Fr. 22.08.2025 Begräbnispredigt für Hr. Walter Eigner (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Alex! Liebe Kinder!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Im Jänner 2012 kam Walter zu mir in den Pfarrhof um gemeinsam mit dir liebe Alex das Begräbnis deiner Mama Frau Gerti Eigner vorzubereiten. Walter brachte damals eine Geschichte mit, die ich unbedingt beim Requiem vorlesen sollte. Es sollen nun diese Gedanken, die er für seine Schwiegermutter gefunden hatte, wieder zu hören sein. Sie waren ihm sehr wichtig:

 

Es war einmal vor langer langer Zeit – so beginnt diese Geschichte – da ging eine alte Frau auf einem staubigen Feldweg entlang. Bei einer zusammengekauerten Gestalt, die fast unbemerkt am Wegesrand saß, blieb sie stehen. Die alte Frau beugte sich zu dieser Gestalt hinunter und fragte: Wer bist du?

 

Zwei leblose Augen blickten müde auf: “Meinst du mich? Ich bin die Traurigkeit“, flüsterte sie. Die Traurigkeit war selber ganz traurig geworden. “Weißt du, ich sitze hier ganz allein am Wegesrand. Es ist aber meine Bestimmung als Traurigkeit immer wieder unter die Menschen zu gehen um bei ihnen eine gewisse Zeit zu bleiben. Aber die Leute fürchten sich vor mir.

 

Die Gestalt der Traurigkeit sank noch mehr in sich zusammen. “Und dabei”, so stammelte sie; “möchte ich den Menschen nur helfen. Wenn ich ihnen ganz nahe bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen ein Nest zu bauen um ihre Wunden pflegen zu können, denn nur wer die Traurigkeit zulässt und all die ungeweinten Tränen weint, kann seine Wunden auch wirklich heilen.

 

Die kleine alte Frau nahm die Traurigkeit liebevoll in ihre Arme. “Traurigkeit, ruh dich bei mir ein wenig aus. Ab heute sollst du nicht mehr alleine zu den Menschen wandern. Ich werde dich begleiten. richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin: Darf dich etwas fragen: “Wer bist du überhaupt?” “Ich”, sagte die kleine alte Frau” Ich bin die Hoffnung.”

 

Mit dieser tiefgründigen Geschichte, die damals Walter ausgesucht hatte, wird meiner Meinung die Grundstimmung des heutigen Tages treffend

beschrieben. Die Traurigkeit macht unser Herz schwer, doch wenn wir Menschen voller Hoffnung sind oder in unserer großen Trauer Menschen voller Hoffnung begegnen, sehen wir einen leichten Silberstreifen am Horizont des dunklen Lebenshimmels. Diese wichtige Haltung wird besonders im Rosenkranzgebet angesprochen, wenn wir Jesus bitten, dass er in uns die Hoffnung stärke, den Glauben vermehre und die Liebe entzünde.

 

Ein Begriff der Bibel ist ein wichtiger Bestandteil unserer Alltagssprache geworden, denn die antike Gewichtseinheit „Talente“ wurde zum Wort für unterschiedliche Begabungen. Walter war mit vielen Talenten beschenkt und was er nicht konnte, das erlernte er sich mit Beharrlichkeit.

 

Walter hatte aber leider – meiner Meinung nach – einen Sprachfehler. Er konnte nicht nein sagen. Aus diesem Grund haben wir ihn alle angerufen, wenn wir einen Musiker brauchten oder wenn es galt etwas gut und gekonnt zu organisieren.

 

Bei einer Wanderung bin ich einmal rund 5 Minuten vor einem Apfelbaum stehen geblieben. Er war über und über mit Früchten voll aber dann war etwas eigenartig passiert. Durch die Last der Äpfel brach der Baum von einer Sekunde auf die andere mitten entzwei und seine Äste lagen am Boden. Könnte dies nicht auch ein Bild für Walter sein? Vielleicht kann es uns helfen sein Leben und seinen plötzlichen Tod besser zu verstehen?

 

In dieser Stunde der Traurigkeit möchte ich uns allen gerne ein Wort der Hoffnung mitgeben. Es stammt vom heiligen Augustinus: Er schreibt im Blick auf eine leidvolle Erfahrung: „Unsere Verstorbenen schauen mit den Augen voller Licht in unsere Augen voller Tränen.“

 

Walter wir wünschen Dir, dass du nun auf ewig in der strahlenden Gegenwart Gottes geborgen bist, aber dein Begräbnis zeigt wie sehr du uns hier auf Erden fehlst. Amen

 

Lesung: 1 Kor 15, 1 Das Evangelium ist der Grund auf dem wir stehen

Evangelium: Mt 25, 13- 22 Gleichnis von den Talenten

Di. 19.08.2025 Begräbnispredigt für Hr. Josef Halmschlager (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Halmschlager! Liebe Grete!

Geschätzte Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Verwandte, Patenkinder, Nachbarn, Freunde und Bekannte von Herrn Halmschlager, den wir alle liebevoll Baby nennen durften!

Liebe Arbeitskollegen, besonders grüße ich die vielen Lehrlinge die er ausgebildet hat!

Geschätzte Mitglieder des Blasmusikvereines von Steinakirchen und des Oldtimerclubs Zarnsdorf!

Geschätzte Ortsgemeinschaft von Kleinerlauf!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Dem heiligen Augustinus wird ein interessanter Gedanke zugeschrieben, der in dieser Stunde der Trauer treffend für unseren Verstorbenen passt: “Mensch, lerne tanzen, damit die Engel im Himmel etwas mit dir anzufangen wissen.”

 

Der Tanz ist im Denken des christlichen Glaubens Symbol für das Leben. Tanzen beschreibt Leichtigkeit und Beschwingtheit und lässt uns für kurze Zeit die Sorgen vergessen. Es ist der Tanz sozusagen schon ein kleiner Hinweis auf die Freude des Himmels.

 

Oft wird in der heiligen Schrift von Tanz und Musik berichtet. Das schönste Beispiel ist der Tanz von König David um die Bundeslade Gottes (2 Sam 6, 14) oder als der sogenannte verlorene Sohn wieder zu seinem Vater retour kommt, ist von Musik und Tanz die Rede (Lk 15,25). Man könnte meinen, die berühmten „goldenen vier“ werden sogar in der Bibel erwähnt.

 

Die deutsche Dichterin und Ordensfrau Almut Haneberg, umschreibt diese Gedanken in ihrer Weise und nimmt die Grundzüge des Lebens mit herein:

 

 

Tanze den Tanz der Hoffnung, wenn du kleine Schritte unternimmst, die Lichtblicke sind für deinen Nächsten im Dunkeln.

Tanze den Tanz der Hoffnung.

 

Sehr gerne möchte ich die Lebensgeschichte von Baby mit einem Tanz umschreiben: Die seelischen, körperlichen und materiellen Schäden, welche der Zweite Weltkrieg angerichtet hatte, waren noch überall zu merken, als er am 16. 10. 1946 in Scheibbs geboren wurde. Seine Eltern Leopoldine und Josef Halmschlager schenkten ihm das Leben. Im Spital Scheibbs empfing er 10 Tage später das Sakrament der Taufe. Mit seiner Schwester Elfriede ist er in Kleinerlauf aufgewachsen.

 

Ein großer Tag seiner Kindheit war der 16. Juni 1957, denn da konnte in Schwarzenbach an der Pielach Firmung gefeiert werden. Gleich nach der Schulzeit begann er bei der Firma Pruckner in Randegg die Lehre zum Mechaniker. So wuchs er voller Tatkraft und Energie in das Leben hinein.

Tanze den Tanz der Hoffnung.

 

Tanze den Tanz der Liebe wenn dir Freundschaft geschenkt und Begegnung zum Fest wird und das Gesicht deines Partners voll Freude zu leuchten beginnt.

Tanze den Tanz der Liebe.

 

Die Firma Pruckner wurde sein zweites Zuhause. Dort konnte er sein Fachwissen und seine einzigartige Persönlichkeit gut einbringen. Baby war mehr als ein Mechaniker. Er war nicht nur in diesem Fach Meister, sondern er war begnadet in der Kontaktfähigkeit. In den 46 Jahren seines beruflichen Lebens konnte er unzählige Lehrlinge ausbilden und er war ein guter Berater in vielfältigen Bereichen.

 

In Randegg lernte er beim Theaterspielen seine zukünftige Gattin Margarethe kennen. Am 27. Jänner 1968 läuteten die Hochzeitsglocken. Der Ehrentanz eines Brautpaares bei ihrer Hochzeit hat ja eine große symbolische Bedeutung. 57 Jahre seid ihr nun in Freud und Leid des Lebens im Sakrament der Ehe vereint gewesen und habt diesen Tanz der Liebe getanzt.

 

Vier Kinder erblickten das Licht der Welt. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch vier Enkel zur Familie.

 

Seine Freizeit in Steinakirchen widmete er unserem Blasmusikverein. Mit Engagement und Feingefühl hat er viele Jahre die Geschicke mitgeprägt. Er war für viele von uns wie eine Visitenkarte, die sichtbare Gestalt der Vielfalt der Musik. Wir werden darüber noch in einer Ansprache hören

 

Auch in der Pension war sein Tag gut eingeteilt. Er traf sich gerne mit Freunden und erzählte immer wieder humorvolle Geschichten aus seinem Leben.

 

Sein plötzlicher Tod macht uns alle betroffen. Die Dimension des Sterbens und der Auferstehung beschreibt Almut Haneberg ebenfalls in ihrem Gedicht:

 

Tanze den Tanz der Auferstehung, jenen Tanz, dass das Leben nach dem Tod vor uns liegt, den Tanz, dass unsere Hoffnung auf Zukunft, Sinn und Ziel hat. Tanze den Tanz der Auferstehung.

 

Der Tanz des Lebens von Baby ist nun so plötzlich vollendet. Sein vielfältiges erfülltes Leben legen wir heute voller Trauer aber auch mit großer Dankbarkeit in Gottes Hände. Amen

 

Tanze den Tanz der Hoffnung, wenn du kleine Schritte unternimmst, die Lichtblicke sind für deinen Nächsten im Dunkeln.

 

Tanze den Tanz der Liebe wenn dir Freundschaft geschenkt und Begegnung zum Fest wird und das Gesicht deines Partners voll Freude zu leuchten beginnt.

 

Tanze den Tanz der Auferstehung, jenen Tanz, dass das Leben nach dem Tod vor uns liegt, den Tanz, dass unsere Hoffnung auf Zukunft, Sinn und Ziel hat.

Do. 14.08.2025 Begräbnispredigt für Hr. Karl Pöttinger (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Pöttinger, Liebe Maria!

Liebe Kinder, Enkel, Eltern, Verwandte, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Schulkameraden und Nachbarn des Verstorbenen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Einer der größten Heiligen der Christenheit ist der heilige Bischof Augustinus. Sein Gedenktag steht am 28. August am Kalender. Obwohl er schon vor rund 1500 Jahren lebte, sind viele seiner Gedanken zeitlos und haben auch für uns heute eine große Aussagekraft.

 

Als er spürt, dass für ihn der Tod immer näher kommt, schreibt er folgenden Sinnspruch nieder: “Ihr, die ihr mich liebt, schaut nicht so sehr auf das Leben das ich beende, sondern freut euch mit mir über das Leben, das ich mit dem Tod beginnen darf.”

 

Der heutige Begräbnistag lädt uns ein bewusst in zwei Richtungen zu blicken. Einerseits schauen wir nochmals zurück und stellen die bewegte Lebensgeschichte von Herrn Karl Pöttinger, den wir liebevoll alle Charly nennen durften in den Mittelpunkt, andererseits lässt uns so ein Moment auch ganz persönlich über die Fragen nachdenken, was uns nach dem Tod erwarten wird.

 

Ihr, die ihr mich liebt, schaut nicht so sehr auf das Leben das ich beende, sondern freut euch mit mir über das Leben, das ich mit dem Tod beginne.” Ein Blick zurück soll uns nun zuerst begleiten:

 

Charly wurde am 30. Juli 1966 in Braunau im Innviertel geboren und wenige Tage später am 11. August getauft. Mit seinen zwei Geschwistern

ist er in Altheim aufgewachsen. Nach der Pflichtschulzeit erlernte er die Berufe Molker und Käser in der Molkereigenossenschaft Geinberg. Seine Ausbildung setzte er in Rotholz in Tirol und in Wolfpassing fort. Hier bei uns lernte er seine zukünftige Gattin Maria kennen. Am Tag der Meisterprüfung kam sozusagen sein erstes Meisterstück Daniel auf die Welt.

 

Hier in dieser Kirche konnte am 1. Juni 1996 Hochzeit gefeiert werden.

Mit den Kindern Markus und Kerstin war dann die Familie komplett. Heute gehören auch die Enkelkinder David und Nina zur Familie.

 

Die Übersiedlung nach Ochsenbach brachte es mit sich, dass sich Charly beruflich ganz neu orientieren musste. Er war jetzt viele Jahre in Kröllendorf beschäftigt, wo er bei der Firma Austria Juice seit 2001 Produktionsleiter und seit 2022 Betriebsleiter war.

 

In den letzten Jahren begleiten ihn leider gesundheitliche Sorgen, die im Laufe der Zeit immer größer wurden. Sein plötzlicher Tod macht uns alle betroffen.

 

Jetzt gilt es – wie es uns der heilige Augustinus beschreibt – in die Zukunft zu blicken. In der Bibel werden auf diese wichtigen Fragen Antworten gegeben, denn Gott hat mit uns großartiges vor. Er beschenkt uns wie der Apostel Paulus uns mitteilt mit dem was kein Auge gesehen, was kein Ohr gehört, was keinem Menschen in den Sinn gekommen ist, das Große das Gott jenen bereitet hat, die ihn lieben. (1 Kor 2, 9) Er meint damit das ewige Leben, wo wir von allen irdischen Sorgen und Fehlern befreit sein werden.

 

Eine fast lustige Gedankenspielerei klingt im Evangelium für den heutigen Tag an. Jesus wird in eine Grundsatzdiskussion über das ewige Leben verwickelt. Immer wieder ist die Gefahr da, dass wir über den Himmel all zu menschlich denken, so wie dieses erfundene Beispiel einer Frau, die mit sieben Brüder verheiratet war. Jesus erklärt uns, dass wir nach unserem Tod den Engeln gleich sein werden. Gott ist nicht ein Gott von Toten, sondern der Gott der Lebenden. (Mt 22,32) Für ihn sind alle lebendig, auch wenn sie für diese Welt gestorben sind. Das ist eine der Kernaussagen unseres christlichen Glaubens.

 

„Schaut nicht so sehr auf das Leben das ich beende, sondern freut euch mit mir über das Leben, das ich mit dem Tod beginnen darf, so beschreibt der heilige Augustinus sein Lebensende.” In Dankbarkeit aber auch in Trauer sind wir hier in der Pfarrkirche beisammen um von Charly – Herrn Karl Pöttinger Abschied zu nehmen. Der Schöpfer des Himmels und der Erde möge ihn mit der Freude des ewigen Lebens beschenken, denn für ihn sind alle lebendig. Amen

Lesung: 1 Kor 2, 1 – 9 Evangelium: Mt 22, 23 – 33

Mi. 13.08.2025 Begräbnispredigt für Frau Gertrude Mittergeber (Kaplan Sojan Thomas)


Liebe Trauergemeinde,
liebe Angehörige, besonders die Tochter von Frau Gertrude Mittergeber,wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen von einem Menschen, der vielen von uns durch ihre Freundlichkeit, ihre Herzlichkeit und ihr stilles Dasein im Alltag vertraut war. Frau Gertrude Mittergeber ist im 70. Lebensjahr von uns gegangen – nach einem Leben, das geprägt war von Arbeit, Fürsorge, Naturverbundenheit und menschlicher Nähe.

Gertrude war ein Mensch, der gerne unter Menschen war – sei es in ihrer Arbeit, als Küchenhilfe in Scheibs und im Lackenhof, oder später viele Jahre bei der Firma Cicola in Wieselburg. Überall, wo sie wirkte, war sie präsent – verlässlich, freundlich, hilfsbereit.

Und sie liebte das Leben: die Natur, Blumen, Tiere und kleine Ausflüge. Dinge, die oft still und unauffällig sind, aber doch das Leben schön machen. Wer die Natur liebt, hat ein Auge für das Wesentliche – für das, was Gott geschaffen hat.

Sie war Mutter – ein großes Wort. Und eine Tochter zurückzulassen ist ein besonders schmerzlicher Abschied.

Jesus sagt im Evangelium: *„In meines Vaters Haus gibt es viele Wohnungen … ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten.“*

Daran glauben wir. Dass der Tod nicht das Ende ist, sondern ein Heimkommen. Dass Gott selbst uns aufnimmt, mit all dem, was unser Leben ausgemacht hat – auch mit den leisen Momenten, die kein Mensch sah, aber Gott sehr wohl.

Wir trauern heute – aber wir danken auch.
Für ein Leben, das da war.
Für eine Mutter, eine Kollegin, eine Freundin.
Für all das Gute, das Frau Mittergeber geschenkt hat – bewusst oder still, im Alltag, in den kleinen Dingen.

Möge sie nun Ruhe finden – in Gottes Frieden.
Und möge dieser Frieden auch in unsere Herzen einkehren. Amen.

 

 

 

 

Fr. 18.07.2025 Begräbnispredigt für Herrn Franz Jungwirth (Kaplan Sojan Thomas)

Liebe Schwestern und Brüder,
liebe Familie, liebe Freunde von Franz,wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen – von Franz Jungwirth.

Ein Mensch, Bruder, Onkel, Freund, Wegbegleiter,

der im 72. Lebensjahr still und friedlich aus dieser Welt gegangen ist – im Schlaf, ganz ruhig, ohne Lärm. So wie er auch gelebt hat: unaufgeregt, herzlich, aufmerksam.

Ein Tod im Schlaf – das empfinden viele als eine Gnade. Und vielleicht war es für Franz genau das: ein letzter sanfter Schritt auf seiner langen Lebensreise.

Franz war ein Reisender – nicht nur im wörtlichen Sinn. Ja, er hat viele Länder ges

Als ältester von zehn Kindern war er früh gefragt: Verantwortung zu übernehmen, mitehen, viele Wege beschritten, viele Kulturen erlebt. Aber seine größte Reise war das Leben selbst.anzupacken, Rücksicht zu nehmen. Er war nicht der, der laut im Vordergrund stand – aber der, auf den man sich verlassen konnte.

Als der Vater 1988 starb, übernahm Franz viel – besonders in der Begleitung der Mutter. Bis zu ihrem Tod 2017 war er für sie da. Mit stiller Geduld, mit täglicher Treue, mit liebevoller Nähe. Das war keine Pflicht – es war Liebe in Tat und Haltung.

Franz war auch im Glauben unterwegs. In der Katholischen Jugend hat er sich engagiert, mitgedacht, mitgestaltet. Dort, wo junge Menschen Fragen stellen und Antworten suchen, war er präsent. Nicht belehrend, sondern begleitend.

Beruflich war Franz Landwirt. Wer mit der Erde arbeitet, der weiß, dass Leben seine Zeit braucht. Der weiß, was Geduld bedeutet, was Mühe heißt, was Ernte schenkt. Franz hatte diesen tiefen Bezug zur Schöpfung – und vielleicht war es auch der Grund, warum er in der Natur seine zweite Leidenschaft fand: das Fotografieren.

Er hat mit der Kamera festgehalten, was andere oft übersehen: das Kleine, das Stille, das Schöne.
Er hat das Schöne im Alltäglichen entdeckt – wie einer, der hinter allem auch die Handschrift Gottes erkennt.

Liebe Gemeinde,
sein Leben war wie eine große, lange Reise. Mit Etappen, mit Pausen, mit Begegnungen. Mit Aufgaben und Erfüllung. Und wie bei jeder Reise kommt der Moment, an dem man heimkehrt.

Jesus sagt im Evangelium:
*„Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen… Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten.“*

Wir glauben: Franz hat nun seine Wohnung bei Gott gefunden. Nach einem langen, stillen Weg durchs Leben darf er nun heimkehren. Dorthin, wo es keine Müdigkeit mehr gibt, keinen Schmerz, keine Einsamkeit. Nur Licht. Nur Liebe. Nur Frieden.
Wir dürfen glauben: Für Franz ist dieser Platz bereitet.
Und er ist nun angekommen – bei Gott, in der Ewigkeit, im Licht.Vielleicht ist es wie mit einer Reise, die am Morgen endet – wenn man nach einer ruhigen Nacht erwacht, aber nicht mehr hier, sondern schon zu Hause ist.Franz ist zu Hause angekommen.
In der Liebe Gottes.
Im Frieden.
Im Licht.

*Amen.*

 

 

 

 

Mi. 9.07.2025 Begräbnispredigt für Hr. Walter Krumböck (Kaplan Sojan Thomas)

Liebe Trauergemeinde, liebe Familie Krumböck, liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir stehen heute mit großer Traurigkeit hier – und viele von uns können es noch immer nicht fassen: Walter Krumböck ist nicht mehr unter uns. Mit nur 63 Jahren wurde er plötzlich aus dem Leben gerissen. Ein Mensch, der mit großer Hingabe und innerer Überzeugung seinen Beruf gelebt hat – ist nicht mehr da.

 

Walter war Polizist mit Leib und Seele. Bekannt wurde er besonders durch seinen unermüdlichen Einsatz als Einsatztrainer, und später als Lehrer in der Polizeischule Ybbs. Er hat viele junge Menschen geprägt, ihnen nicht nur Wissen, sondern auch Werte vermittelt.
Wer mit ihm gearbeitet hat, erinnert sich an seine ruhige Autorität, seinen Humor, seine klare Haltung – und die Wertschätzung, mit der er seinen Kollegen und Schülern begegnet ist.

 

Der Tod eines so engagierten und geschätzten Menschen hinterlässt eine große Lücke – in seiner Familie, in seinem beruflichen Umfeld, bei seinen Freunden. In unserer Trauer hören wir heute Worte aus dem Korintherbrief: „Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein ewiges Haus im Himmel.“

Unser Leben auf Erden ist vergänglich. Aber der Glaube sagt uns: Es gibt mehr. Gott hat eine Wohnung bereitet – ein Zuhause, das nicht vergeht. Auch im Evangelium sagt Jesus: „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten.“ Diese Worte geben uns Hoffnung. Walter ist nun an diesem Ort, den Gott für ihn bereitet hat. Sein Weg hier auf Erden war geprägt von Treue, Verantwortung und Menschlichkeit. Nun ist er bei Gott angekommen – in seiner bleibenden Heimat.

 

Wir danken heute für all das Gute, das Walter geschenkt hat – als Ehemann, Vater, Großvater, Kollege, Ausbildner, Freund.
Möge der Gott des Lebens ihn aufnehmen in sein Licht und uns den Trost schenken, den wir jetzt brauchen.   Amen

 

 

 

 

 

Di. 30.06.2025 Begräbnispredigt für Frau Theresia Pöchhacker (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel!

Geschätzte Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen und Nachbarn der Verstorbenen!

Liebe Mitglieder der Senioren von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Manch gut gemeinte Grabesrede endet mit dem Satz: “Lieber Verstorbener, wir werden dich stets in Ehren halten und dich niemals vergessen.” Dieser auf den ersten Blick sehr sinnvolle Ausspruch beschreibt für mich im Grunde eine Unmöglichkeit. Wir Menschen können nur für unsere Lebenszeit jemand in Erinnerung behalten.

 

Nach ein paar Jahrzehnten gehört die Lebensgeschichte eines Verstorbenen endgültig für diese Welt der Vergangenheit an und die Inschriften auf den Gräbern werden verblasst sein. Nur ein paar Namen berühmter Persönlichkeiten bleiben in den Geschichtsbücher lebendig. Die Botschaft der Bibel spricht da eine klare Sprache. Der Mensch gleicht dem Gras in der Wüste. Fährt der heiße Wind darüber ist alles verdorrt und niemand kann sich erinnern dass hier eine Blume gewachsen ist. (Jes 40)

 

Wir werden dich niemals vergessen. – Für Menschen ist das unmöglich.

Ich werde dich niemals vergessen. – Für Gott ist dies möglich.

 

Jesus sagt zu seinen Aposteln und damit auch uns: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Hause meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Und wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr seid wo ich bin. (Joh 14, 2) Bekannte Worte des Herrn.

 

Christus beschreibt die Erfüllung einer tiefen Sehnsucht, die uns alle am Herzen liegt. Es ist die Sehnsucht nach einem Zuhause, das Verlangen nach einer unzerstörbaren Gemeinschaft. Jesus lässt uns in die Ewigkeit Gottes hineinblicken. Gott wird uns am Ende unserer Tage gerne aufnehmen. Wir werden gut aufgehoben sein. Unserer Sehnsucht nach

einer endgültigen Geborgenheit findet in Gott ihr Ziel. Gott sagt uns zu: Ich werde dich niemals vergessen. Diese Hoffnung entnehmen wir aus der Bibel.

Der Prophet Jesaja umschreibt diesen Gedanken in einem Bildwort: So spricht der Herr: Ich habe dich aus Gerechtigkeit berufen. Ich fasse dich an der Hand. (Jes 42, 6) Gott sagt uns zu: Ich habe dich in meine Hand geschrieben; mein bist du.

 

Bei der Ausspendung der Hl. Kommunion öffnen manche Kinder ihre Hände, die sich ein Wort in die Handflächen geschrieben haben, damit sie einen wichtigen Auftrag oder eine Formel für die Mathematikschularbeit in Erinnerung bleibt. Menschen vergessen, Gott vergisst nicht.

 

Blicken wir nun nach diesem wichtigen Gedanken auf die lange Lebensgeschichte von Frau Theresia Pöchhacker. Sie wurde am 26. April 1933 im Haus Hengstberg in Reidlingdorf, Pfarre Steinakirchen geboren, Der erste Weg ihres Lebens führte sie vier Tage später in unsere Pfarrkirche zum Sakrament der Taufe. Heute sind wir in unserem Gotteshaus beisammen um Frau Pöchhacker auf ihrem letzten Weg zu begleiten. Es liegen über 92 Jahre dazwischen die von Arbeit und der Sorge um ihre Familie geprägt waren.

 

Mitten in der Kriegszeit erhielt sie am 20. Juni 1943 das Sakrament der Firmung. Ihre Mutter Maria Offenberger heiratete Herrn Ernst Bachler aus Thurhofwang. Nun wurde Thurhofwang ihr neues Zuhause. Unsere Verstorbene lernte ihren Gatten Josef Pöchhacker kennen, den sie am 30. April 1959 hier in dieser Kirche heiratete. Das junge Paar war voller Pläne und verwirklichte sich mit harter Arbeit den Traum vom eigenen Haus. Frau Pöchhacker hat selbst die Ziegel hergestellt.

 

Es kamen vier Töchter auf die Welt: Erna, Christa, Elisabeth und Renate. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch sechs Enkel und neun Urenkel zur Familie.

 

Sie ist dann wieder in das Haus ihres Stiefvaters gezogen und es wurde nochmals mit einer Baustelle begonnen. Mit Fleiß und Ausdauer konnte auch dieses Vorhaben gut abgeschlossen werden.

 

Im Jahr 2000 starb ihr Gatte. Im Alter hat Frau Pöchhacker eine neue Leidenschaft entwickelt. Das Karten spielen im Kreis von Freundinnen machte ihr große Freude. Sie strickte gerne Socken und sorgte sich um ihre große Familie.

 

 

Namens der Kirchengemeinschaft von Wang darf ich ihr für die treue Mitfeier der heiligen Messen bedanken. Ihr religiöses Lieblingslied „Leise sinkt der Abend nieder“, das in Wang gerne gesungen wird, soll auch heute noch erklingen. So kam auch ganz leise für sie persönlich der Lebensabend, der sich leider mit mancherlei gesundheitlichen Sorgen einstellte. Ein Vergelts Gott, dir liebe Lisi, deiner Familie am Haus und deinen Schwestern für die Pflege der Oma. Danke an alle, die Frau Pöchhacker immer wieder besucht und begleitet haben. Nun ist sie gestärkt mit den Sakramenten der Kirche im 93. Lebensjahr von Gott abberufen worden.

 

Wir werden dich niemals vergessen – Für Menschen ist das unmöglich.

Ich werde dich niemals vergessen – Für Gott ist dies möglich, denn er hat uns in seine Hand geschrieben und möchte uns eine endgültige ewige Heimat schenken. Amen

Lesung: Röm 6, 3- 4.8-9 Evangelium: Joh 14, 1-6

Fr. 13.06.2025 Begräbnispredigt für Leopoldine Karner (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel unserer lieben Verstorbenen!

Geschätzte Verwandte, Freunde, Bekannte und Nachbarn!

Liebe Mitglieder der Senioren Steinakirchen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Preiset die tüchtige Frau,

die vor dem Morgen erwachte,

alle versorgte im Haus,

schaffend in rastloser Arbeit.

Tapfer bestand sie den Tag.

Gott war in ihrem Herzen.

 

Preiset die gütige Frau;

Elende hat sie beherbergt,

Arme und Kranke gepflegt,

Trauernde liebreich getröstet:

Zweifelnden brachte sie Licht.

Gott war in ihrem Herzen.

 

Preiset die gläubige Frau

Die im Vertrauen nicht wankte

Denn ihre Kraft war der Herr.

Er trug das Werk ihrer Hände

Nun ruht sie selig bei ihm.

Gott ist in ihrem Herzen.

 

Wenn beim täglichen Gebet der Priester und Ordensleute einer heiligen Frau gedacht wird, dann beginnt das Breviergebet mit diesem Gedicht.

Gerade wenn ein Mensch gestorben ist, erkennt man was er/was sie für uns bedeutet hat. Der großen Familie, ja der ganzen Pfarre und darüber hinaus ist in diesen vergangenen Tagen bewusst geworden, welch wertvolle Person uns in die Ewigkeit Gottes vorausgegangen ist. Frau Karner war eine tüchtige, eine gütige und eine gläubige Frau.

 

 

 

Preiset die tüchtige Frau.

Frau Karner wurde am 7. November 1931 in Öd bei Ernegg geboren. Sie

war die jüngste von fünf Geschwistern. Der erste Weg ihres Lebens führte sie einen Tag später am 8. November zum Sakrament der Taufe in unsere Pfarrkirche. Heute sind wir auf ihrem letzten Weg in ihrem geliebten Gotteshaus beisammen. In dem Haus wo sie geboren wurde, schloss sie für immer ihre Augen. Der letzte Weg führt sie von ihrem Elternhaus in den Dom des kleinen Erlauftales, der von ihrem Gatten Alois 2003 so liebevoll restauriert wurde.

 

Mitten in der Kriegszeit erhielt sie am 24. Mai 1942 im St. Pöltner Dom das Sakrament der Firmung. Nach den Pflichtschuljahren absolvierte sie eine landwirtschaftliche Haushaltungsschule. Sie lernte ihren Gatten Alois kennen, den sie am 19. Juni 1954 in Maria Taferl heiratete. Frau Karner schenkte vier Kindern das Leben. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch acht Enkel und fünf Urenkel zur Familie.

Preiset die tüchtige Frau.

 

Preiset die gütige Frau.

Das Leben von Karner war geprägt von Arbeit und der Sorge um ihre Lieben. Sie pflegte ihren Vater und später ihre Mutter. Sie war während der Woche mit ihren Kindern alleine am Haus, da ihr Gatte seine Baustellen oft weit weg hatte.

 

Mit Feingefühl und Humor sorgte sie sich um ihre Familie. Die fast unerschöpfliche Energie ihres Gatten Alois konnte sie durch ihre Ruhe und Ausgeglichenheit gut ergänzen. Der Lebensstil der klassischen Ehefrau vor über 50 Jahren, den man mit drei K beschreiben kann „Kinder, Küche, Kirche“ formte sie zu einer ganz besonderen Persönlichkeit.

 

Bis ins hohe Alter war sie der Mittelpunkt des Hauses und Besuche ihrer Kinder, Enkel und Urenkel machten ihr große Freude. Da wurde von ihr gekocht und wir alle haben den Geschmack ihrer einzigartigen Vanillekipferl auf der Zunge.

Preiset die gütige Frau.

 

 

 

 

Preiset die gläubige Frau.

Als die Kinder erwachsen waren und flügge wurden, erlebte das Ehepaar Karner miteinander eine glückliche Zeit. Sie machten gemeinsam

Ausflüge, betreuten den großen Garten oder sie ruhten sich nach getaner Arbeit im Schatten des Nussbaumes, der im Geburtsjahr von Frau Karner gesetzt wurde, aus.

 

Am Sonntag hatten sie ihren gemeinsamen Platz in der Pfarrkirche. Als Frau Karner nicht mehr in die Kirche kommen konnte, durfte ich ihr die hl. Kommunion regelmäßig ins Haus bringen. Am vergangenen Freitag war dies der letzte Besuch. Voller Anteilnahme empfing sie die Sakramente der Kirche und dann konnte sie loslassen und ihr irdisches Leben wurde in das ewige gewandelt.

 

In Dankbarkeit legen wir das Leben von Frau Karner in die Hände Gottes. Sie war eine eifrige, gütige und gläubige Frau.

 

Preiset die gläubige Frau, die ihm Vertrauen nicht wankte,

denn ihre Kraft war der Herr. Er trug das Werk ihrer Hände.

Nun ruht sie selig bei ihm. Amen

 

Lesung: Röm 8, 35 – 39 Evangelium: Joh 11, 21 – 27

 

 

 

 

 

 

Do. 05.06.2025 Begräbnispredigt für Hr. Johann Glösmann (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Glösmann! Liebe Rosi!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel des Verstorbenen!

Geschätzte Verwandte, Patenkinder, Freunde, Nachbarn, Schulkameraden und Bekannte!

Liebe ehemaligen Arbeitskollegen vom Lagerhaus!

Geschätzte Mitglieder der Senioren Wolfpassing und des Kirchenchores!

Liebe Ortsgemeinschaft von Wolfpassing!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Vom großen Musiker Wolfgang Amadeus Mozart ist uns ein reicher Briefwechsel mit seiner Familie erhalten. In einer Nachricht an seinen Vater Leopold Mozart machte sich der Komponist im Alter von nur 31 Jahren Gedanken um den Tod. Er schreibt: “Da der Tod der wahre Endzweck unseres Lebens ist, so habe ich mich in den letzten Jahren mit diesem wahren und besten Freunde des Menschen vertraut gemacht. Ich lege mich nie zu Bett, ohne zu bedenken, dass ich vielleicht den anderen Tag nicht mehr sein werde. Es wird aber niemand sagen können, dass ich deshalb mürrisch oder traurig wäre. Für diese Glückseligkeit danke ich alle Tage meinem Schöpfer und wünsche sie von Herzen allen meinen Mitmenschen.” Übrigens Mozart ist schon mit 36 Jahren gestorben.

 

Aus diesem Brief dieses großartigen Komponisten klingt so viel Gelassenheit und Zuversicht im Angesicht des Todes, der jedem irdischen Leben eine Grenze setzt. Viele von ihnen werden den Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi kennen, wo er die Schöpfung mit Schwester Erde oder Bruder Feuer anredet. Knapp vor seinem Lebensende fügt der Heilige eine weitere Strophe hinzu, wo er Gott für den Bruder Tod dankt. „Herr sei gelobt durch unsern Bruder Tod, dem kein Mensch lebend je entrinnen kann.“

 

Wir sind heute versammelt um von Herrn Johann Glösmann Abschied zu nehmen. Um dies verkraften zu können, brauchen wir das Lebensgefühl des Salzburger Musikers Mozart mit seinem Gedanken: Ich lege mich nie zu Bett ohne zu bedenken, dass ich vielleicht am nächsten Tag nicht mehr sein werde.

 

Bruder Tod hat dem irdischen Leben von Hans Glösmann einen Schlusspunkt oder christlich formuliert vollendet. Der erste Weg seines Lebens führte ihm zwei Tage nach seiner Geburt von Wolfpassing zum Sakrament der Taufe in

unserer Pfarrkirche gesetzt. Heute sind wir beisammen um Hans auf seinem letzten Weg zu begleiten. Es liegen über 88 Jahre dazwischen, die von der Sorge um seine Familie, seinen gesundheitlichen Problemen und einer großen Liebe zur Musik geprägt waren.

 

Ein großer Tag seiner Kindheit war der 27. Mai 1947, denn da konnte Firmung gefeiert werden. Herr Glösmann war mit dem pfarrlichen Leben durch die Jahrzehnte hindurch immer eng verbunden. Gemeinsam mit Frau Maria Raus Augsten leitete er die kath. Jugend von Steinakirchen. Heute habe ich die 92-jährige Frau Raus mit der heiligen Kommunion besucht. Sie erzählte mir, dass sie der Hans auf seinem Motorrad öfters zu Besprechungen mitgenommen hat. Hans war sogar Dekanatsjugendleiter.

 

Die Mitfeier der Gottesdienste in unserer Pfarrkirche war ihm sehr wichtig. Die Freude am Singen konnte er so gut einbringen. Namens der Pfarre danke ich ihm für die über 60-jährige Mitgliedschaft beim Kirchenchor. Als die steile Chorstiege für ihn zu beschwerlich

wurde, beendete er seinen Dienst.

 

Wenn wir jetzt für Herrn Glösmann die heilige Messe feiern und alles was an ihm sterblich ist dann zum Friedhof hinauftragen, hat das aus der Sicht unseres christlichen Glaubens eine tiefe Bedeutung. Ein Begräbnisgottesdienst ist nämlich die Übergabe eines Menschen von der Kirche auf Erden an die Kirche des Himmels. Garant dieser Hoffnung ist für uns Jesus Christus. Er betont: Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben. (Joh 14,6)

 

Dieses Heimkehren in die Herrlichkeit Gottes wird beim Verabschiedungsgebet aus unserer Pfarrkirche wunderbar beschrieben: „Zum Himmelreich mögen Engel dich geleiten, die heiligen Märtyrer mögen dich begrüßen und dich führen in die Stadt des himmlischen Friedens. Die Chöre der Engel mögen dich empfangen und Christus der für dich gestorben möge dich mit ewigem Leben erfreuen.“ Hans, bitte sing nun gemeinsam mit deinen Brüdern bei diesem großen himmlischen Chor mit.

 

 

Bruder Tod hat dem irdischen Leben von Herrn Glösmann ein Ende gesetzt. Im Tod wurde ihm aber das Leben nicht genommen, sondern nur gewandelt. Er ist uns vorausgegangen in die Herrlichkeit des Himmels. Diese Hoffnung auf ein Wiedersehen möge uns allen Trost und Hoffnung schenken. Amen

Lesung: Lebenslauf von Hans Evangelium: Joh 14, 1- 6

Fr. 30.05.2025 Begräbnispredigt für Hr. Johann Langsenlehner (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Leonie! Geschätzte Mutter von Hans!

Liebe Lebensgefährtin Andrea!

Geschätzte Geschwister, Verwandte, Patenkinder, Verwandte, Freunde, Bekannte, Nachbarn, Arbeitskollegen und Schulkameraden des Verstorbenen!

Liebe Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Pyhrafeld!

Geschätzte Landwirte, welche mit Holzbauern-Hans im Laufe der Jahre zusammengebarbeitet haben!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

In der vierten Klasse einer Mittelschule war wenige Tage vor Schulschluss die letzte Religionsstunde. In dieser Klasse fühlten sich die meisten Lehrerinnen und Schüler wohl, da eine sehr gute Gemeinschaft das Klima prägte. Alle wussten aber, dass mit der Übergabe des Zeugnisses diese Zeit unwiederbringlich zu Ende gehen wird. Der Religionslehrer wollte daher nochmals allen bewusst werden lassen, wie intensiv und bereichernd die gemeinsamen vier Jahre waren.

 

Die Schüler bekamen einen weißen Karton auf den Rücken geheftet und die Jugendlichen sollten von Mitschüler zu Mitschüler gehen und ihm einen Dank, einen Segenswunsch oder einfach ein paar nette Worte aufschreiben. Es dauerte nicht lange und die weißen Zettel waren dicht beschrieben. Gemeinsam nahmen die Schüler die Blätter herunter und lasen sie still durch. In den Gesichtern war ein großes Gefühl von Dankbarkeit und Freude über die verschiedenen Mitteilungen zu erkennen. Die Jugendlichen waren überrascht, manche sogar zu Tränen gerührt als sie erfuhren was andere für sie in dieser Abschiedsstunde empfinden und ihnen verdanken.

 

Heute sind wir in unserer Pfarrkirche zum Begräbnisgottesdienst von Herrn Johann Langsenlehner versammelt. Sein plötzlicher Tod erschüttert uns alle. So vieles hätten wir dem Holzbauern-Hans noch zu sagen, zu danken, oder zu fragen. Unseren persönlichen Dank dürfen wir ihm in unseren Gebeten in die Herrlichkeit des Himmels übermitteln.

 

Im Johannesevangelium spricht Jesus zu seinen Jüngern und damit auch zu uns: Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener kommt der Geist der Wahrheit, er wird euch in die ganze Wahrheit hineinführen. (Joh 16,12) Den endgültigen Sinn und das Ziel unseres Lebens werden wir erst nach unserem Sterben erfahren.

 

Unser Verstorbener wurde am Allerheiligentag des Jahres 1968 in Amstetten geboren. Der erste Weg seines Lebens führte ihn 10 Tage später zum Sakrament der Taufe in unsere Pfarrkirche. Heute sind wir in unserem Gotteshaus beisammen um Hans auf seinem letzten Weg zu begleiten.

 

Seine Eltern Johanna und Rupert Langsenlehner schenkten ihm das Leben. Mit seinen Geschwistern Franz, Theresia, Rupert, Leopoldine und Johanna ist der am Haus Holzbauer am Reidlingberg aufgewachsen. Ein großer Tag seiner Kindheit war der 23. Mai 1981, denn da erhielt er in Ybbsitz das Sakrament der Firmung.

 

Nach den Pflichtschulen in Ferschnitz und Steinakirchen begann er eine Lehre als Landmaschinenmechaniker bei der Firma Glack in Senftenegg. Später arbeitete im elterlichen Betrieb mit und gründete eine Firma, wo er dann Mitgesellschafter war.

 

Mit seiner Fachkompetenz und seiner großen Einsatzbereitschaft war der Hans weit und breit bekannt. Unzählige landwirtschaftliche Betriebe arbeiteten mit ihm zusammen und schätzen sein Organisationstalent. Hans war immer erreichbar, und er kannte die Leute sogar nach ihren Telefonnummern.

 

Unser Verstorbener lernte seine Lebensgefährtin Andrea Wazruka aus Euratsfeld kennen und er wurde 2010 Vater seiner Tochter Leonie. Wenn der Hans von dir liebe Leonie erzählte, leuchteten seine Augen ganz besonders.

Neben der Arbeit war ihm die Geselligkeit wichtig, besonders im Kreis seiner großen Familie. Er war gerne unter Menschen und durch seine Kontaktfähigkeit kam er mit vielen Leuten in Berührung.

 

Oftmals war es ihm aus beruflichen Gründen nicht möglich die Sonntags- und Feiertagsruhe einzuhalten. Da hörte er bei seiner Arbeit die Messe im Radio.

In dieser Abschiedsstunde spüren wir wie zerbrechlich unser Leben ist. Noch vieles hätten wir dem Holzbauern Hans zu sagen, zu danken oder zu fragen. Licht und Schatten seiner fast 57 Lebensjahre vertrauen wir der Güte und der Barmherzigkeit Gottes an. Amen

 

Lesung: Jes 49, 14 – 15 – Ich vergesse dich nicht. (8. S. im JK, LJ A)

Evangelium: Joh 16, 12 – 15 (6. Woche d. Osterzeit – Mittwoch)