Sa. 21.02.2026 Glaubenszeugnis: 1. Fastensamstag im JK (Margarete Strauß)

Schwestern und Brüder im Glauben

 

„Zwei Seelen wohnen, ach in meiner Brust!“ lässt Goethe den Doktor Faust sagen…irgendwie erinnert mich dieser Satz an die Geschichte des Evangeliums. Sicher ist es uns alle bereits schon einmal so ergangen, dass sie in Situationen im Leben in Versuchung geführt wurden….

Versuchung-

ist unser täglicher Begleiter, jeder von uns kennt sie und je mehr man versucht ihr zu widerstehn, desto größer wird sie. Die Versuchung trifft uns immer da, wo wir die größten Gelüste oder Sehnsüchte haben.

Für einen Raucher hingegen der ankündigt in der Fastenzeit ganz auf seine Zigaretten zu verzichten, wird sicher von der Umwelt belächelt werden und man wird es ihm nicht glauben. … aber ich weiß, aus eigener Erfahrung es ist eine echte Herausforderung…erst 1 Stunde, dann 1 Tag ohne Zigarette, dann eine Woche und siehe da, es gelingt!

Womit wir in Versuchung geführt werden, hängt ganz von uns selbst ab.

 

Im Evangelium erleben wir einen Teufel, der genau weiß, wo die Stolpersteine im Leben des Gottessohnes liegen aber ebenfalls auch bei uns Menschen. Jesus ist alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Eine Macht, die sehr viel Verantwortung mit sich bringt. Genau dort setzt der Teufel an…

Er malt Jesus aus, was er mit seiner Macht anfangen könnte. Es ist nur ein kleiner Schritt zum Machtmissbrauch wenn man so mächtig ist…wenn ich nur an die bestimmte Personen in der Politik und Wirtschaft denke, so meine ich, erliegen sie sehr häufig diesem Machtmissbrauch. Es genügt oft nur ein kleines Handzeichen und die Welt um uns verändert sich.

 

Wie geht Jesus mit dem Versucher um? Jesus bleibt standhaft, er zitiert dreimal die Heilige Schrift. Er fängt nicht an, mit dem Teufel zu argumentieren, er versucht auch nicht, ihm zu beweisen, dass er das alles nicht nötig hat. Denn im Augenblick der Versuchung, kann man keinen größeren Fehler machen, als sich auf eine Diskussion einzulassen. Darauf wartet der Versucher nur, denn er ist ein geschickter Rhetoriker und ein unschlagbarer Kenner unserer Psyche.

Führen wir keine Diskussionen mit sich selbst ob uns die Versuchung jetzt schadet oder nicht… wenn sie aber der Versuchung erlegen sind, dann werden sie ein schlechtes Gewissen haben. Das ist der Triumpf, der Sieg des Teufels…selbst wenn sie sich vornehmen, es nicht mehr zu tun, haben sie auf ihrem Gefühlskonto ein fettes schlechtes Gewissen, ein ungutes Gefühl. Wir Menschen neigen dazu, es uns leicht zu machen mit unseren Versuchungen, jedoch versuchen wir, einen neuen Weg einzuschlagen.

 

Wenn sie sich für die Fastenzeit etwas vorgenommen haben, um den Versuchungen zu widerstehen, alleine oder in einer Gruppe, dann könnte dies hilfreich sein:

Machen sie sie sich einen Plan, schreiben sie ganz genau auf, was sie möchten. Wenn sie alleine leben dann hängen sie sich diesen Plan an ein Stelle, wo er ihnen ins Auge springt, gehen sie nicht achtlos an ihm vorbei, lesen sie ihn mehrmals täglich laut vor.

Sind sie in einer Familie, so stecken sie ihren Plan in die Hosentasche und holen sie ihn ebenfalls mehrmals täglich hervor, um zu lesen. Zählen sie die Tage, an denen sie der Versuchung widerstanden haben – das führt zu einem Gefühl des Triumphes über sich selbst, es geschafft zu haben, dass sie widerstanden haben!

 

Fragen wir uns:

 

Kennen wir unsere Stolpersteine der Versuchung?

 

Erliegen wir den Einflüsterungen, den Argumenten von Anderen?

 

Entscheiden wir uns für das, was uns gut tut?

 

Quellennachweis: Ideenwerkstatt Gottesdienste, Verlag Herder, 2/2026