Di. 28.10.2025 Begräbnispredigt für Herrn Patrick Dorninger (Pfarrer Hans Lagler)
Geschätzte Eltern und Geschwister von Patrick!
Liebe Großeltern, Tauf- und Firmpaten, Verwandte, Bekannte, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen und Schulkameraden!
Geschätzte Ortsgemeinschaft von Stetten!
Liebe Mitglieder der Jungen ÖVP!
Schwestern und Brüder in Christus!
Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch, der immer da war, ist plötzlich nicht mehr da.
Wir halten inne und werden still.
Vergangenes zieht in Gedanken vorbei,
gemeinsame Stunden, die gelungen sind oder die leer blieben.
Wir merken jetzt was uns fehlt und fragen uns, was bleibt?
Wir trauern, aber die Trauer wird nicht das letzte Wort haben.
Die Pfarrkirche von Steinakirchen ist heute ein Ort des Abschieds. Viele Menschen sind da, um diese Trauer mit Ihnen geschätzte Familie Dorninger, und mit Ihnen Frau Schragl vom Haus Stocka zu teilen. Durch unser Dasein wollen wir euren Schmerz mittragen; mit unserem Gebet und unseren Tränen. Diese Trauer um Patrick soll sich im Laufe der nächsten Monate immer mehr mit einer stille Dankbarkeit mischen.
In dieser Stunde wollen wir das einzigartige Leben von Patrick mit dem Leben, Sterben und Auferstehen unseres Herrn Jesus Christus in Verbindung bringen. Gemeinsam feiern wir in unserer Pfarrkirche für Patrick die heilige Messe. Wir bringen alle Gedanken die uns in dieser schweren Stunde bewegen zum Altar. Wir nehmen alle schönen Erinnerungen in unseren Gedanken mit herein, wo wir mit ihm zusammen waren, mit ihm gearbeitet, gelacht oder geplaudert haben. Licht- und Schattenseiten seiner nach menschlichen Ermessen viel zu kurzen Lebenszeit legen wir Gott in die Hände.
Viele Menschen, die heute zu diesem Begräbnis versammelt sind, haben Patrick ein Stück seines Lebensweges begleitet. Jede und jeder von uns hat mit ihm eine ganz persönliche Geschichte und eine Beziehung die durch seinen plötzlichen Tod noch intensiver geworden ist.
Schauen wir auf sein Leben zurück: Patrick wurde am 10. Juli 1995 im Krankenhaus Scheibbs geboren. Seine Eltern Anita und Franz Dorninger schenkten ihm das Leben. Am 18. Oktober 1995 wurde Patrick hier unserer Pfarrkirche getauft. Damals wie heute leuchtet seine Taufkerze und erhellt uns mit ihrer Flamme diese dunkle Stunde des Abschiedes. Hier in Steinakirchen konnte am 2. Mai 2009 Firmung gefeiert werden. Patrick war auch einige Jahre Ministrant. Vergelts Gott dafür.
Er ist mit seinen Geschwistern Natalie und Maximilian aufgewachsen. Nach der Schulzeit in Steinakirchen und der landwirtschaftlichen Fachschule Pyhra bei St. Pölten erlernte er den Beruf eines Installateurs. Schon als Kind gefiel ihm die Arbeit in der Landwirtschaft, besonders das Traktor fahren. Er hat ihm elterlichen Betrieb mitgearbeitet und zog dann zu seiner Oma in das Haus Stockabauer in Zehethof. Dieser Hausname wurde für ihn zugleich zum Spitznamen in der Pfarre Steinakirchen und weit darüber hinaus. „Griaß di Stockabauer“ so haben ihn viele von uns begrüßt.
Patrick war mit vielen Talenten beschenkt. Als Kind sammelte er gerne Euromünzen. Da denke ich an seine Ministrantenzeit zurück, wo er das Ministrantengeld für bei Begräbnissen und Hochzeiten immer genau untersuchte und dann mit anderen Kindern tauschte. Treiber bei den Jagden zu sein machte ihm große Freude und so musizieren heute als Dank die Jagdhornbläser.
Viele Jahre war er bei der jungen ÖVP aktiv. Da war seine Tatkraft gefragt. Bei der Christbaumaktion oder beim Füllen von Sandkisten für junge Familien half er mit. Persönlich hat mir an Patrick, dem Stockabauern, seine Geradlinigkeit gefallen. Er war ein „Grader Michl“. Ohne große diplomatische Formulierungen sagte er zu bestimmten Situationen seine Meinung und erzählte klipp und klar wie er über andere Menschen dachte.
So plötzlich ging sein irdisches Leben zu Ende. In der Hoffnung, dass uns im Tod das Leben gewandelt aber nicht genommen wird, müssen wir heute von ihm Abschied nehmen.
Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch der immer da war ist plötzlich nicht mehr da.
Wir halten inne und werden still.
Wir merken jetzt was uns fehlt und fragen uns was bleibt.
Wir trauern, aber die Trauer wird nicht das letzte Wort haben. Amen
Lesung: 2 Kor 5, 1 – 6 Evangelium: Joh 17, 1 – 5


