Mo. 12.1.2026 Begräbnispredigt für Frau Rosa Resch (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel!

Liebe Verwandte, Patenkinder, Freunde, Bekannte und Nachbarn der Verstorbenen!

Geschätzte Mitglieder des Seniorenbundes von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

In manchen Bauernhöfen ist folgender tiefsinnige Spruch zu lesen:

 

Dies Haus ist mein und doch nicht mein.

Der vor mir war dem wars nicht sein

er ging hinaus und ich hinein.

Nach meinem Tod wirds grad so sein.

So trägt man jeden still hinaus

nun sag mir, wem gehört nun dieses Haus?

 

Als zur Tausendjahrfeier der Pfarre Steinakirchen ein Buch über die Geschichte unserer schönen Gegend veröffentlicht wurde, versuchte der Priester und Kirchenhistoriker Dr. Friedrich Schragl aus Wolfpassing kurz jedes Haus des Pfarrgebietes zu beschreiben.

 

Er notiert über den Bauernhof in Schlott 2 folgendes: Dieser Hof wird im Jahr 1446 als „Ob des Slats“ erstmals urkundlich erwähnt. Als im Jahr 1666 die Rotte Pyhrafeld an das Stift Seitenstetten übergeben wurde, scheint ein Adam Lehner als Hausbesitzer auf. Jede Generation hat sich auf diesem Haus bemüht um das Erbe der Väter und Mütter zu gestalten.

 

Frau Rosa Resch wurde am 16. Juni 1938 in der Pfarre Waidhofen an der Ybbs geboren. Ihre Eltern hießen Juliana und Johann Obermüller. Im Kreis von neun Geschwistern ist sie aufgewachsen. Von dieser großen Schar lebt jetzt nur mehr eine Schwester namens Maria.

 

5 Tage nach ihrer Geburt erhielt sie in der Stadtpfarrkirche Waidhofen das

Sakrament der Taufe. Ein großer Tag ihrer Kindheit war der 22. Mai 1949 denn da konnte ebenfalls in Waidhofen ihre Firmung gefeiert werden.

 

Ihre Mutter starb als unsere Verstorbene noch ein Schulkind war. Diese war der Grund, dass sie die Arbeit in der Landwirtschaft von Kindes Beinen an kannte. Sie ging in Böhlerwerk in die Schule und sie freute sich von ihrem Elternhaus die Basilika am Sonntagberg sehen zu können.

 

Als Jugendliche absolvierte sie die landwirtschaftliche Fortbildungsschule in Waidhofen, arbeitete in einem Forstgarten um Bäume zu pflegen und später als Köchin im Gasthaus Hehenberger in Waidhofen.

 

Sie lernte ihren Gatten Josef Resch aus der Pfarre Steinakirchen kennen, den sie am 30. Mai 1966 heiratete. Nun wurde das Haus Kleinschlott ihre neue Heimat. Der Alltag am landwirtschaftlichen Betrieb war mit großen Herausforderungen verbunden. Es wurden Haus und Hof neu gebaut und sechs Kinder erblickten das Licht der Welt. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch 8 Enkel und 6 Urenkel zur Familie.

 

Der Zusammenhalt in ihrer großen Familie war ihr sehr wichtig. Als großartige Köchin hat sie gerne Menschen bewirtet und Gastfreundschaft gepflegt. So hat sie auf ihre Weise einen Vers der Bibel gelebt: Jesus spricht: Es gibt keine größere Liebe als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. (Joh 15,13) Sie hat ihre ganz Kraft ihrer großen Familie geschenkt. Der Kontakt mit den Nachbarn spielte für sie ebenfalls eine große Rolle. Dies hat sie gerne mit kleinen Spaziergängen verbunden.

 

Der Rückhalt im christlichen Glauben gab ihr die Kraft die Herausforderungen ihres Lebens zu meistern. Das Singen und die Natur waren für sie besondere Kraftquellen, die ihre eine innere Freude schenkten, trotz aller Sorgen.

 

So vergingen die Jahre und Jahrzehnte. Leider stellten sich in den letzten Monaten große gesundheitliche Sorgen ein. Sie spürte, dass ihre Zeit auf Erden kostbar wurde. Im Kreis der großen Familie wünschte sie sich mit den Sakramenten der Kirche gestärkt zu werden. Die letzten Wochen verbrachte sie im Hospiz Melk, wo sie liebevoll in ihrer schweren

Erkrankung betreut wurde. Nun ist sie uns am 4. Jänner in die Ewigkeit vorausgegangen.

 

Für uns Christen ist dieser heutige Tag der Trauer und des Abschiedes zugleich ein trostvoller Blick in unsere eigene Zukunft. Der Apostel Paulus beschreibt was auf uns zukommt: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird, dann haben wir eine ewige Wohnung bei Gott.

 

In Trauer und Dankbarkeit blicken wir auf das lange Leben von Frau Rosa Resch zurück. Sie fehlt in ihrer großen Familie und besonders am Haus Kleinschlott in Pyhrafeld.

 

Dies Haus ist mein und doch nicht mein.

Der vor mir war dem wars nicht sein

er ging hinaus und ich hinein.

Nach meinem Tod wirds grad so sein.

So trägt man jeden still hinaus

nun sag mir, wem gehört nun dieses Haus?

 

Gott möge sie nun mit der Freude des ewigen Lebens beschenken. Amen

Lesung: Röm 12, 9 -17 Evangelium: Joh 15, 10- 15