Di. 4.11.2025 Begräbnispredigt für Herrn Rudolf Böck (Pfarrer Hans Lagler)
Geschätzte Frau Böck! Liebe Trauerfamilie!
Geschätzte Verwandte, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen, Schulkameraden, Sportsfreunde und Nachbarn des Verstorbenen!
Schwestern und Brüder in Christus!
Jeder Tag im kirchlichen Kalender hat seine besondere Bedeutung. Mit dem Hochfest Allerheiligen und dem Gedenktag Allerseelen hat der Monat November begonnen. Heute am 4. November feiert die Kirche den heiligen Karl Borromäus. Dieser Mann wirkte segensreich als Bischof von Mailand in Italien. Er hat durch seinen großartigen Einsatz die Kirche in unserem südlichen Nachbarland erneuert.
Ein besonderes Anliegen war ihm die Förderung der Kunst. Einmal gab er einem Maler den Auftrag den Tod zu malen. Nach einigen Wochen brachte der Maler das Bild. Es zeigte ein gruseliges Skelett, das mit der Sense in der Hand die Menschen wie Strohhalme niedermähte. Karl Borromäus lehnte das Bild ab. Nein, so habe ich mir den Tod nicht vorgestellt. So sollst du den Tod malen: Male ihn als lichten Engel, der einem Menschen ins Ohr flüstert: Komm mit. Der Maler hörte mit großer Aufmerksamkeit zu und hatte nach wenigen Tagen das neue Bild fertig gestellt.
Der Tod als schauriges Skelett. Der Tod als lichter Engel.
Diese 2 Bilder prägen unsere Vorstellung vom Tod. Wir alle haben Angst vor dem Tod. Bilder vom Tod als Skelett wie er in den Halloweenkostümen unserer Kinder oder im Motiv des Totentanzes in der Volkskunst immer wieder vorkommt verstärken diese Angst.
Im Blickpunkt auf unseren christlichen Glauben sehen wir den Tod als lichten Engel. Dieser Engel sagte im Auftrag Gottes zu Herrn Böck: Du Rudi, es ist Zeit für dich. Du hast deinen Lebensauftrag hier auf Erden erfüllt. Kommt mit in das Reich des Lichtes und des Friedens.“
Wir legen heute das Leben von Herrn Rudolf Böck in die Hände Gottes. Mitten in der Zeit des Zweiten Weltkrieges wurde er am 5. April 1941 in Wolfpassing geboren. Seine Eltern hießen Rosina und Franz Böck. Der erste Weg seines Lebens führte ihn acht Tage später zum Sakrament der Taufe in unsere Pfarrkirche. Heute sind wir in unserem Gotteshaus versammelt um ihn auf dem letzten Weg zu begleiten. Ein großer Tag seiner Kindheit war der 19. Mai 1951 denn da erhielt er das Sakrament der Firmung.
Hier in dieser Kirche konnte Hochzeit gefeiert werden. 59 Jahre war er mit seiner Mathilde in Freud und Leid des Lebens im Sakrament der Ehe verbunden. Heute gehören Sohn Rudolf, Schwiegertochter Martina und die Enkel Anna und Matthias zur Familie.
Namens der Pfarre darf ich ihm für einen kleinen ehrenamtlichen Dienst danken. Herr Böck hat einige Jahre in der Michael Rab Straße die Pfarrbriefe ausgetragen.
In den letzten Jahren begleiten ihn große gesundheitliche Sorgen. Herr Böck verbrachte die letzte Zeit seines Lebens im Pflegeheim Kutscherhof in Purgstall. Seine strahlenden Augen und sein Interesse für Sport blieben ihm erhalten. Gestärkt mit den Sakramenten der Kirche ist er nun in die Ewigkeit hinüber gegangen.
Wenn die irdische Lebenszeit eines Menschen zu Ende geht, spüren wir schmerzhaft was wir verloren haben. Mit dem Tod stirbt ja auch ein eigenes Stück unserer Lebensgeschichte, oder christlich formuliert: Mit dem Tod eines Menschen vertrauen wir schon endgültig Gott ein Stück unserer eigenen Lebensgeschichte an bis für unser selber einmal der Tag kommt wo es heißt: Komm mit. Das menschliche Dasein gleicht einem Weizenkorn, das in die Erde gelegt wird, und scheinbar stirbt, damit es reiche Frucht bringen kann.
Der Tod als ein lichter Engel, der einem Menschen ins Ohr flüstert: Komm mit, so stellte sich der hl. Karl Borromäus den Tod vor. Ich denke, das soll auch unser Bild vom Tod sein, trotz aller Ängste die damit zurecht verbunden sind. Herr Böck ist nun befreit von allen irdischen Sorgen. Unser gemeinsames Beten und Singen drückt diese Hoffnung aus, denn im Tod wird uns das Leben gewandelt aber nicht genommen. AMEN
Lesung: Apg 10,34 – 43 Evangelium: Joh 12, 23 – 26


