Fr. 12.12.2025 Begräbnispredigt für Herrn Rudolf Leitner (Pfarrer Hans Lagler)
Geschätzte Frau Leitner! Liebe Trauerfamilien!
Geschätzte Kinder, Schwiegerkinder und Enkel!
Liebe Verwandte, Patenkinder, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen und Bekannte des Verstorbenen!
Schwestern und Brüder in Christus!
Es ist alles nur geliehen, hier auf dieser schönen Welt.
Es ist alles nur geliehen, aller Reichtum, alles Geld.
Es ist alles nur geliehen, jede Stunde voller Glück;
musst du eines Tages gehen, lässt du alles hier zurück.
Darum lebt doch euer Leben, freut euch neu an jedem Tag,
wer weiß auf unsrer Erdenkugel was das Morgen bringen mag?
Freut euch an den kleinen Dingen, nicht nur an Besitz und Geld
es ist alles nur geliehen, hier auf dieser schönen Welt.
Dieses Gedicht wurde für Herrn Leitner zur Lebens- und Glaubenswirklichkeit.
In der Denkwelt des christlichen Glaubens gilt folgender Gedankengang: Gott haucht dem Menschen den Lebensatem ein (Gen 2,7). Dieser Lebensatem, – wir sagen auch Seele dazu – belebt uns Menschen vom ersten Augenblick unserer Existenz. Dies unterscheidet uns von toten Gegenständen wie Steine oder Metall. Es liegt aber in der Macht Gottes, wenn wir unseren Lebensauftrag erfüllt haben uns diesem Atem wieder zu nehmen. Der Himmel leiht uns sozusagen für einige Jahre und Jahrzehnte diesen Lebensatem. Es ist alles nur geliehen hier auf dieser Welt, auch unser Leben. Wir geben es im Augenblick des Todes unserem Schöpfer zurück. Gott geht oft Wege, die wir Menschen nicht verstehen und begreifen können, aber diese Wege führen ins Licht.
Herr Rudolf Leitner wurde am 10. August 1947 in Aurach bei Kitzbühel in Tirol als erstes von vier Kindern geboren. Im Alter von vier Jahren übersiedelte er mit
seiner Familie nach Achleiten bei Kremsmünster in Ober-Österreich. Seine Eltern haben sich dort einen Bauernhof gekauft.
Nach der Volkschule in Achleiten und der Hauptschule in Bad Hall erlernte er den Beruf eines Käsers in der Molkerei Achleiten. Bei einem Weiterbildungskurs in Wolfpassing lernte er seine zukünftige Gattin Theresia kennen. 1970 wurde in Kematen an der Krems die Hochzeit gefeiert. Vier Kinder erblickten das Licht der Welt. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch sieben Enkel zur Familie. Obwohl dann im Laufe der Jahre Zarnsdorf sein Wohnsitz wurde, arbeite er weiterhin in den Molkereien Scharnstein und Schlierbach als Käse- und Molkereimeister.
In der Pension hat er beim Umbau des Hauses seiner Tochter in Mank mitgeholfen. Aufgrund gesundheitlicher Sorgen hat Herr Leitner in den letzten Jahren sehr zurückgezogen gelebt. Nun ist er gestärkt mit den Sakramenten der Kirche im 79. Lebensjahr von Gott abberufen worden.
Es ist alles nur geliehen, aber von wem? Unser christlicher Glaube sagt uns, dass wir vor Gott Rechenschaft über unser Leben geben werden. Jesus erklärt uns diesen Gedanken im Gleichnis vom treuen Verwalter. Komm nimm teil an der Freude deines Herrn! (Mt 25,21).
Es ist alles nur geliehen hier auf dieser schönen Welt,
es ist alles nur geliehen, aller Reichtum, alles Geld.
Es ist alles nur geliehen, jede Stunde jedes Glück:
musst du eines Tages gehen, lässt du alles hier zurück.
In Trauer aber auch in großer Dankbarkeit blicken wir auf das Leben von Herrn Leitner zurück und bitten: Christus möge ihn mit der Freude des ewigen Lebens beschenken, damit für ihn die Verheißung: „Komm nimm teil an der Freude deines Herrn“ Wirklichkeit wird. AMEN
Lesung: Röm 12, 9 -18 Evangelium: Mt 25,14 – 30

