Mi. 3.4.2024 Begräbnispredigt für Herrn Hubert Pischa (Pfarrer Hans Lagler)

Geschätzte Frau Pischa! Liebe Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel!

Geschätzte Verwandte, Patenkinder, Freunde, Nachbarn, Bekannte, Schulkameraden und Arbeitskollegen von Hubert!

Liebe Abordnung der Musikkapelle von Neumarkt an der Ybbs!

Geschätzte Ortsgemeinschaft von Schönegg und Mitglieder der Senioren Steinakirchen!

Schwestern und Brüder in Christus!

 

Für uns alle ist heute Karfreitag, obwohl dieser schon wieder fast eine Woche vorüber ist. Wie die Gottesmutter Maria, die Frauen und der Apostel Johannes um das Kreuz des Herrn standen, so sind wir um den Sarg von Herrn Pischa versammelt. Sein Sterben macht uns bewusst wie zerbrechlich unser menschliches Leben ist.

 

Heute können wir erahnen wie groß das Leid der Gottesmutter und all der anderen am Karfreitag auf dem Berg von Golgotha bei Jerusalem war.

 

Für Hubert war aber sein Todestag, der 27. März, der Mittwoch der Karwoche der Ostersonntag seines Lebens. Der Tod ist aus christlicher Sicht ein Beginn, also der Geburtstag für den Himmel; ich meine damit das neue Leben in der Herrlichkeit Gottes. Der heilige Augustinus prägt einen wohltuenden Gedanken: Unsere Verstorbenen schauen mit ihren Augen voller Licht in unsere Augen voller Tränen.

 

Blicken wir auf sein bewegtes Leben zurück. Er wurde am 29. Februar 1944 in Schönegg geboren. Seine Eltern hießen Juliana und Hubert Pischa. Der erste Weg seines Lebens führte ihn eine Woche später zum Sakrament der Taufe hier in unsere Pfarrkirche. Heute sind wir beisammen um Hubert auf seinem letzten Weg zu begleiten. Es liegen genau 80 Jahre dazwischen die von der Sorge um seine Familie, seinen Beruf und seinen vielen Hobbies geprägt waren.

 

Ein großer Tag seiner Biographie war der 30. Mai 1955, denn da erhielt er das Sakrament der Firmung. Nach der Schulzeit in Neumarkt war er bei den Firmen Wüster und der Baufirma Bauer angestellt. 1965 kam er zur Eisenbahn. Er war im Verschub tätig; eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe.

 

Er lernte seine Gattin Christine kennen, die er am 17. Oktober 1964 hier in unserer Pfarrkirche heiratete. Vier Kinder erblickten das Licht der Welt: Hubert, Andreas, Josef und Manfred. Leider sind zwei seiner Söhne schon gestorben. Neben den Schwiegerkindern gehören auch neun Enkel und neun Urenkel zur Familie.

 

In der Pension konnte er seine Talente großartig entfalten. Ob einen Hühnerstall zu bauen, Weihnachtskrippen zu gestalten oder Gartengarnituren herzustellen alles war für ihn kein Problem.

 

Ein besonderes Markenzeichen für Hubert war das Hendlgrillen. Vielen von uns hat er so eine Freude bereitet und uns liebevoll umsorgt. Der Musikverein Neumarkt möchte sich ebenfalls bei Hubert für diesen wichtigen Dienst bei verschiedenen festlichen Anlässen bedanken. Er war ja auch 15 Jahre Mitglied und hat Posaune gespielt.

 

Die Mitfeier der heiligen Messe in der Pfarrkirche war Hubert sehr wichtig. Hatte er sonntags einen Auftrag, dann kam er schon mit seiner Gattin zur Vorabendmesse und ich durfte ihn immer wieder liebevoll begrüßen: Ah da wird’s morgen wieder zum Hendl grillen.

 

Seine Herzlichkeit trug sehr zum Zusammenhalt der Ortsgemeinschaft bei. Da denke ich an das Schaudreschen, das damals viele Leute anlockte um ein vergangenes Handwerk zu sehen. Mit seiner Kontaktfreudigkeit verband er auch die beiden Pfarren Steinakirchen und Neumarkt da er überall viele Freunde und Bekannte hatte.

 

2024 sollte für Hubert ein ganz besonderes Jahr werden. Sein 80. Geburtstag oder wie er gerne sagte sein 20. Geburtstag und auch die diamantene Hochzeit stehen am Kalender. So viele Pläne hätte Hubert noch gehabt, doch leider kam alles ganz anders.

 

Heute ist für uns nochmals Karfreitag, aber wir sind in österlicher Hoffnung zu diesem Begräbnis versammelt. Für Herrn Pischa war sein Sterbtag der persönliche Ostersonntag, denn der Todestag ist zugleich der Geburtstag für den Himmel. Er schaut nun mit den Augen voller Licht in unsere Augen voller Tränen. AMEN

 

Lesung:    Jesaja 40, 6 – 8                   Evangelium:   Joh 19, 25 – 30