So. 14.12.2025 Elch Emil – Wort des Jahres; Freude – Wort des Tages (Pfarrer Hans Lagler)

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Mit einem Quiz möchte ich heute die Predigt beginnen: Welche weltbekannte Persönlichkeit hat heuer die Pfarre Steinakirchen besucht? War es eine berühmte Schauspielerin, welche die Kinosäle füllt oder ein Politiker, der oft in den Zeitungen zu sehen ist? Nein.

Wer könnte es gewesen sein? Hat wer schon eine Ahnung? Ich helfe ihnen. Es ist ein Tier mit vier Beinen. Richtig – der Elch Emil.

 

Er hat in Ochsenbach die Straße überquert und ist in aller Ruhe Richtung Sonntagberg weitermarschiert. Sein Name wurde zum Wort des Jahres 2025 in Österreich.

 

Nach diesem Wort des Jahres möchte ich sie am 3. Adventsonntag auf das Wort des Tages hinweisen. Es ist der großartige Begriff der Freude. Schon im Eröffnungsvers der heiligen Messe kommt er heute zwei Mal vor: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich euch freut euch, denn der Herr ist nahe.“ (Phil 4,4f.)

 

Diese Lebenshaltung klingt auch im Tagesgebet an … damit Weihnachten eine Zeit der Freude und der Zuversicht werde. In der Lesung aus dem Propheten Jesaja ist sogar drei Mal davon die Rede. Gerne erinnere ich an diese Bibelstellen: „Die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen“ (Jes 35,1) Ewige Freude ruht auf ihren Häuptern. Wonne und Freude stellen sich ein, Kummer und Seufzer entfliehen (Jes 35, 10). Diese Freude wird sogar in der rosa Kerze am Adventkranz sichtbar dargestellt.

 

Diese Lebenshaltung der Freude darf nicht mit dem Begriff „Spaß“ verwechselt werden. Spaß ist kurzfristig und macht nur für wenige Augenblicke glücklich. Freude hingegen schenkt eine innere Erfüllung und stimmt uns für lange Zeit zuversichtlich.

Gerade die Wochen des Advents möchten die Freude in uns stärken und festigen. Diese Haltung stellt sich ein, wenn wir mit offenen Augen durch unseren Alltag gehen, denn aus der Kraft des Glaubens dürfen wir – ohne es zu ahnen – oft großes bewirken.

 

Johannes der Täufer ist heute auf der Suche nach dieser inneren Freude, welche der erwartete Messias bringen soll. Er schickt daher zwei seiner Jünger zu Jesus und lässt ihn klipp und klar fragen ob er der erwartete Hoffnungsbringer ist oder nicht. Der Herr sagt aber nicht ja oder nein, sondern er verweist auf diese Zeichen der Freude, welche sein verborgenes Wirken hervorruft: „Blinde sehen wieder, Lahme gehen, Aussätzige werden gesund, Taube hören, Tote stehen auf und den Armen wird das Evangelium verkündet.“ (Mt 11, 5)

 

Es wird auf diese Weise in großartigen Bildern erklärt, wie heilende Begegnungen unsere Mitmenschen aber auch uns selber positiv verändern. Die eine, welche für die Vielfalt der Natur blind geworden ist, lernt durch deine Einladung zu einer Wanderung die Schönheit der Ötschergräben zu genießen. Der andere den Sorgen ganz kraftlos und lahm machen, spürt durch dein einfühlsames Zuhören neuen Mut und wagt die ersten Schritte in Richtung Zukunft.

 

Elch Emil – der Stargast der vergangenen 12 Monate in unserer Pfarre hat es nochmals geschafft, dass alle über ihn reden. Sein Name wurde das Wort des Jahres.

 

Freude ist meiner Meinung nach das Wort des 3. Adventsonntages. Ich hoffe für dich und für mich dass dies nicht nur für heute, sondern für alle 365 Tage gilt. Freude beschreibt nämlich das Geschenk einer lebendigen Gottesbeziehung, die manche Sorge kleiner aussehen lässt. Aus diesem Grund hat der Apostel Paulus schon recht, wenn er uns heute zuruft: Freut euch im Herrn zu jeder Zeit. Amen

Lesung: Jes 35,1 – 6a Evangelium: Mt 11,2 – 11