Di. 26.08.2025 Begräbnispredigt für Frau Erika Wurzenberger (Kaplan Sojan Thomas)
Liebe Trauergemeinde, liebe Angehörige,
wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen von Frau Erika Wurzenberger – einer Frau, die 85 Jahre lang ihren Weg gegangen ist. Ein Weg, geprägt von Fleiß, Einfachheit, Glauben – und vor allem: von Liebe und Hingabe an die Menschen um sie.
Geboren wurde Erika in Randegg, in eine große Familie mit acht Geschwistern. In so einer Gemeinschaft lernt man früh, was es heißt, aufeinander zu achten, füreinander da zu sein. Dieses Miteinander, diese Nähe zu den Menschen, hat sie ihr Leben lang geprägt. Schon früh ging Erika in die Arbeitswelt: Als Kindermädchen kümmerte sie sich um die Kleinen, später arbeitete sie als Schneiderin – ein Beruf, der Geduld, Genauigkeit und Hingabe verlangt. Auch in einer Strickerei war sie tätig – immer fleißig, immer bereit, anzupacken, wo es nötig war.
Nach ihrer Pension zog es sie zurück nach Steinakirchen – an einen Ort, der für sie Heimat bedeutete. Und dort lebte sie, bis zuletzt. Viele haben sie gekannt – als nette, hilfsbereite und gläubige Frau. Wer ihr begegnet ist, spürte schnell ihre warme Art, ihr offenes Herz. Sie war keine, die sich in den Vordergrund drängte – aber eine, die man nicht vergaß.
Ihr Glaube war ihre Kraftquelle. Regelmäßig besuchte sie die Heilige Messe. Sie wusste: Der Weg des Lebens ist nicht immer leicht – aber sie war getragen von der Hoffnung, dass Gott uns nicht verlässt, auch
dann nicht, wenn wir durch schwere Zeiten gehen. Und die gab es auch für sie – gesundheitlich war nicht immer alles einfach. Aber sie trug vieles still, mit Geduld – und mit Gottvertrauen.
Liebe Familie, liebe Freunde: Der Tod reißt einen geliebten Menschen aus unserer Mitte – aber nicht aus unseren Herzen. Erinnerungen bleiben: an gemeinsame Gespräche, an ihre liebevolle Art, an kleine Gesten, die sie nie groß machte, die aber Großes bewirkten. In einem Psalm heißt es: „Der Herr ist mein Hirte – nichts wird mir fehlen. Und ob ich auch gehe im finsteren Tal, fürchte ich kein Unheil, denn du bist bei mir.“ Wir dürfen glauben: Erika ist nicht ins Dunkel gegangen, sondern in das Licht Gottes. Er, der sie das Leben lang begleitet hat, hat sie jetzt heimgeholt. Dort, wo kein Schmerz mehr ist, kein Mühen, keine Krankheit – sondern ewiger Friede.
Wir danken heute für das Leben von Erika. Für das, was sie gegeben hat, für das, was sie war. Und wir bitten: Herr, nimm sie auf in dein Reich des Friedens. Und stärke uns, die wir traurig zurückbleiben, mit deinem Trost und deiner Hoffnung. Amen.


