Di. 28.01.2025 Begräbnispredigt für Hr. Josef Leichtfried (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Leichtfried!

Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel!

Geschätzte Verwandte, Patenkinder, Freunde, Bekannte und Nachbarn des Verstorbenen!

Liebe Abordnung des Gemeinderates von Bergland!

Geschätzte Mitglieder der Senioren Bergland-Petzenkirchen, des Teams „Essen auf Räder“ und der Ortsgemeinschaft von Wohlfahrtsbrunn!

Hochwürdiger Pater Stefan! Schön, dass du jetzt in schwieriger Zeit für die Pfarre Petzenkirchen Mitverantwortung trägst!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Der Namenspatron von Herrn Leichtfried der heilige Josef ist meiner Meinung nach ein außergewöhnlicher Heiliger, denn niemand – außer der Gottesmutter Maria – war Jesus so nahe.

 

Der heilige Josef gilt als der Schutzpatron der Familien.

 

Dieser große Heilige hat ein schweres Problem zu lösen. Die Frau, die er liebt, erwartet ein Kind und er weiß ganz genau, dass er nicht der Vater ist. In aller Stille möchte er die Verbindung auflösen, doch er erhielt im Traum die Nachricht: Fürchte dich nicht Maria als deine Frau zu dir zu nehmen, denn das Kind das sie erwartet ist vom Heiligen Geist. (Mt 1,20)

 

Josef heiratet Maria und ein bewegtes Eheleben beginnt. Da ist die Reise nach Betlehem, wo Jesus in einem Stall geboren wird; dann die Flucht nach Ägypten und nach ein paar Jahren der Aufbau einer neuen Lebensexistenz in Nazareth.

 

Familie – die war dem Herrn Leichtfried ein großes Anliegen. Da darf ich zuerst den Blick auf seine Herkunftsfamilie richten. Er wurde am 5. November 1939 in Untergafring in der Pfarre Euratsfeld geboren und sechs Tage später in der Pfarre Euratsfeld getauft.

Seine Eltern Maria und Johann Leichtfried schenkten ihm das Leben. Als er das Licht der Welt erblickte, tobte seit zwei Monaten der Zweite Weltkrieg. Diese Erfahrung prägte seine Kindheit. Mit seinen Geschwistern ist er aufgewachsen.

 

Ein wichtiger Tag seiner Kindheit war der 20. Mai 1948, denn da erhielt hier in der Pfarrkirche Petzenkirchen das Sakrament der Firmung. Hier in diesem Gotteshaus konnte auch am 24. 11. 1962 Hochzeit gefeiert werden.

Eine große Familie verdankt dem Ehepaar Leichtfried das Geheimnis des Lebens und des christlichen Glaubens.

 

 

Der heilige Josef gilt als Schutzpatron der Handwerker.

 

Die Bibel verwendet als seine Berufsbezeichnung den griechischen Begriff “Tekton”, das heißt übersetzt Baumeister. Als im Mittelalter die Heilige Schrift in die deutsche Sprache übertragen wurde, entschied sich der Theologe Martin Luther für den Begriff Zimmermann. Daher verehren alle Berufsgruppen, die mit Holz zu tun haben den heiligen Josef ganz besonders als ihren Schutzpatron.

 

Für Herrn Leichtfried war die Arbeit im Wald und mit Holz sein Lebensinhalt. Das war sein großes Hobby. Die Verbundenheit mit der Natur gab die Kraft für seine vielfältigen Aufgaben. Hier konnte er im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen. Gerne diskutierte er mit seiner Familie und Freunden über die Waldarbeit.

 

Der heilige Josef gilt als der Patron der Sterbenden.

 

In der Bibel verlieren sich die Spuren über den heiligen Josef. Er wird zum letzten Mal erwähnt als Jesus 12 Jahre ist. Wir wissen von ihm kein Todesdatum. Die christliche Frömmigkeit hat hier die biblische Tradition weitergeführt.

 

Im Pfarrhof von Steinakirchen gibt es ein wunderschönes Ölgemälde vom Tod des heiligen Josef. Maria und Jesus stehen bei seinem Krankenbett. Der sterbenskranke blasse Heilige blickt Jesus in die Augen. Der Herr hat seine rechte Hand zum Himmel erhoben und deutet so auf das bald anbrechende ewige Leben hin.

 

Herrn Leichtfried war der Rückhalt im christlichen Glauben sehr wichtig. Diese gute Verwurzelung schenkte ihm die Kraft vielen Menschen mit Respekt, Humor und Wertschätzung begegnen zu können.

 

Ihm war lange eine halbwegs gute Gesundheit geschenkt. So konnte er sich unterschiedlichsten Aufgaben widmen und auch immer wieder seine Verwandten in Pyhrafeld besuchen. Er verband dies mit der Mitfeier der heiligen Messe in der Pfarrkirche Steinakirchen. Herr Leichtfried war sehr sehr dankbar, wenn er sich aus der Predigt einen guten Gedanken für seinen Alltag mitnehmen konnte. Dies war zum letzten Mal so denke knapp vor Weihnachten, als er wieder einmal in das kleine Erlauftal kam. Gerne habe ich da mit ihm dann am Kirchenplatz geplaudert.

 

Für Herrn Leichtfried waren aber jetzt die letzten Wochen eine sehr schwere Zeit. Die körperlichen Kräfte ließen leider von Tag zu Tag nach und er spürte, dass seine Zeit auf Erden kostbar wird. Ganz bewusst wollte er von seiner großen Familie Abschied nehmen und ich denke diese besonderen Gespräche werdet ihr euer ganzes Leben im Herzen bewahren.

 

Ein herzliches Vergelts Gott Ihnen Frau Leichtfried und allen die in den vergangenen Wochen bei der Pflege mitgeholfen haben. Gestärkt mit der heiligen Beichte, der heiligen Kommunion und mit dem Sakrament der Krankensalbung, die ihm sein Cousin Abt Petrus Pilsinger aus Seitenstetten gespendet hat, konnte er am vergangenen Mittwoch sein erfülltes Leben in die Hände Gottes legen.

 

Sein Namenspatron möge ihm nun die Tore des Himmels öffnen. Heiliger Josef, du Schutzpatron der Familien, der Handwerker, und der Sterbenden, bitte für ihn. AMEN

 

Lesung:    sucht Familie aus       Evangelium: Mt 1, 16 – 28 (19. März)