Sa. 14.03.2026 Predigt Bußfeier (Pfarrer Hans Lagler)

Thema: Die Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu sich selber

Da stand ein Gesetzeslehrer auf. Er wollte Jesus auf die Probe stellen und fragte ihn: Meister was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?

 

Mache ich mir Gedanken darüber, was mich erwartet, wenn ich die Schwelle des Todes überschreite? Ist mein Denken nur innerweltlich und übersehe ich die Weite die mir der Glaube schenkt?

 

Jesus sagte zu Ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort? Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst. Jesus sagte zu ihm: Handle danach und du wirst leben.

 

Die Botschaft der Bibel mit ihren fast 2000 Seiten lässt sich auf diese Gedanken zusammenfassen. Gott bringt mir seine Liebe entgegen. Ich bin eingeladen auf diese Liebe zu antworten. Ist mir das bewusst? Die Liebe zu Gott schenkt mir innerliche Freude und Gelassenheit. Bin ich eine Gottsucher/Gottsucherin? Die Liebe zu sich selber ist der Schlüssel zu einem gelungenen Kontakt mit den Mitmenschen? Kann ich mich selber leiden? Lebe ich versöhnt mit meinem Geburtsjahr, meinem Aussehen, meinem Gewicht, meiner Größe?

 

Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster? Jesus antwortete ihm: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho und wurde von Räubern überfallen.

 

Konkrete Menschen begegnen uns Tag für Tag. Wir wissen oft nur sehr

wenig von ihnen. Wie sie leben, welche Probleme oder Glücksmomente sie haben. Hinter jedem Gesicht verbirgt sich eine Lebensgeschichte. Wie begegne ich Ihnen? Wen überfalle ich mit meiner Aufdringlichkeit, meiner Respektlosigkeit?

 

Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und ließen ihn halbtot liegen.

 

Das trifft doch auf uns nicht zu. Wir sind ja keine Räuber?, oder doch? Wenn plündere ich aus, indem ich sie/ihn ausnutze? Wer muss für mich arbeiten, ohne je ein Wort des Dankes und der Anerkennung zu erhalten? Wen schlage ich mit Worten nieder und lasse ich halbtot liegen. Manchmal genießen wir es unsere Macht auszuspielen.

 

Zufällig kam ein Priester denselben Weg. Er sah ihn und ging weiter.

 

Jesus kennt seine Kirche sehr gut. Jene, die zum Helfen beauftragt sind schauen weg. Immer wieder erleben wir, dass Menschen, die in der Gemeinschaft der Kirche Verantwortung tragen versagen, aber auch dein und mein Fehlverhalten bringt einen Schatten auf unsere Pfarre und unsere Glaubensgemeinschaft.

 

 

Auch ein Levit kam zu der Stelle. Er sah ihn und ging weiter.

 

Der Levit war ein Mesner, ein Tempeldiener in Jerusalem. Uns allen ist der christliche Glaube wichtig, sonst wären wir jetzt nicht da. Viele von uns haben sogar einen kleinen Dienst in unserer Pfarrgemeinde. Durch unser Verhalten, durch unser bewusstes Wegschauen machen wir aber auch unsere Pfarrgemeinde von Steinakirchen unglaubwürdig. Was übersehen sie und ich, manchmal sogar bewusst um sich ja nirgends einzumischen?

 

Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war.

 

Die Volksgruppen der Juden und der Samariter taten sich sehr schwer und

gingen sich aus dem Weg. Normalerweise hätte dieser halbtote Mann dem Samariter einfach nur ein schadenfrohes Lächeln hervorlocken können, nach dem Motto dir geschieht recht. Er verhält sich aber ganz anders und springt über seinen Schatten. Gibt es in meinem Leben auch solche Ereignisse, wo ich einem Menschen, mit dem dich mich schwer tue und ihm trotzdem geholfen habe, weil er in Not war?

 

Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie.

 

Was der Mensch von heute braucht ist Zuwendung. Dies geschieht in konkreten Zeichen. Wem schenke ich Zeit? Wer wartet auf einen Besuch? Wo sind in meiner Lebensumgebung offene Wunden, die nach Heilung schreien?

 

Dann hob er ihn auf sein Reittier und brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn.

 

Die Sorge um das Wohl der Menschen ist zugleich ein Auftrag. Wo vergeude ich meine Zeit, obwohl mich andere brauchen würden? Die Feuerwehr, die Rettung, die Besuchsdienste der Pfarre sind für neue Mitglieder offen. Wo kann ich für andere Menschen sorgen?

 

Am anderen Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.

 

Auch mit Geld kann geholfen werden. Welche Projekte unterstütze ich konkret? Wofür setze ich mich ein?

 

(Bild: Jesus und der Gesetzeslehrer)

 

Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde? Der Gesetzeslehrer antwortete:

Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso.”

 

Wir predigen viel mehr durch unser Leben als durch große Worte. Unser persönliches Verhalten trägt wesentlich zur Glaubwürdigkeit der Botschaft Jesu bei. Nehmen wir den Auftrag mit: Geh und handle genauso.