Di. 23.12.2025 Begräbnispredigt für Herrn Franz Pöhacker (Pfarrer Hans Lagler)

Liebe Christa! Geschätzte Mutter von Franz!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel, Verwandte, Patenkinder, Freunde, Bekannte, Schulkameraden, Arbeitskollegen und Nachbarn!

Geschätzte Ortsgemeinschaft von Wang!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Wenn ein Christ, der sich ein wenig über seinen Glauben auskennt, gefragt wird, wie einer der wichtigsten Teile der heiligen Messe heißt, kommt sicherlich die Antwort: Die Wandlung. Mit diesem volkstümlichen Begriff werden die Einsetzungsworte des Herrn über Brot und Wein bezeichnet. Jesus nimmt uns mit in den Abendmahlssaal am Gründonnerstag und schenkt uns in Brot und Wein seine bleibende Gegenwart. Mit dem Auftrag “Tut dies zu meinem Gedächtnis” (Lk 22, 19) trägt er den Christen aller Jahrhunderte auf immer wieder das Geschehen der Wandlung zu feiern. In den kommenden Weihnachtstagen sind wir ja alle eingeladen uns in dieses Geheimnis wieder neu zu vertiefen.

 

Die Wandlung als Mittelpunkt der heiligen Messe verweist uns darauf, dass Wandlung einer der markantesten Begriffe unseres Lebens ist. Wir erleben im Grunde dauernd Wandlung. Wer bewusst mit den vier Jahreszeiten lebt, spürt dieses Geschehen im Kreislauf der Natur.

 

Wir Menschen wandeln uns ebenfalls dauernd. Aus Kindern werden Jugendliche und Erwachsene. Die Jahre und Jahrzehnte verändern uns. Wir brauchen nur bewusster Fotos anschauen. Wandlung – mit diesem Wort lässt sich auf treffende Weise die Lebensgeschichte von Franz umschreiben.

 

Er wurde am 15. September 1963 im Krankenhaus Scheibbs geboren. Franz kam mit seiner Schwester Helga als Zwilling auf die Welt und er war der erste von fünf Geschwistern. Seine Eltern hießen Franz und Theresia Pöhacker. Die Zwillinge wurden gleich an ihrem Geburtstag getauft. Mit seinen Geschwistern ist er im Haus Trippelberg aufgewachsen. Ein großer Tag seiner Kindheit war der 30. Mai 1976, denn da konnte in Krems-Lerchenfeld die Firmung gefeiert werden.

 

Nach der Schulzeit in Steinakirchen erlernte er in Marbach an der Donau den Beruf eines Fleischhauers. Er war dann im Gasthaus Brandtner in Steinakirchen und bei der Firma Grubmayer in Scheibbs beschäftigt. Beruflich hat er sich dann weiterentwickelt und Herr Pöhacker war Lastwagenfahrer bei der Firma Wurzer und später viele Jahre Pumpenmaschinist bei der Firma Cemix-Rohrdorfer. Aufgrund eines Herzinfarktes ging er in Pension.

 

Franz lernte in jungen Jahren seine Christa kennen. In Wang wurde ein gemeinsames Haus gebaut. Hier in dieser Kirche konnte am 26. Juli 1986 die Hochzeit gefeiert werden. Zwei Kinder erblickten das Licht der Welt: Melanie und Georg. Heute gehören neben Schwiegerkindern auch 3 Enkel zur Familie: Oliver, Klara und der erst vor wenigen Tagen geborene Leopold.

 

Am 6. Dezember habe ich den Franz zum letzten Mal getroffen. Ich war als Nikolaus in Wang unterwegs und er kam mir mit seinen Walkingstöcken entgegen. Ich fragte ihn: Warst du eh immer brav. Ja, sagte er denn ich mache genau was die Ärzte mir sagen und achte auf meine Gesundheit. Dann durfte ich ihm ein kleines Geschenk geben.

 

Wir blickten nun auf ein Leben voller Verwandlungen zurück: vom Kind zum Jugendlichen – vom Jugendlichen zu einem Mann. Der 17. 12.

brachte die größte Wandlung seines Lebens. Sein irdisch-vergängliches Leben wurde in das ewige-unvergängliche Leben verwandelt. Alles was an ihm sterblich ist hat er dabei zurückgelassen wie ein Schmetterling seinen Raupenpanzer. Es wurde die Osterhoffnung zu seiner Lebenswirklichkeit. Was an Franz sterblich ist, hat in dieser Urne Platz.

 

Die Wandlung zählt zu den wichtigsten Teilen der heiligen Messe. Der Begriff Wandlung beschreibt die Veränderungen in unserem Leben, in der Natur und besonders im Leben von Herrn Pöhacker. Der dreifaltige Gott möge ihn nun mit der Freude des Himmels beschenken. Amen

Lesung: Jes 40, 6 – 8 Evangelium: Mt 5, 33 – 37