Di. 9.12.2025 Begräbnispredigt für Frau Christine Halbartschlager (Pfarrer Hans Lagler)
Geschätzter Herr Halbartschlager!
Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Patenkinder, Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen, Freunde und Bekannte der Verstorbenen!
Liebe Ortsgemeinschaft von Wang!
Schwestern und Brüder in Christus!
Die Zeit vor Weihnachten ist eine ganz besondere Phase des Kirchenjahres, denn diese Wochen des Advents werden von vielen christlichen Bräuchen bestimmt. In fast allen Häusern findet sich ein Adventkranz. Der heilige Nikolaus hat viele Kinder beschenkt.
Ein besonderer Brauch wird am Gedenktag der heiligen Barbara, dem 4. Dezember gepflegt. Da schnitten zahlreiche Menschen Kirschenzweige ab und wässerten sie ein. Wenn sie bis Weihnachten aufblühen, dann heiratet jemand im nächsten Jahr im Haus, so lautet die Deutung im Volksmund.
Die wirkliche Bedeutung dieses Brauches liegt aber viel tiefer und ist mit einer Legende über die heilige Barbara verbunden. Die heilige Barbara lebte im 3. Jahrhundert in der heutigen Türkei und wurde Opfer einer Christenverfolgung. Diese junge Frau war heimlich Christin geworden. Als der Vater davon erfuhr, ließ er sie in einen Turm sperren und meldete aus Zorn seine Tochter zur Hinrichtung an. Auf dem Weg ins Gefängnis verfing sich ein Kirschenzweig im Kleid der Heiligen. Barbara wässerte den kleinen Ast ein, der an ihrem Todestag aufgeblüht war. „Du schienst wie tot“, sagte Barbara, „aber du bist aufgeblüht zu neuem Leben. So wird es auch bei mir sein. Nach meinem Tod werde ich aufblühen zu neuen, ewigen Leben.“ Der Barbarazweig ist also ein Hinweis auf das ewige Leben. Dieser Kirschenzweig ist ein Ostersymbol mitten im kalten Advent.
In dieser Hoffnung auf die Herrlichkeit des Himmels möchte ich nun mit ihnen auf die bewegte Lebensgeschichte von Frau Christine Halbartschlager blicken. Sie wurde am 12. Juni 1947 am Haus Schützenberg in der Pfarre Reinsberg geboren. Ihre Eltern hießen Josefa und Johann Deuretzbacher.
Der erste Weg ihres Lebens führte sie fünf Tage später in das Gotteshaus von Reinsberg, wo sie das Sakrament der Taufe empfing. Heute sind wir in der Pfarrkirche Steinakirchen beisammen um Frau Halbartschlager auf ihrem letzten Weg zu begleiten.
Sie ist im Kreis von 10 Geschwistern aufgewachsen. Nach der Schulzeit arbeitete sie im Hotel Winterbach und dann später bei Familie Dr. Schweighofer in Steinakirchen im Haushalt.
Sie lernte ihren Gatten Johann Halbartschlager vom Haus Latschbach kennen. Am 7. August 1971 konnte in der Pfarrkirche Randegg die Hochzeit gefeiert werden. Drei Kinder erblickten das Licht der Welt: Martin, Christine und Ulrike. Heute gehören neben den Schwiegerkindern auch sechs Enkel zur Familie.
Durch berufliche Veränderungen hatte die junge Familie immer wieder andere Wohnsitze. Unsere Verstorbene war dann viele Jahre bei der Firma Garant-Tiernahrung in Pöchlarn als Reinigungskraft beschäftigt.
1988 wurde hinter der Schule in Wang ein Grund gekauft. Der Traum eines eigenen Hauses sollte sich verwirklichen. Als dann Frau Halbartschlager in Pension ging, war sie gerne für ihre Enkelkinder da. 2014 erfolgte leider eine große Herzoperation. Seit dieser Zeit war sie gesundheitlich immer herausgefordert. Um ja nicht krank zu werden zog sie sich immer mehr zurück in ihr Haus. Mit dem Besuch mit der heiligen Kommunion vor hohen Feiertagen durfte ich ihr eine große Freude bereiten.
Begleitet von ihrem Gatten und der Familie und gestärkt mit den Sakramenten der Kirche ist sie nun im 79. Lebensjahr von Gott abberufen worden.
Nochmals darf ich auf den Barbarazweig hinweisen. „Du schienst wie tot, aber du bist aufgeblüht zu neuem Leben. So wird es auch bei mir sein. Nach meinem Tod werde ich erblühen zu neuen, ewigen Leben.“ Die heilige Babara greift damit einen Gedanken der im Evangelium mitgegeben wurde auf. Jesus verspricht einem Mann der mit ihm gekreuzigt wurde: Heute wirst du noch mit mir im Paradies sein. (Lk 23, 33) Das ist ein Wort, das der Herr uns allen in der Todesstunde zuflüstert. Wir blühen wie eine Knospe auf zum ewigen Leben.
Wir wünschen Frau Halbartschlager, dass sie in Gott Ruhe und Frieden findet. Sie ist nun wie ein Barbarazweig aufgeblüht zum ewigen Leben. In dieser Hoffnung vertrauen wir ihr arbeitsreiches Leben der Güte und Barmherzigkeit Gottes an. Amen
Lesung: Röm 8, 35 – 39 Evangelium: Lk 23, 29 – 33


