlichen und diakonalen Dienst!
Schwestern und Brüder in Christus!
Was mich persönlich am christlichen Glauben so fasziniert, ist die Fähigkeit Feste wirklich genießen zu können. Gerne möchte ich diese Erfahrung mit dem Weihnachtsfestkreis beschreiben:
Da war der Auftakt mit den Wochen des Advents. Sie führten uns Schritt für Schritt der Geburt des Herrn entgegen. Die vier Kerzen machten diesen Weg sichtbar.
Dann kam das Fest aller Feste, wie viele Menschen den Heiligen Abend bezeichnen. Während für viele Zeitgenossen Weihnachten mit einem gemütlichen Essen im Kreis der Familie und dem Öffnen von Geschenken wieder schnell vorbei ist, lässt sich die Kirche bewusst Zeit um diese Tage wirklich genießen zu können. Das ist Entschleunigung pur! Dies schätze ich so sehr.
Acht Tage hindurch wird nämlich das Weihnachtsgeschehen als ein großartiges Hochfest in den Mittelpunkt gestellt. Der Neujahrstag schließt diesen innersten Kern des Feierns wieder ab. Im Sprachschatz der Kirche wird diese Zeit Weihnachtoktav genannt. Dieses ausgiebige Verkosten dieses Glaubensgeheimnisses hat seinen Grund. Der Blick auf das Kind in der Krippe soll nämlich die Tiefe unserer Seele berühren und positiv verwandeln. (Kamera bitte auf Krippe)
Diese innere Weiterentwicklung wird uns in einem Gebet geschildert, das ich heute noch singen darf: In der sichtbaren Gestalt des Erlösers lässt du und den unsichtbaren Gott erkennen um in und die Liebe zu entflammen zu dem was kein Auge geschaut hat.
Heute am zweiten Sonntag nach dem Christtag schlägt die Kirche nochmals eine weihnachtliche Bibelstelle auf. Wir dürfen dem Evangelisten Johannes zuhören wie er in uns in gewaltiger Sprache das Geheimnis der Heiligen Nacht erklärt.
Dieser wichtige Apostel und biblische Autor ist auf unserem Hochaltar hier in Steinakirchen zu sehen, links dem großen Bild des Erzengels Michael Johannes wird mit einem Adler dargestellt. (Linke Figur am Hochaltar!) Das heißt, er kreist wie ein Greifvogel um sein Beutetier und dann stürzt er sich sozusagen hinab um Nahrung zu erwischen. „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter gewohnt. Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“
(Joh 1, 14)
Lassen wir diesen Vers der Heiligen Schrift wie ein Vanillekipferl auf unserer Zunge zergehen. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter gewohnt. Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“
(Joh 1, 14)
Genießen wir den Weihnachtsfestkreis daher ganz bewusst. Entschleunigung ist angesagt. Geben wir diesen kostbaren Gedanken der Bibel einen Platz in unserem Herzen, damit das Jahr 2026 im Blick auf das Kind in der Krippe uns allen zum Segen wird. Amen
Lesung: Jes Sir 24, 1 – 2 Evangelium: Joh 1,1 -14

