Do. 6.11.2025 Begräbnispredigt für Herrn Andreas Berger (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Trauerfamilien!

Geschätzte Geschwister, Verwandte, Patenkinder, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen und Bekannte von Andreas!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Mit dem Vornamen angesprochen zu werden, berührt uns alle tief in der Seele. Aus diesem Grund hat daher der Name in unserem christlichen Denken eine ganz große Bedeutung. Die Taufspendung beginnt mit der Frage an Mutter und Vater des Täuflings: Welchen Namen haben sie ihrem Kind gegeben?

 

Gerne möchte ich ein paar Beispiele erwähnen, wie wichtig im Laufe seines gerade aus dem Blickwinkel des christlichen Glaubens sein Vorname war: Herr Berger wurde am Allerheiligentag des Jahres 1960 im Krankenhaus Scheibbs geboren. Wer die Allerheiligenlitanei kennt, hört die bekannten und unbekannten Namen von Persönlichkeiten unserer katholischen Glaubenstradition.

 

Seine Eltern hießen Maria und Josef Berger. 11 Tage nach seiner Geburt erhielt er in der Steinakirchner Pfarrkirche das Sakrament der Taufe. Im Volksmund wird ja der Begriff „Vorname“ auch gerne „Taufname“ genannt. Da wurde er von Jesus zum ersten Mal beim Namen gerufen: Andreas, ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, heißt es in der Taufformel wo der Taufpriester Jesus seine Stimme borgen darf.

 

Bei der Feier der Firmung stand ebenfalls sein Vorname im Mittelpunkt. Der Firmspender durfte am 18. Mai 1974 hier in diesem Gotteshaus sprechen: Andreas, sei besiegelt durch die Gabe Gottes den heiligen Geist.

 

Bei der Feier der Trauung beginnen die Brautpaare mit der Nennung des Vornamens ihr Eheversprechen. “Andreas, vor Gottes Angesicht nehme ich dich an als meinen Mann“. Sie begann am 10. Juli 1983 in Neustadtl an der Donau der Vermählungsspruch mit seiner Gattin Irena. Da seine Frau aus Polen stammt und in Neustadtl ein Priester aus Polen tätig ist, wurde diese Trauungskirche gewählt.

 

Heute beim Begräbnisgottesdienst beten wir immer wieder für unseren Bruder im Glauben Andreas.

 

In Trauer und Dankbarkeit blicken wir heute auf die nach menschlichem Ermessen viel zu kurze Lebenszeit von Andreas zurück. Große kirchliche Feste seiner Biographie durfte ich ja schon erwähnen.

 

Andreas war der zweite von fünf Geschwister und er ist im Schloss Wolfpassing aufgewachsen wo sein Vater in der Landwirtschaft tätig war.

Nach der Pflichtschulzeit in Steinakirchen absolvierte er im Gasthaus zum Goldenen Hirschen in Salzburg eine Kochlehre, die er mit Auszeichnung abschloss.

 

Er lernte seine Gattin Irena kennen. Die beiden adoptierten ein Kind namens Adam.

 

Rund 25 Jahre war Andreas im Hotel Donauhof bei Familie Pichler in Emmersdorf als Koch tätig. Mit Fleiß und Fachwissen übte er zur Zufriedenheit der Gäste seinen Beruf aus. Wenn er frei hatte, besuchte er immer seine Mutter in Steinakirchen. Beide feierten an einem Dienstag gemeinsam die Wochentagsmesse mit.

 

 

Leider stellten sich bei Andreas nach seiner Pensionierung schwere gesundheitliche Sorgen ein. Eine Krebserkrankung brachte dunkle Wolken auf seinem Lebenshimmel. Gestärkt mit den Sakramenten der Kirche ist er nun im 65. Lebensjahr verstorben.

 

Im Evangelium hörten wir das Ostererlebnis der Maria Magdalena. Diese Frau steht beim Grab Jesu und kann es gar nicht fassen, dass das Grab leer ist. Als der Auferstandene ihr begegnet hält sie ihn für den Totengräber und bittet um eine Auskunft. Erst als Jesus sie mit ihrem Namen anredet “Maria” erkennt sie ihn. Diese Freude teilt sie den Aposteln mit und erzählt: Ich habe den Herrn gesehen. (Joh 20, 17)

 

Mit dem Vornamen – dem Taufnamen – angesprochen zu werden ist für uns alle eine Bereicherung. Für Andreas war der 28. Oktober der Tag wo Jesus Christus der Auferstandene ihn mit seinem Namen endgültig angesprochen hat. Andreas, komm heim in die Ewigkeit des Himmels. In diesem Vertrauen legen wir sein bewegtes Leben in die Hände Gottes. Amen

Lesung: Jak (Rauch sind wir) Evangelium: Joh 20, 11- 18