Sa. 03.04.2026 Osternacht 2026 – der dritte Tag (Kaplan Renjith Josef)

Liebe Schwestern und Brüder!

Kennen Sie solche Tage?

Tage, an denen nichts so läuft, wie Sie es wollten?

Tage, an denen Sie merken: Ich schaffe das nicht mehr allein.

Wir Menschen haben viele Erwartungen.

Wir planen unser Leben.

Wir hoffen, dass alles gut geht.

Auch von Gott erwarten wir manchmal:

Er soll helfen – und zwar so, wie wir es uns vorstellen.

Aber in der Bibel sehen wir:

Gott handelt oft ganz anders.

Dort gibt es einen besonderen Gedanken:

Es wird oft vom dritten Tag gesprochen.

 

Der dritte Tag ist ein Wendepunkt.

Das ist der Moment,

wo unsere eigenen Möglichkeiten zu Ende sind,

und genau da beginnt Gott zu handeln.

Denken wir an Abraham.

Er ist mit seinem Sohn Isaak unterwegs.

Drei Tage lang.

Er weiß: Es wird schwer.

In seinem Herzen hofft er: Gott wird noch etwas ändern.

Aber am dritten Tag wird alles anders.

Es scheint keinen Ausweg mehr zu geben.

und genau da greift Gott ein.

Er schenkt eine Lösung. Einen neuen Anfang.

Ein Widder steht bereit für ein Opfer und sein Sohn Isaak darf leben, denn Gott hat großes mit ihm vor.

 

 

Oder denken wir an die Jünger von Jesus.

Am Karfreitag stirbt Jesus.

Ihre Hoffnung zerbricht. Alles ist vorbei.

Am nächsten Tag ist es still.

Keine Antwort. Keine Hoffnung.

Und dann kommt der dritte Tag.

Das Grab ist leer. Jesus lebt.

Die Jünger verstehen:

Gott hat gehandelt.

Aber ganz anders, als sie gedacht haben.

 

Liebe Schwestern und Brüder!

Der dritte Tag ist der Tag, an dem wir loslassen müssen.

Wir können nicht mehr alles kontrollieren.

Wir haben keine Antworten mehr,

aber genau dann ist Gott da.

Vielleicht kennen Sie solche Zeiten:

in der Familie, bei der Arbeit,

in der Krankheit, oder im Glauben.

 

Momente, in denen alles schwer ist.

Dann dürfen wir wissen: das ist nicht das Ende.

Gott hat noch einen Weg.

Auch wenn wir ihn noch nicht sehen.

Der dritte Tag ist Gottes Tag.

Wo wir keine Zukunft mehr sehen,

macht Gott einen neuen Anfang.

Darum dürfen wir vertrauen,

auch wenn wir oft nichts verstehen.

Ihnen allen wünsche ich daher ein gesegnetes Osterfest. Amen.