Fr. 10.04.2026 Begräbnispredigt für Herrn Otto Willi Reich (Pfarrer Hans Lagler)
Geschätzte Trauerfamilien!
Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Urenkel, Patenkinder, Verwandte, Nachbarn und Bekannte des Verstorbenen!
Liebe Mitglieder des Kameradschaftsbundes Steinakirchen und Jagdkollegen!
Schwestern und Brüder in Christus!
Gerade bei einem Begräbnis helfen uns Zeichen und Symbole mit der Herausforderung des Todes zurechtzukommen. Der Ablauf eines Requiems bietet uns Gelegenheit, bewusst von einem Menschen Abschied nehmen zu können.
Da sind die Blumen und die Kränze. Blumen sind Zeichen der Liebe und der Wertschätzung, doch wie die Blumen verblühen, so verblüht auch unser Leben. Vom christlichen Glauben her gesehen ist der Kranz ein Symbol für das ewige Leben. Der Siegeskranz – für die Überwindung von Leid und Tod.
Da leuchtet die Osterkerze. Sie ist Zeichen des ewigen Lebens und verbreitet still ihr Licht im Glauben an die Auferstehung von Jesus am Ostermorgen. Sie weist uns hin auf das Licht des ewigen Ostertages. Wenn wir das Jahr über Kerzen an unseren Gräbern anzünden, dann ist das ein Bekenntnis zu Christus, dem ewigen Osterlicht. Das ewige Licht leuchte dir, denn Jesus ist die Auferstehung und das Leben. Das Begräbnis von Herrn Reich ist das erste Requiem wo diese neue Kerze leuchtet.
Mit Weihwasser segnen wir die Urne von Herrn Reich. Das ist ein wunderschönes Segenszeichen. Dieses geweihte Wasser erinnert uns an die Taufe. Mit diesem Zeichen sagen wir dem Verstorbenen: Du bist getauft. Gott hat dir seine Freundschaft für immer zugesagt. Er vollendet an dir, was er in der Taufe begonnen hat.
In Trauer aber auch in Dankbarkeit wollen wir heute von Herrn Ingenieur Otto Willi Reich Abschied nehmen. Er wurde am 26. April 1945 im Elternhaus seiner Mutter, dem Bauernhof Kerschbaum in der Pfarre Lackenhof geboren. Sein Vater Willi war noch im Krieg.
Otto wurde nach evangelischem Ritus am 25. Februar 1946 im Rahmen einer Haustaufe in Götzwang getauft. Er erhielt die Vornamen Otto Willi Johann. Mit seinen Schwestern Herta und Elisabeth ist er aufgewachsen.
Als Schulkind trat er zur katholischen Kirche über. Am 21. 5. 1958 konnte er hier in dieser Kirche seine Firmung feiern. Nach der schulischen Ausbildung an der HTL in Waidhofen arbeitete er bei der Vöest. In jungen Jahren heiratete er und Otto wurde Vater der Kinder Claudia, Doris und Heidelinde.
Er war vielseitig begabt. Seine Kontaktfreudigkeit und sein Fachwissen brachten es mit sich, dass er ein sehr erfolgreicher Versicherungsmakler wurde, der diesen Beruf bis zum 70. Lebensjahr ausübte.
Herr Reich war ein guter Tänzer, ein aktiver Fußballer, begeisterter Schifahrer und ein passionierter Jäger. Gerne ging er auch auf Reisen und er erzählte immer wieder von seinen Erlebnissen.
Diese Lebendigkeit zeigte sich auch in seinem Lebensstil. Er hat drei Mal Haus gebaut und mehrmals geheiratet. Im Laufe der Jahre wurde die Familie mit den Kindern Philipp und Dina immer größer. Es stellten sich auch neun Enkelkinder und acht Urenkel ein.
Der Kameradschaftsbund Steinakirchen bedankt sich bei Herrn Reich für die jahrzehntelange Mitgliedschaft. Schon mit 21 Jahren trat er dem Verein bei. Diese lange Verbindung wurde durch verschiedene Auszeichnungen bekräftigt.
Ein schwerer Schiunfall veränderte 2010 sein Leben. Im Laufe der Jahre machte sich eine Demenzerkrankung immer mehr bemerkbar und weitere gesundheitliche Sorgen stellten sich ein. Ein Vergelts Gott allen die ihm in Zeiten der Krankheit unterstützt, gepflegt, betreut und besucht haben. Nun ist Herr Reich im 81. Lebensjahr gestorben.
Viele Zeichen und Symbole begleiten uns bei einem Begräbnis. Die Blumen, das Licht der Osterkerze, das Weihwasser und die Erde verdeutlichen unsere christliche Hoffnung auf das ewige Leben. In diesem Vertrauen legen wir das bewegte Leben von Herrn Reich in die Hände Gottes. Amen
Lesung: Ps 23
Evangelium: Mt 11,28

